, 23.10.2018

Nachdem mit der „TAG Heuer Virtual Bundesliga“ bereits eine Einzelspieler-Meisterschaft besteht, hat die DFL (Deutsche Fußballliga) jetzt nachgezogen und die Einführung einer offiziellen Vereinsmeisterschaft für Mannschaften der ersten und zweiten Bundesliga angekündigt.

 

Klubmeisterschaft im Januar

Am 15.  Januar 2019 soll der erste Spieltag der „VBL Club Championship“ ausgetragen werden. Eine Begegnung besteht immer aus zwei Einzelspielen und einem Doppel. Die Einzelpartien werden sowohl auf der Playstation als auch auf der Xbox ausgetragen. Dabei darf die Heimmannschaft bestimmen, auf welcher Konsole das Doppel ausgetragen wird.

 

Die teilnehmenden Vereine müssen mindestens zwei Spieler ins Rennen schicken. Das bedeutet für Vereine wie Leverkusen und Leipzig, dass sie noch mindestens einen weiteren Spieler verpflichten müssen. Bisher haben beide Mannschaften nur einen Zocker unter Vertrag. Die teilnehmenden Vereine können noch bis zum 21. Dezember ihren Kader für das Event nominieren und neue Spieler einkaufen.

 

Block: Nach Ende der Saison am 15. März entscheidet sich, wer an der nächsten Runde der Virtuellen Bundesliga teilnehmen darf. Für das „VBL Grand Final“ qualifizieren sich die besten Spieler aller Teams durch die „VBL Playoffs“, die Ende März steigen.

Die wichtigsten Daten im Überblick:

 

1. Dezember 2018 bis 28. Februar 2019: VBL Open

15. Januar 2019 bis 15. März 2019: VBL Club Championship

22. März 2019 bis 24. März 2019: VBL Playoffs

10. Mai 2019 bis 12. Mai 2019: VBL Grand Final

Die meisten Begegnungen finden online statt. Zudem wird an jedem Spieltag wird eine Top-Partie als TV-Studioproduktion ausgetragen. Aus diesem Anlass treffen sich die Spieler dann auch vor Ort.

Der Titelverteidiger aus der der Virtual Bundesliga des letzten Jahres ist der FC-Basel-Spieler Tim Katnawatos („TheStrxngeR“), der im April das Finale im Deutschen Fußballmuseum Dortmund für sich entschied.

 

Wolfsburg und Schalke als Vorreiter

Bislang haben noch nicht alle Mannschaften der Bundesliga den Weg in die virtuelle Realität gefunden. Wolfsburg und Schalke sind im Bereich eSport derzeit die Musterschüler. Der VFL Wolfsburg ist bereits seit 2015 in der Szene vertreten. Die Wolfsburger haben aktuell drei FIFA-Profis unter Vertrag.

 

Der FC Schalke stellen mit Tim “Tim Latka” Schwartmann und Lukas “Idealz” Schmandt zwei FIFA-Profis. Die „Königsblauen“ zeichnen sich aber vor allem dadurch aus, dass sie als einziger Bundesligist auch ein „League of Legends“-Team unterhalten.

 

Mo Auba Werder

Neue eSport Star bei Werder Bremen “MoAubameyang” (Bildquelle: Flickr)

Erst im August dieses Jahres hat der Bundeligist Werder Bremen eine eigene eSport-Mannschaft gegründet und gleich für einen Paukenschlag gesorgt: die Hanseaten verpflichteten mit Mohammed “Mo_Aubameyang” Harkous einen der Superstars der Szene.

 

Der Branchenprimus Bayern München tut sich bislang mit dem Einstieg in die virtuelle Welt noch schwer, bisher gibt es keine konkreten Pläne für eine eigene FIFA-Mannschaft.

 

Auch bei Borussia Dortmund hat man in Sachen eSport bisher immer gemauert. Vorstandsvorsitzender Hans-Joachim Watzke gilt als überzeugter Gegner und schloss vor zwei Jahren noch jegliche Beteiligung in diesem Bereich aus.

 

Das abwehrende Verhalten der beiden größten deutschen Vereine spiegelt eine flächendeckende Skepsis gegenüber dem Phänomen des eSports in der deutschen Fußballlandschaft wider.

 

Vorbehalte aus der Welt des Fußballs

Mit der Einführung der Virtuellen Bundesliga macht die DFL einen großen Schritt auf die eSport-Szene zu. Diese Offenheit lässt man beim traditionell konservativ geprägten Deutschen Fußballbund (DFB) weiterhin vermissen. Erst kürzlich ließ der DFB-Präsident Reinhard Grindel verlauten:

 

„Kabinenschweiß riechst du nicht auf Facebook. Fußball auf Rasen ist durch nichts zu ersetzen.“

 

Fifa auf der Konsole sei höchstens als Ergänzung in Ordnung. Andere Spiele, wie das zurzeit beliebteste Videospiel der Welt Fortnite, seien vollkommen überflüssig. Grindels Einstellung zum Thema eSport zeigt, wie groß die Vorbehalte gegenüber der ständig wachsenden eSport-Community teilweise noch sind.

 

FIFA als Kassenschlager

Die Beliebtheit der FIFA-Serie ist nach wie vor ungebrochen. FIFA 18 wurde seit seinem Release im September 2017 bereits über zwei Millionen Mal verkauft und liegt somit auf Platz eins der meisterverkauften Spiele des letzten Jahres.

 

Die Verkaufszahlen von FIFA 19 hingegen liegen einen knappen Monat nach der Erscheinung noch etwas hinter den Erwartungen zurück. Experten vermuten allerdings einen „Fortnite-Effekt“, da die sechste Saison des populären Epic-Online-Spiels zeitgleich mit dem neuen FIFA-Spiel in den Verkauf gegangen ist.

 

Es gilt allerdings als sicher, dass FIFA 19 nach dem schleppenden Start spätestens in der Vorweihnachtszeit wieder zum Kassenschlager wird.