, 13.01.2020

Die Eltern eines ehemaligen britischen Amateur-Fußballers, der sich im Jahre 2013 wegen Spielschulden das Leben nahm, haben an diesem Wochenende die britische Football Association (FA) scharf kritisiert.

 

Wie die Daily Mail am Sonntag berichtete, werfen Peter Keogh (72) und seine Frau Sadie (73) dem Fußballverband vor, wirtschaftliche Interessen vor den Spielerschutz zu stellen.

 

Hintergrund der Kritik ist der umstrittene „Bet-To-View“-Deal zwischen der FA und diversen Online-Buchmachern, der vergangene Woche in Großbritannien für Schlagzeilen gesorgt hat. Er erlaubt den Wettanbietern die Übertragung der Pokalspiele des FA-Cups.

Der Deal: Wetten für kostenloses Fußball-Streaming

 

Die bereits 2017 geschlossene Vereinbarung im Wert von 750 Millionen GBP gestattet britischen Wettanbietern bis zum Jahre 2024 die Übertragung von FA-Cup-Spielen.

 

Wollen Zuschauer die Live-Streams auf den Glücksspiel-Seiten verfolgen, müssen sie ein Kundenkonto eröffnen und Wetten abschließen. Zweifelhaft scheint der Vertrag vor allem deshalb, weil die FA im Jahre 2017 ein Ende aller Sponsoring-Deals mit Glücksspiel-Seiten ankündigte.

Spielerschutz-Aktivisten bemängeln, dass Angebote dieser Art eine gefährliche Verbindung zwischen Breitensport und Glücksspiel kreierten.

 

Trauernde Eltern wenden sich gegen Fußballvereinigung

 

Eine Kerze im Dunkel

Eltern von verstorbenen Spielsüchtigen bleiben mit ihre Trauer häufig allein. (Quelle: Pixabay)

Die Meldung vom Pakt zwischen FA und Sportwetten-Anbietern haben bei den Angehörigen von pathologischen Spielern für Entsetzen gesorgt.

 

Peter und Sadie Keogh aus Enniskillen (Nordirland), deren Sohn Lewis sich im Alter von 34 Jahren wegen Spielschulden das Leben nahm, zeigen sich schockiert über die Vermischung von Sport und Glücksspiel.

 

Gegenüber der Daily Mail (Link auf Englisch) warnte Peter Keogh, welcher in der Spielerschutz-Kampagne „Gambling with Lives“ aktiv ist, vor den Folgen derartiger Wirtschaftsverträge:

„Die Idee, bei Bet365 oder anderen ein Online-Konto eröffnen zu müssen, um die  Lieblingsfußballmannschaft spielen zu sehen – ich weiß wirklich nicht, wohin sich unsere Gesellschaft entwickelt, wenn die FA es erlaubt, solche Deals mit jemandem auszuhandeln.“

Anstatt Verträge dieser Art zu erlauben, bedürfe es einer Einschränkung der Glücksspielwerbung, um Sportfans besser zu schützen, so Keogh. Ähnlich wie Zigarettenwerbung müsse auch die Werbung für Glücksspiel als schädlich erachtet werden.

 

Eine Meinung, mit der Keogh nicht allein dasteht. Carolyn Harris, Parlamentsangeordnete der Labour-Partei, bekräftigte letzte Woche erneut, sich für ein weitreichendes Verbot von Glücksspielwerbung einsetzen zu wollen.