, 27.01.2020

Am Sonntag hat das das Fremdenverkehrsamt in Macau bekanntgegeben, dass seit Beginn des chinesischen Neujahrs die Anzahl der chinesischen Touristen im Vergleich zum Vorjahr um 80 % gesunken ist. Besonders die Casinos des Landes, von welchen das Land wirtschaftlich abhängig ist, erfahren aktuell gigantische Einbrüche in der Besucherzahl und den damit zusammenhängenden Einnahmen.

 

Casinos könnten temporär geschlossen werden

Das Coronavirus verbreitet in vielen Ländern derzeit Angst und Schrecken. Vor allem in China und Hong Kong trauen sich viele Menschen nicht mehr aus dem Haus, da sie fürchten, sich mit dem potentiell tödlichen Virus anzustecken. An eine Reise in benachbarte Städte oder Länder ist für viele kaum zu denken.

 

Für die Sonderverwaltungszone Macau entstehen dadurch herbe Verluste. Das kleine Land südlich von Festlandchina erzielt gut 80 % seines jährlichen Bruttosozialproduktes durch seine weltberühmten Casinos.

 

Doch genau dort fehlt jetzt die Kundschaft, denn ein Großteil der Casinogänger kommt gewöhnlich aus China. In den letzten Jahren profitierten Macaus Casinos vor allem in der Woche des chinesischen Neujahrs von einem großen Andrang chinesischer Touristen.

 

Deren Anzahl ist laut Aussage der Behörden jedoch um ganze 80 % zurückgegangen.

Im Jahr 2003 erlebte Macau einen ähnlichen Einbruch seines Glücksspieltourismus, als das ebenfalls potentiell tödliche SARS Virus in China und umliegenden Ländern grassierte. Damals brach der Tourismus jedoch lediglich um 20 bis 30 % ein, vor allem, weil in Macau selbst keine Krankheitsfälle offiziell bestätigt werden konnten.

In Macau selbst sind bereits sechs Fälle des Coronavirus bestätigt worden. Sollte diese Zahl sich deutlich erhöhen, so Macaus CEO Ho Iat Seng, könne man nicht ausschließen, dass sämtliche Casinos vorrübergehend geschlossen werden müssten.

 

Keine Besserung in Sicht

Das Coronavirus breitet sich vor allem in China weiterhin rasant aus. Die Behörden gehen daher davon aus, dass der Tourismus insgesamt noch weiter zum Stocken kommen wird.

 

Bereits jetzt sind zahlreiche Flug- und Zugverbindung zwischen China, Hong Kong und Macau komplett gestoppt worden.

 

Auch auf den Aktienmärkten macht sich die Angst vor dem Virus bemerkbar. Der Aktienkurs von Wynn Resorts Macau Ltd. beispielsweise sei Berichten zufolge um 13 % gesunken, der von Sands China Ltd. um mehr als 8 %. Sollte die Krise weiter andauern, ist ein weiteres Absinken sehr wahrscheinlich.