, 04.03.2020

Nach rund einer Woche Stillstand scheinen sich das Four Queens Resort and Casino und die Binion’s Gambling Hall in Las Vegas langsam von einem mutmaßlichen Cyberangriff zu erholen. Lokalen Berichten zufolge waren in beiden Spielstätten tagelang sowohl Spiel- als auch Geldautomaten vom Netz genommen worden.

 

Gähnende Leere im Spielbereich

 

Am vergangenen Mittwoch machten über Twitter erste Berichte die Runde, nach denen das Four Queens Resort and Casino und die Binion’s Gambling Hall in Downtown Las Vegas Opfer schwerer Cyberattacken geworden sein könnten.

 

Auf die Glitzermetropole spezialisierte Accounts wie Las Vegas Locally und Vital Las Vegas veröffentlichten Handyvideos von gähnend leeren Gaming Floors in beiden Spielstätten.

 

Dutzende von Spielautomaten zeigten auf ihren Displays lediglich den Hinweis, „außer Betrieb“ zu sein. Seit gestern scheint sich die Situation vor Ort wieder normalisieren. Die ebenfalls betroffenen Internetseiten der Casinos, die beide zur TLC Casino Enterprises, Inc., gehören, waren jedoch am Mittwochvormittag noch immer nicht erreichbar.

Zuletzt hatte die Stadt Las Vegas im Januar erklärt, Opfer einer Attacke geworden zu sein und dabei enthüllt (Seite auf Englisch), dass es monatlich durchschnittlich 279.000 Versuche gebe, illegal ins System der Verwaltung einzudringen. Im Sommer 2019 hatte ein Sicherheitsleck des MGM Grand für Schlagzeilen gesorgt, als persönliche Daten von rund 10.6 Mio. seiner Gäste an die Öffentlichkeit gelangt waren.

Glücksspielaufsicht eingeschaltet

 

Auf Anfrage lokaler Medien erklärte die Glücksspielaufsicht Nevada Gaming Control Board, über die Vorkommnisse informiert zu sein und Ermittlungen eingeleitet zu haben.

 

Die Ausfalldauer der Systeme von knapp einer Woche weise Beobachtern zufolge darauf hin, dass es sich um einen besonders schweren Angriff gehandelt habe.

 

So sieht es auch IT-Experte Garvin Bushell, Präsident des The Learning Center Las Vegas, das sich intensiv mit Cyber-Sicherheit beschäftigt. Er erklärte lokalen Medien gegenüber, wie schwierig die Abwehr von Online-Angriffen ist:

Wenn es um die Cyber-Sicherheit geht, ist die Frage nicht „Ob“, sondern „Wann“ und „Wie schlimm“. Egal was man macht, die Hacker müssen nur einmal richtig liegen. Ich als IT-Experte muss jeden Tag alles richtig machen, denn diese Angriffe erfolgen täglich.

Wer oder was genau hinter dem tagelangen Ausfall steht, der auch die Webseiten, Kartenzahlung, Geldautomaten und Reservierungssysteme betroffen haben soll, und ob es Forderungen möglicher Täter gab, ist bislang unklar. Das Management hüllt sich in Schweigen.

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