Mittwoch, 18. Mai 2022

Schweiz: Eidgenössische Spielbanken­kommission veröffentlicht Jahresbericht 2020

Schweizer Flagge

Die Eidgenössische Spielbankenkommission (ESBK) hat am Freitag ihren Jahresbericht für das Geschäftsjahr 2020 veröffentlicht. Der Bericht sei vor allem geprägt durch die Zunahme des Online-Glücksspielgeschäfts. Dieses habe die Verluste der terrestrischen Spielbanken aufgrund der Corona-Pandemie zum Teil auffangen können.

Das Angebot an Online-Casinos in der Schweiz wachse kontinuierlich an. Insgesamt hätten neun Online-Glücksspiel-Plattformen bereits Konzessionen erhalten. Diese Tatsache bringe jedoch die Notwendigkeit mit, die Vorgaben in Bezug auf den Spielerschutz zu erweitern.

So heißt es in der Pressemitteilung der ESBK:

Die ESBK ist sich bewusst, dass der Sozialschutz, welchen die Spielbanken gewährleisten müssen, ein zentrales Element des neuen Geldspielgesetzes ist. Sie hat daher ihre Überwachungstätigkeit auf diesen Bereich fokussiert. Parallel hierzu beschäftigte sie sich mit der Sperrung des Zugangs zu in der Schweiz nicht bewilligten Angeboten.

Die Festlegung von Kriterien zur Identifizierung gefährdeter Personen gehöre zu den Hauptzielen der Gesetzgebung. So müssten Spielbanken, die auch ein Online-Casino betreiben, die Daten ihrer Kunden wie Ein- und Auszahlungen, Verluste, Dauer sowie Anzahl der Besuche nutzen, um automatisierte Kontrollen einzurichten.

Vorgesehen seien zudem Kontrollinstrumente, die dem Spieler problemlos Zugang zu Informationen über seine Einsätze, Verluste und Gewinne böten. Weiterhin erachte die ESBK die Festlegung von Einsatz- und Verlustlimits seitens der Spieler sinnvoll.

Hohe Verluste für terrestrische Spielbanken

Die Corona-Pandemie habe auch bei den Spielbanken Spuren hinterlassen. Während des Lockdowns seien die Umsätze stark eingebrochen. Davon seien auch die Spielbankenabgaben zugunsten des Ausgleichsfonds der AHV, der Rentenversicherung in der Schweiz, betroffen.

Der Bruttospielertrag der terrestrischen Spielbanken habe sich 2020 auf 452 Mio. CHF (415 Mio. Euro) belaufen. Im Vorjahr habe dieser noch 742 Mio. CHF (681 Mio. Euro) betragen. Dies sei ein Rückgang von rund 39 %.

In die Schweizer Rentenkassen seien 2020 nur 170,4 Mio. CHF (156,45 Mio. Euro) geflossen. 2019 seien an die EHV noch knapp 305 Mio. CHF (280 Mio. Euro) gezahlt worden, was einem Rückgang von 41,1 % entspreche.

Das Online-Geschäft habe sich jedoch positiv entwickelt. So hätten die sieben Online-Casinos einen Bruttospielertrag von 186,8 Mio. CHF (155 Mio. Euro) generiert. Davon seien 78 Mio. CHF (72 Mio. Euro) in die Staatskassen geflossen. Somit hätten sie einen Teil der Verluste wettmachen können.