Sonntag, 02. Oktober 2022

Deutsche Spielbanken verzeichnen Aufschwung

Roulette

Nach einer 12-jährigen Durststrecke, in der die deutschen staatlich konzessionierten Spielbanken rote Zahlen schrieben, scheint es nun einen Aufschwung zu geben. Wie der Vorstandschef des Deutschen Spielbankenverbandes, Otto Wulferding, am Dienstag in Baden-Baden mitteilte, hätten die Spielstätten 2019 einen Umsatzanstieg von 25,6 % verzeichnen können.

Insgesamt hätten im letzten Jahr 6,4 Millionen Spieler die Spielbanken besucht und einen Umsatz von 860 Millionen Euro generiert. Dies seien deutlich mehr Gäste im Vergleich zum Vorjahr. 2018 spielten 5,7 Millionen Besucher an den Automaten und Spieltischen.

Spielbanken in Bayern schreiben immer noch rote Zahlen

Während der Anstieg der Umsätze in den deutschen Spielbanken bei den Verantwortlichen für Optimismus sorgte, seien die neun Casinos in Bayern laut dem gestern im Landtag vorgestellten Beteiligungsbericht der Staatsregierung 2019 trotz steigender Besucherzahlen immer noch im Minus.

Die Betreiber versuchten in den letzten Jahren dagegen zu steuern und investierten in neue Automatenspiele und Gastronomie. Scheinbar nahmen die Gäste das Angebot an, denn 2018 wurden 3,12 % mehr Besucher registriert als im Vorjahr. Der Bruttospielertrag stieg um 12,48 %.

Anzahl der Besucher landesweit angestiegen

Die Anzahl der Besucher sei laut Wulferding landesweit angestiegen. Hierbei hätten die Spielstätten in Westdeutschland besser abgeschnitten als die Standorte Berlin und Baden-Württemberg.

Spielautomaten beliebter als Tischspiele

Das Automatenspiel konnte mit 32 % das größte Wachstum verzeichnen. 700,1 Millionen Euro investierten die Spieler 2019 in die Slot Maschinen. Dennoch war auch die Performance der Tischspiele stark. Die Umsätze stiegen von 153,74 Millionen Euro im Vorjahr auf 160,13 Millionen Euro.

Obwohl die Ergebnisse positiv sind, sagte Wulferding, dass das illegale Glücksspiel immer noch für Verluste im regulierten Sektor sorge. Außerdem sei der Schwarzmarkt im Internet überproportional angewachsen.

Otto Wulferding, Büro

Vorstandschef des Deutschen Spielbankenverbandes, Otto Wulferding, ist optimistisch. (Bild: vimeo.com)

Allerdings könnten die Tage des unregulierten Glücksspiels gezählt sein, denn erst diese Woche haben die Vertreter der Bundesländer sich darauf geeinigt, das Glücksspiel in Deutschland zu legalisieren und zu regulieren.

Was die Performance der landbasierten Spielstätten in Zukunft betreffe, sei Wulferding optimistisch, denn die deutschen Casinos hätten einen Weg gefunden, nicht nur als reine Spielstätte aufzutreten, sondern als Ort der Unterhaltung und Entspannung in angenehmer Atmosphäre.

Die Spieler fühlten sich dort wohl und sicher, sagte Wulferding am Ende seiner Stellungnahme zu den Ergebnissen.