, 02.06.2020

Eine Kunstgalerie im baden-württembergischen Klettgau soll zu einer Spielhalle umfunktioniert werden. Wie der Südkurier am Montag berichtet hat, plane ein Investor die 2012 eröffnete Klettgau-Galerie im Gemeindeteil Erzingen zu einem Spieletablissement mit Wettannahmestelle, 12 Spielautomaten sowie einem Entertainmentbereich mit Unterhaltungsspielen wie Billard umzuwandeln.

 

Nun muss sich der Gemeinderat von Klettgau mit der Bauvoranfrage befassen. Ein ähnliches Bauvorhaben, welches ein anderer Glücksspielinvestor bereits im Jahre 2017 vorgeschlagen hatte, sei seinerzeit vom Gemeinderat abgelehnt worden. Derzeit befindet sich in der Klettgau-Galerie eine Privatkunstsammlung.

Obgleich der Klettgauer Ortsteil Erzingen nur knapp 3.400 Einwohnern zählt, hat das Glücksspiel in der Region in den vergangenen Jahren immer wieder für Schlagzeilen gesorgt. Im August 2018 hatte der Radiosender Baden.fm von einem brutalen Überfall auf eine Spielhalle in Erzingen berichtet. Dabei hatte ein Täter eine örtliche Spielothek betreten, einen Spielhallenmitarbeiter mit einem Messer bedroht und anschließend gefesselt. Danach habe der Mann Spielgeräte aufgebrochen und sei mit dem entwendeten Münzgeld geflohen.

Kontroverse über Glücksspielsucht

 

Dass der Gemeinderat seine Meinung ändern werde und drei Jahre später eine Umwandlung der Kunstgalerie erlaube, sei unwahrscheinlich. Laut Südkurier sei bereits das Projektvorhaben aus dem Jahre 2017 gescheitert, weil es auf „Bedenken gegen Vergnügungsstätten mit Suchtpotential“ gestoßen sei.

 

Keine Bedenken bestünden hinsichtlich einer anderweitigen Nutzung. So habe es gegen einen Veranstaltungsort mit Billardtischen und Sportbar auch vormals keine Einwände gegeben. Zur Realisierung des Spielhallenprojekts mit Geldspielautomaten müsse jedoch eine Änderung des Bebauungsplanes beschlossen werden, da Vergnügungsstätten darin bislang nicht vorgesehen seien.

 

Trauriges Ende einer Kunstgalerie?

 

Unklar ist, was mit der Sammlung Lupa passiert, sollte die Gemeinde der Umwandlung zur Spielhalle zustimmen. Die private Kunstsammlung ist gegenwärtig in den Räumen der Klettgau-Galerie untergebracht. Laut der Webseite der Klettgau-Galerie umfasse die Sammlung Lupa:

„Zeichnungen, Holzschnitte, Linoldrucke, Aquarelle, Pastellkreide-, Öl- und Acrylgemälde, deren Schwerpunkt gegenständliche Darstellungen zeitgenössischer Künstlerinnen und Künstler vor allem aus Mitteleuropa bilden.“

Für Besucher sei die Galerie schon wenige Jahre nach der Eröffnung wieder geschlossen worden. Durch eine Spielhalle könnte das „moderne kubische Gebäude mit Holz, Beton, Glas“ wieder für die Öffentlichkeit zugänglich werden.

Similar Guides On This Topic