, 28.05.2020

Online-Poker-Superstar und High Roller Daniel „Jungleman“ Cates hat sich am Mittwoch erstmals zu den gegen ihn erhobenen Betrugsvorwürfen geäußert. In einem Twitter-Beitrag [Link auf Englisch] gab Cates zu, sich in Online-Highstakes-Runden am sogenannten „Ghosting“ beteiligt zu haben.

Beim „Ghosting“ beaufsichtigt ein Profi (oder Poker-Trainer) das Spiel eines Amateurs und gibt ihm in Echtzeit Ratschläge zu Poker-Strategie und Taktik. Was im Casino undenkbar wäre, ist in der Welt des Online-Pokers nicht ungewöhnlich. Dennoch bleibt die Methode umstritten. „Ghosting“, vor allem in Highstakes-Spielen, wird in der Pokerszene weitläufig als betrügerisch angesehen.

Die Affäre hatte am Wochenende der Investment-Millionär Bill Perkins mit einem Tweet ins Rollen gebracht. Darin äußerte Perkins, von einem Poker-Skandal zu wissen, der größer als der Skandal um Mike Postle sei.

 

Konkretisiert wurden die Aussagen von Poker-Playboy Dan Bilzerian. Dieser hatte Cates kurz darauf vorgeworfen, im Internet unter falschem Namen gespielt und ihn so um Geld betrogen zu haben.

 

Eine halbherzige Entschuldigung?

 

In einer gestern veröffentlichten Erklärung räumte Cates das „Ghosting“ ein und entschuldigte sich. Im Statement heißt es:

„Ich habe nur sehr wenige Hände gegen Bill Perkins gespielt, der in einem Spiel saß, bei dem davon ausgegangen werden konnte, dass dort viele Profis Ghosting betrieben. Da viele auf der Website Profis benutzen, um für sie zu spielen (was durch das einzigartig hohe Spielniveau deutlich wurde), fühlte es sich für mich akzeptabel an, zu spielen.

Leider geriet Bill ins Kreuzfeuer und das tut mir sehr leid. Obwohl ich es nicht für fair halte, dass ich für etwas herausgegriffen werde, an dem viele andere schuldiger waren als ich, akzeptiere ich, dass meine Bestrafung als Vorbild für die Poker-Community im Vergleich zu einem normalen Spieler unverhältnismäßig hoch sein sollte.“

In der Poker-Community stieß diese Entschuldigung auf wenig Gegenliebe. Im US-amerikanischen Pokerforum 2+2 warfen zahlreiche Kommentatoren Cates vor, keine ehrliche Reue zu zeigen, sondern die Verantwortung abwälzen zu wollen.

 

Unterstützung erhält „Jungleman“ unterdessen von Highstakes-Kollege Nick Schulman. Dieser habe sogar eine „Freejungle-Bewegung“ gegründet, so Cates.

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