, 16.07.2020

Der deutsche Sportwettenmarkt musste in den vergangenen Monaten schwer unter den Auswirkungen der Corona-Pandemie leiden.

 

Nun hat sich Mathias Dahms, Vorsitzender des Deutschen Sportwettenverbands (DSWV), im einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur (dpa) zur aktuellen Lage der deutschen Sportwetten-Branche geäußert. Der Sportwettenmarkt erhole sich nach den Corona-bedingten Spielausfällen langsam, sei aber noch nicht zum Normalzustand zurückgekehrt.

 

Gegenüber der dpa sagte Dahms:

„Wir sind von der Normalität noch ein ganzes Stück entfernt. Der Re-Start der Bundesliga war natürlich sehr erfreulich, dennoch sind die Umsätze erst bei etwa zwei Dritteln des Niveaus vor Corona.“

Unter anderem könnte dafür ein verändertes Konsumverhalten verantwortlich sein. Laut Dahms komme das Geld für Sportwetten aus dem Freizeitbudget. Freizeit sei jedoch in „den Köpfen der Menschen noch nicht wieder richtig angekommen.“ Besonders schwer hätten es derzeit landbasierte Wettbüros gegenüber Online-Sportwettenplattformen. Von den stationären Buchmachern werde „es der eine oder andere sicher nicht schaffen“, so Dahms.

Wie sich die Corona-Krise auf den deutschen Glücksspielmarkt ausgewirkt hat, kann exemplarisch am Finanzbericht des österreichischen Online-Buchmachers bet-at-home (Sitz in Düsseldorf) nachvollzogen werden. Aufgrund von Spielausfällen verlor der Konzern allein im 1. Quartal 2020 knapp 5 Millionen Euro Umsatz.

Dass der Spielbetrieb im europäischen Spitzenfußball bereits gestartet ist und im Sommer weitere europäische Wettbewerbe anstehen, ist womöglich ein Glück für die Sportwettenbetreiber. Dahms zufolge könne dadurch „ein Teil des verlorenen Umsatzes aufgeholt werden“.

 

Stehen die wahren Herausforderungen noch bevor?

 

Ob die Sportwettenbranche wirtschaftlich zum Stand vor Corona zurückkehren wird, erscheint mit Hinblick auf das Inkrafttreten des geplanten Glücksspielneuregulierungsstaatsvertrages im Juli 2021 fraglich.

 

Nach jetzigem Stand könnten Live-Wetten, die zu den beliebtesten Produkten der Online-Buchmacher gehören, verboten werden. Auch monatliche Einzahlungslimits von 1.000 Euro pro Spieler könnten die Gewinne der Sportwettenanbieter schmälern.

 

In den Augen von Suchtexperten sei zudem die Werbung für die Online-Plattformen noch nicht eng genug geregelt. Einige Suchtforscher fordern sogar ein umfassendes Werbeverbot für Sportwetten in Deutschland.

 

Mit der sukzessiven Rückkehr des Profisports ist demnach wohl lediglich ein Etappenziel erreicht. Große Herausforderungen auf dem Weg zur „Normalität“ bleiben bis ins Jahre 2021 hinein bestehen.

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