, April 19, 2019

Im Olympiapark von Rio de Janeiro startet heute die DreamHack 2019. Die renommierte eSports-Turnierserie bringt für zwei Tage einige der besten eSportler der Welt nach Brasilien, die um ein Preisgeld von mehr als 100.000 US-Dollar (ca. 89.000 Euro) konkurrieren werden.

 

Obwohl die DreamHack als längste und erfolgreichste eSports-Veranstaltungsreihe der Welt gilt, steht das Event in Rio nach neuesten Meldungen über das Ausfallen des Rainbow-Six-Turniers unter keinem guten Stern.

 

Wie der Veranstalter in einer Pressemitteilung bestätigte (Link auf Spanisch), müsse das Ereignis wegen Problemen mit der Location abgesagt werden. Es bleibe jedoch bei der Ausrichtung des Counter Strike: Global Offensive-Turniers und dem mit Spannung erwarteten League of Legends Showmatch zwischen den Teams Flamengo eSports und INTZ eSports.

 

Kritiker wollen dieser Erklärung weniger Glauben schenken. Sie vermuten finanzielles Missmanagement der brasilianischen Organisatoren hinter der Absage der Veranstaltung.

Was ist die DreamHack?

Die Dreamhack ist die älteste und größte eSports-Turnierserie der Welt. Sie wurde erstmals 1994 im schwedischen Jönköping ausgetragen und entstand als Computerfestival, bei dem Spieler im LAN-Modus gegeneinander antraten.

 

Während die Preispools der DreamHack-Veranstaltungen noch im Jahre 2002 bei weit unter 1.000 US-Dollar (ca. 890 Euro) lagen, liegen sie mittlerweile bei bis zu 100.000 US-Dollar (ca. 89.000 Euro).

 

Die DreamHack-Tour hat derzeit mehr als 20 Stopps weltweit, mit Austragungsorten wie Atlanta, London, Rio de Janeiro, Stockholm und Leipzig. Zu den namhaften Sponsoren der Veranstaltung gehören unter anderem der Laptop-Hersteller Lenovo und das Getränkeunternehmen Monster Energy.

Was steckt hinter der Absage des Rainbow-Six-Events?

 

Mit der Ausrichtung der DreamHack im Olympiapark von Rio de Janeiro verfolgte das Organisationskomittee das Ziel, möglichst viele Zuschauer live an den eSports-Turnieren teilnehmen zu lassen.

 

Wie das Sportnachrichtenportal ESPN mitteilte, sei nun womöglich ein Mangel an Sponsoren der Grund dafür, dass einzelne Events der Serie nicht stattfinden könnten. So wandten sich angeblich mehrere Lieferanten an ESPN Esports Brasil, um über eine mangelnde Kostendeckung zu klagen.

 

Auch sei hinter verschlossenen Türen schon länger über die Realisierbarkeit des ambitionierten Projekts gesprochen worden.

 

Für Fans des Spieles Rainbow-Six, eines der beliebtesten Videospiele in Brasilien, dürfte die Absage ähnlich schmerzhaft sein wie für die Teams, die sich im Vorfeld des Turniers für die Endrunde qualifizierten.

 

 

Darunter befanden sich bekannte Namen wie Team Liquid, FaZe Clan, Immortals und Black Dragons e-Sports. Von der Absage betroffen ist auch der Rainbow-Six-Damenwettbewerb, für den sich unter anderem Brazilian Crusaders e-Sports und Resilience e-Sports qualifiziert hatten.

 

Insgesamt sollte es allein bei den Rainbow-Six-Turnieren um ein Preisgeld von 50.000 Brasilianische Real (ca. 11.000 Euro) gehen.

 

Counter Strike soll den Tag retten

 

Mit Hochspannung wird unterdessen das Counter Strike: Global Offensive (CS:GO)-Turnier der DreamHack erwartet. Der Wettbewerb, für den ein Gesamtpreispool von 100.000 US-Dollar (ca. 89.000 Euro) bereitstehen wird, soll sowohl bei Twitch als auch im YouTube-Stream übertragen werden.

 

Nach dem Ausfall des Rainbow-Six-Turniers gilt CS:GO als Rettungsanker der diesjährigen DreamHack Rio de Janeiro. Für hochkarätige Action sollen Mannschaften wie eUnited und INTZ eSports garantieren.

 

Global läuft es besser

 

Chipotle Restaurant

Chipotle will in den eSports-Markt einsteigen. (Quelle: Wikipedia)

Während sich erst noch herausstellen muss, ob die DreamHack Rio trotz aller Umstände ein Erfolg werden wird, hat die Dachorganisation der eSport-Turnierserie letzte Woche allen Grund zum Feiern gehabt.

 

Erst am Freitag wurde bekannt, dass DreamHack ab sofort Partner der US-Fast-Food-Kette Chipotle sein wird. Laut dem Deal soll Werbung für Chipotle bei US-Turnieren in Atlanta, Chicago und Dallas gezeigt werden.

 

Im Gegenzug soll das Grillrestaurant die Spieler-Lounges bei eSports-Events mit Essen beliefern, sowie eine Chipotle Challenger Series unterstützen, bei der Amateure im Rahmen von DreamHack-Veranstaltungen ihre Fähigkeiten unter Beweis stellen können.

 

Chipotle erhofft sich, wie auch andere große Unternehmen, vom wachsenden eSports-Markt und seiner Community profitieren zu können, wie Chipotle-Marketing-Chef Chris Brandt sagte:

„Unsere Partnerschaft mit DreamHack erlaubt Chipotle noch mehr in die eSports-Gemeinschaft hineinzuwachsen. Das Sponsoring gibt uns die Möglichkeit, direkt mit neuen und alten Chipotle-Kunden in Kontakt zu kommen.“

Bleibt zu hoffen, dass potente Sponsoren in Zukunft auch DreamHack-Events in Südamerika mehr Beachtung schenken. Dann könnten Absagen wie die in Rio de Janeiro vielleicht bald der Vergangenheit angehören.