, 07.07.2020

In Großbritannien steigt die Nutzung von Sportwetten-Angeboten langsam wieder an. Nach Auskunft der UK Gambling Commission (UKGC) erweist sich der Fußball als Zugpferd der Branche.

 

Der UKGC zufolge [Seite auf Englisch] hätten die Bruttoerträge von Wetten auf reale Sportereignisse im Mai gegenüber dem April um 64 % zugelegt. Damals waren sie im Vergleich zum März noch um 62 % eingebrochen. Verantwortlich für den Anstieg seien die Neustarts der großen europäischen Fußballligen.

Die UKGC betonte zugleich, dass die Anzahl der Spieler nicht proportional zu den Umsätzen gestiegen sei. Dies lege den Schluss nahe, dass die Spieler höhere Beträge gesetzt hätten.

Gleichzeitig sei die Attraktivität von virtuellen Sportwetten zuletzt gesunken, so die UKGC. So hätten diese von März bis April dieses Jahres um 41 % zugelegt, um bis zum Mai wieder um 12 % zu zurückzugehen.

 

Ähnlich sehe es beim Online-Poker aus, wo die Zahlen im Zeitraum März bis April um 66 % in die Höhe geklettert seien. Doch auch am digitalen Pokertisch hätten die Umsätze seitdem um 9 % nachgegeben.

 

Analyse auf Basis von Umsatzdaten und Umfragen

Die UKGC stützt sich auf Daten des britischen Marktforschungsinstituts YouGov. Diese waren im Rahmen einer Umfrage unter Großbritanniens führenden Glücksspielunternehmen, die etwa 80 % des Marktes abdecken, erhoben worden. Zudem befragte YouGov rund 2.000 repräsentativ ausgewählte Briten zu ihrem Spielverhalten in den Monaten April, Mai und Juni.

Parallel zur Einschätzung der UKGC hat das Marktforschungsinstitut Savanta Daten zum allgemeinen physischen und psychischen Befinden britischer Bürger gesammelt. Demnach gaben 25 % der Befragten an, dass ihr Gesundheitszustand durch die Covid-19-Pandemie negativ beeinflusst worden sei. Aufgrund der Ausgangsbeschränkungen litten zudem 26 % zumindest zeitweise unter Einsamkeit, während 40 % erklärten, dass ihnen weniger Einkommen zur Verfügung stünde.

Menschen mit gesteigerter Glücksspielneigung nutzten YouGov zufolge die Zeit während des Lockdowns für eine höhere Mediennutzung. Demnach gaben 17 % der Spieler (Durchschnitt: 13 %) generell mehr Geld für das Online-Entertainment aus. Darüber hinaus sahen 50 % von ihnen (gegenüber 42 %) mehr fern und 48 % (40 %) waren Kunden von Streaming-Diensten.

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