Donnerstag, 19. Mai 2022

PokerStars stellt COVID-Rückerstattungs­richtlinien für Poker-Live-Events auf

Spielkarten, Hand, Virus Auf Corona positiv getestete Spieler erhalten bei PokerStars-Live-Events ihr Startgeld zurück. (Bild: pixabay.com, uihere.com, casinoonline.de)

Der Online-Poker-Anbieter PokerStars hat diese Woche die ersten umfassenden Regeln für Turnierrückerstattungen [Seite auf Englisch] für Spieler in Live-Events aufgestellt, die positiv auf COVID-19 getestet wurden. Damit reagiert das Unternehmen auf die anhaltende Unsicherheit der Spieler in Bezug auf ihre Buy-ins und Preisgelder im Falle eines positiven Tests.

Begonnen hatte der Poker Pro Justin Bonomo die Diskussion auf Twitter. In seinem Post forderte er eine Richtlinie, die besage, was mit dem Startgeld und mit dem verbliebenen Stack während eines Live-Events wie der European Poker Tour 2022 geschehen solle.

COVID-Regeln für Live-Turniere von PokerStars

  • Wenn das Event noch nicht begonnen hat und ein Spieler positiv getestet wird, hat er Anspruch auf volle Rückerstattung.
  • Wenn ein Event begonnen hat und die Geldränge noch nicht erreicht wurden, wird einem COVID-19-positiven Spieler mit mindestens vollem Startstack das volle Buy-In (und die Registrierungsgebühr) zurückerstattet und seine Chips werden aus dem Spiel entfernt.
  • Wenn ein Event begonnen hat und nicht im Geld ist, erhält ein Spieler mit weniger als seinem Startstack eine Rückerstattung proportional zur Größe seines Stacks.
  • Wenn ein Event begonnen hat und die Geldränge erreicht sind, kann der Spieler, der positiv getestet wurde, nicht zurückkehren. Der Stack bleibt im Spiel, bis er ausgeblinded wird. Sobald der Stack eliminiert wird, erhält der Spieler eine Auszahlung basierend auf seiner Endposition.
  • In allen Fällen einer Erstattung wird die Startgebühr zurückgezahlt.
  • Wird der Final Table erreicht, können sich die verbliebenen Spieler an die Turnierleitung wenden, die den positiv getesteten Spieler kontaktiert, um gegebenenfalls einen Deal zu vereinbaren.

Kein Geld zurück bei der WSOP 2021

Die Diskussion um die Rückerstattung der Startgelder begann bereits vor dem Start der World Series of Poker (WSOP) 2021 in Las Vegas. Das Regelwerk der WSOP sieht vor, dass die Teilnehmer keinen Anspruch auf Schadensersatz im Falle eines positiven COVID-19-Testergebnisses haben.

Eine Auszahlung gab es nur, wenn der betroffene Spieler bereits die Geldränge erreicht hatte. So heißt es in den offiziellen Regeln der WSOP:

Wenn ein Teilnehmer aus einem WSOP-Event [aufgrund von COVID-19] ausgeschlossen wird und aus keinem anderen Grund, hat der Teilnehmer keinen Anspruch auf eine andere Entschädigung oder Auszahlung als die, die dem Teilnehmer bereits zuerkannt wurde, bevor er vom WSOP-Event ausgeschlossen wurde.

Auch für die Veranstalter der WSOP war die diesjährige Situation Neuland. Sie haben versucht, das Risiko zu minimieren, indem sie auf die Maskenpflicht bestanden und nur doppelt geimpfte Spieler zu den Turnieren zuließen.

Angesichts der Tatsache, dass doppelt immunisierte Personen ebenfalls nicht gänzlich vor einer Infektion geschützt sind, dürften auch einige Teilnehmer der WSOP betroffen gewesen sein. PokerStars versucht nun, betroffenen Spielern mit den neuen Regeln entgegenzukommen.