, April 12, 2019

Am Samstag startet in London der weltweit erste FIFA eNations Cup. Das eSports-Fußballturnier wird unter Beteiligung von 20 Teams aus sechs internationalen Verbänden stattfinden und soll an zwei Spieltagen ausgetragen werden.

 

Für das DFB-Team daddeln die Pro-Gamer Michael „MegaBit“ Bittner (20) und Mohammed „MoAuba“ Harkous (22) um den Titel und ein Gesamtpreisgeld von 100.000 US-Dollar (Ca. 89.000 Euro), von denen 40.000 US-Dollar (ca. 35.000 Euro) an das siegreiche Duo ausgezahlt werden.

Das Turnierformat des FIFA eNations Cup

Der FIFA eNations Cup (Link auf Englisch) wird vom 15. April bis zum 16. April 2019 in London ausgetragen. Jede Mannschaft wird aus zwei Spielern sowie zwei Ersatzspielern, die im Vorfeld vom jeweiligen Landesverband nominiert wurden, bestehen.

 

In der Gruppenphase treten zwanzig Teams in vier Gruppen gegeneinander an. Jede Partie wird aus drei Runden bestehen. Die erste Runde wird Eins-gegen-Eins auf der Playstation absolviert, die zweite Runde auf der Xbox. In der dritten Runde treffen die Kontrahenten schließlich im Zwei-gegen-Zwei-Modus aufeinander. Für den Sieg erhält eine Mannschaft drei Punkte, für ein Unentschieden einen Punkt und null Punkte werden im Falle einer Niederlage vergeben.

 

In der K.O.-Runde, die aus Viertelfinale, Halbfinale und Finale bestehen wird, werden an jeder Konsole zwei Eins-gegen-Eins-Matches gespielt. Sollte es zum Gleichstand kommen, soll ein weiteres Zwei-gegen-Zwei die Entscheidung herbeiführen.

Die zwei Konsolen-Fußballer kommen von der eSports-Vereinsmannschaft des SV Werder Bremen und waren maßgeblich am Gewinn der ersten Meisterschaft der Virtual Bundesliga in diesem Jahr beteiligt.

 

Das eingespielte Team muss in der Gruppe C gegen die Mannschaften aus Norwegen, Schweden, Argentinien und Brasilien antreten.

 

Mit Vorbereitung zum Erfolg

 

Obwohl sich in den letzten Jahren immer wieder Diskussionen darum rankten, ob eSports überhaupt als Sport klassifiziert werden könnte, fand bei den Verantwortlichen des DFB nun scheinbar ein Umdenken statt.

 

Gamer am PC

Beim FIFA eNations Cup treten die besten Gamer an. (Quelle: Pexel)

Mit der Gründung einer eigenen eSports-Nationalmannschaft und der Nominierung von 20 Spielern honoriert der DFB die guten Leistungen der deutschen Gamer, die regelmäßig Spitzenplätze in der FIFA-Weltrangliste belegen. Ein Grund mehr, der eNationalmannschaft auch für das Turnier am Wochenende Siegchancen in Aussicht zu stellen.

 

Damit sich die Einzelerfolge allerdings auch im Team-Format realisieren, muss das Duo unter Leitung von Bundestrainer Benedikt „SaLz0r“ Saltzer etwas mehr zeigen als beim FIFA 19 – FUT Champions Cup, wo man trotz guter Leistungen bereits im Achtelfinale ausschied.

 

Um sich perfekt vorzubereiten, absolvierten Michael „MegaBit“ Bittner und Mohammed „MoAuba“ Harkous daher noch ein kurzfristig anberaumtes Bootcamp in der DFB-Zentrale. Das intensive Trainingslager sei sogar mit dem realen Sport vergleichbar gewesen, wie „MoAuba“ dem DFB-News-Team sagte:

„Ja, das kann man definitiv mit dem Profifußball vergleichen. Das sind die wichtigsten Tage vor einem Turnier. Wir sind hier beieinander und haben auch andere eFootball-Profis zur Unterstützung dabei. Wir zocken nicht nur gegeneinander, sondern probieren aus und analysieren viel: Was ist effektiv und was nicht? Ich selbst mache das in der Regel vor jedem großen Turnier, und das ist bis jetzt immer sehr erfolgreich gewesen.“

Besonders wolle man sich auf die Zwei-gegen-Zwei-Matches vorbereiten, die derzeit noch ein neues Format seien und viel „Feintuning“ und „Abstimmung“ benötigten.

 

Das sind die härtesten Gegner der Deutschen

 

Auch wenn sich die Deutschen beim FIFA eNations Cup selbst eine Favoritenstellung zuweisen, gibt es Mannschaften, die es dem DFB-Team nicht leicht machen dürften. Dazu zählen insbesondere England und Saudi-Arabien.

 

England, das mit den Spielern Donovan „F2Tekkz“ Hunt und Tom „FUTWIZ_TOM“ Leese an den Start geht, ist in den Augen der Buchmacher mit einer Quote von 3.0 der Topfavorit auf den Titel. Kein Wunder, schließlich steht „F2Tekkz“ in der FIFA-Xbox-Weltrangliste aktuell auf Platz 1 und hat mehr als doppelt so viele Punkte wie der Zweitplatzierte aus Saudi-Arabien.

 

Für die Saudis, die den Weltranglisten-Zweiten „Rogue MSdossary“ im Aufgebot haben, wird derzeit eine Siegquote von 5.50 aufgerufen.

 

Mit einer Siegquote von 7.0 werden die Deutschen zwar als kleiner Außenseiter gehandelt, können mit einer guten Tagesform aber dennoch die Besten der Welt schlagen.