, June 4, 2019

Die WSOP 2019 im Rio All-Suite Hotel & Casino in Las Vegas ist schon in vollem Gange und die ersten goldenen Bracelets wurden vergeben. Nach drei Tagen ging gestern Abend das $50.000 High Roller Event zu Ende. Der Brite Ben Heath setzte sich gegen 110 Gegner durch und gewann das erste Bracelet seiner Karriere.

 

Unter den Teilnehmern befanden sich bekannte Spieler wie Manig Loeser, Justin Bonomo, Rainer Krempe, Daniel Negreanu, Ali Imsirovic und Johannes Becker. Gestern nahmen die verbliebenen sechs Spieler schließlich am Final Table Platz.

 

Außer Ben Heath waren alle anderen Spieler bereits Bracelet-Gewinner. Doch nach nur fünf Stunden Spielzeit konnte sich auch der Brite als stolzer Besitzer seines ersten Bracelets feiern lassen. Darüber hinaus nahm er ein Preisgeld in Höhe von 1.484.085 US-Dollar mit nach Hause.

 

Der Final Table

Nachdem die sechs Spieler ihre Plätze am Final Table eingenommen hatten, dauerte es nur drei Hände bis zum ersten Ausscheiden. Chance Kornuth aus den USA war in allen drei Händen involviert und hatte alle verloren. Beim ersten Mal schlug ein Bluff fehl, in der zweiten Action hatte er am River die schwächere Hand und auch sein All-in in der dritten Hand war nicht erfolgreich.

 

Den größten Anteil seiner Chips ergatterte der Russe Dmitry Yurasov, doch schließlich war es der US-Amerikaner Andrew Lichtenberger, der ihn auf Platz 6 eliminierte.

Die Ergebnisse des Final Table

 

1 – Ben Heath – Großbritannien – 1.484.085 US-Dollar

2 – Andrew Lichtenberger – USA – 917.232 US-Dollar

3 – Sam Soverel – USA – 640.924 US-Dollar

4 – Dmitry Yurasov – Russland – 458.138 US-Dollar

5 – Nick Petrangelo – USA – 335.181 US-Dollar

6 – Chance Kornuth – USA – 251.128 US-Dollar

Gleich zwei Hände später musste Nick Petrangelo aus den USA aufstehen. Petrangelo stellte seinen Stack mit A-K All-in und wurde von Ben Heath mit Pocket Queens gecallt. Der Coin Flip ging zugunsten des Briten aus.

 

Heath konnte seinen Vorsprung ausbauen, verlor dann allerdings einen Großteil seines Stacks an Lichtenberger, der den Chiplead übernahm.

 

Heath vs. Yurasov: eine umstrittene Hand

Heath konnte sich wieder nach oben zurückkämpfen, nachdem er eine umstrittene Hand gegen Yurasov gewonnen hatte, die für ihn auch das Ende des Turniers bedeutete.

 

Der US-Amerikaner Sam Soverel eröffnete die Spielrunde mit einem Min-Raise, der Russe pushte All-in, Lichtenberger, der im Small Blind saß, foldete seine Hand. Heath saß im Big-Blind und bat um einen Chip Count. Er wollte über seine nächste Action nachdenken und warf eine rote Zeitbankkarte auf den Tisch, um 30 Sekunden mehr Zeit zu erhalten.

 

Ben Heath, WSOP 2019, Bracelet

Ben Heath gewinnt sein erstes Bracelet. (Bild: wsop.com)

Soveral, der immer noch in der Hand war, achtete allerdings nicht darauf und warf seine Karten in den Muck. Es hatte den Anschein, als deutete er das Werfen der Zeitbankkarte als Call des All-ins.

 

Doch der Ausstieg des US-Amerikaners bot einen Vorteil für Heath, der seine Entscheidung erleichterte, denn es folgte kein weiterer Spieler mehr, der ebenfalls den Pot beanspruchen könnte. Heath callte dann sofort das All-in des Russen. Yurasov zeigte , wurde aber von Heaths geschlagen.

 

Als der Floorman hinzukam um zu prüfen, ob alle Abläufe korrekt waren, sagte Lichtenberger, er sei sich sicher, dass Soverel seine Karten nicht absichtlich in den Muck geworfen habe. Es habe sich um ein Versehen gehandelt.

 

Soverel erhielt keine Strafe. Allerdings verlor er einige Hände später mit K-J gegen Ben Heaths A-K und verabschiedete sich auf Platz 3 mit einem Preisgeld von immerhin 640.924 US-Dollar.

 

Die finale Hand

Nach dem Ausscheiden von Yurasov und Soverel saßen sich Lichtenberger und Heath [Seite auf Englisch] nun im Heads-up gegenüber. Der Brite hatte einen leichten Vorsprung, doch Lichtenberger glich in fünf Händen aus. Heath schaffte es aber, seine verlorenen Chips zurückzuerobern.

 

Andrew Lichtenberger, WSOP 2019

Andrew Lichtenberger musste sich im Heads-up geschlagen geben. (Bild: wsop.com)

Bei der finalen Hand eröffnete Lichtenberger am Button mit 650.000, Heath raiste auf 2,4 Millionen. Daraufhin stellte der US-Amerikaner All-in und erhielt von Heath einen Call.

 

Lichtenberger zeigte , Heath deckte auf. Der Flop kam mit . Der Bube am Flop brachte Heath die Führung, aber am Turn deckte der Dealer auf und bescherte Lichtenberger einige zusätzliche Outs.

 

Doch der River brachte und damit den Sieg für den Briten, der wenig später sein erstes Bracelet in Empfang nahm.

 

Seine Freunde, die ihn bei seinem Siegeszug im am Final Table unterstützt hatten, gesellten sich zu ihm, als das Siegerfoto geschossen wurde.

 

Heath sagte:

„Ich habe Freunde, die verstehen, welche Ziele ich in meinem Leben habe, und sie waren großartig. Sie sagen mir, ich soll mein Bestes geben und das versuche ich zu tun. Sie sagen nicht ´Geh und gewinne das Turnier´, denn die Ergebnisse sind für mich nicht wichtig. Es geht mir nur darum, wie gut ich gespielt habe.“

Die WSOP läuft nun bereits seit einer Woche. Doch dieser Sommer in Las Vegas dürfte für Ben Heath bereits ein großartiges Erlebnis sein.