, 11.01.2021

Die Casinos im US-Bundesstaat Colorado könnten noch in diesem Jahr die ersten High Roller anlocken. So sollen die derzeit geltenden Einsatzlimits pro Spiel in den Spielbanken ab dem 1. Mai entfallen und gleichzeitig neue Casinospiele zugelassen werden. Dies berichtete am Sonntag die Zeitung Denver Post [Seite auf Englisch].

 

Die Weichen dafür habe die Bevölkerung des Centennial States im November selbst gestellt. Im Rahmen eines Referendums hätten 60,54 % der Wähler für das Amendment 77 und damit für die Abschaffung des Einsatzlimits von 100 USD gestimmt. Gleichzeitig befürworteten sie damit die Autorisierung bislang nicht erlaubter Spiele wie Baccarat, Keno und Pai Gow Poker.

In Colorado gibt es drei Städte, in denen Casinos legal existieren dürfen: Black Hawk, Central City und Cripple Creek. Die drei Glücksspielstädte betreiben kombiniert fast 40 Casinos, haben jeweils aber eine sehr geringe Einwohnerzahl von nur wenigen hundert Menschen. In den Casinos dürfen aktuell Spielautomaten, Roulette, Blackjack, Poker und Craps angeboten werden. Erst 2008 wurde das Einsatzlimit pro Spiel in den Casinos von 5 USD auf 100 USD angehoben.

Mit Ausnahme von South Dakota sei Colorado aktuell der einzige US-Bundesstaat mit einem Einsatzlimit in den Casinos. Die Betreiber der Casinos erwarteten daher nicht, von jetzt auf gleich zum „neuen Vegas“ zu werden und Hunderte Millionen mehr Einnahmen zu verzeichnen. Zumindest könnten die Casinos in Colorado jedoch zunächst mit anderen Staaten gleichziehen.

 

Mehr Glücksspiel-Tourismus und höhere Steuereinnahmen

Wie die Denver Post erläutert, erhoffe sich der Staat durch den Wegfall der Einsatzlimits über die nächsten Jahre höhere Steuereinnahmen durch die Casinos. Laut einer Steueranalyse sei mit einem Anstieg von mindestens 10 Mio. USD jährlich zu rechnen.

 

Ron Engels, der Landrat von Gilpin County, der Verwaltungseinheit um Black Hawk und Central City, hofft, dass die Casino-Städte so zu einem attraktiveren Reiseziel für Glücksspieler aus den gesamten USA werden.

Denver ist der zweitgrößte Zubringer-Markt für Las Vegas und die Casino-Betreiber, die nun ihre Einsatzlimits anheben oder abschaffen, hoffen, dass all die Menschen stattdessen hier [in Colorado; Anm. d. Verf.] bleiben. Aber wir hoffen auch, dass Leute, die aus anderen Teilen des Landes kommen, um unsere Berg-Gemeinden zu besuchen, dies ebenfalls zu ihrem Hauptziel machen.

Doch vor allem im Hinblick auf die hohen Verluste, die der Staat und seine Casinos im Rahmen der Coronakrise erlitten hätten, sei das Amendment 77 ein wichtiger Hoffnungsschimmer. Ob die Verluste von 2020 jedoch je wieder wettgemacht werden könnten, sei noch immer ungewiss, so Engels.