, 25.01.2018

Zuschauer ESL One Genting-Turnier

Zuschauer bei der ESL One Genting 2017 (Bild: Red Bull)

eSports erfreut sich insbesondere beim jüngeren Publikum weltweit wachsender Beliebtheit. Das ist auch Facebook bekannt, weshalb der Social Media-Gigant aus dem Silicon Valley künftig eSports im Live-Stream übertragen wird. Damit löst Facebook die bisherigen Streaming-Partner Twitch & Youtube als Sender ab. Die Partnerschaft kommt nicht ganz überraschend, denn bereits im vergangenen Jahr hatte Facebook einzelne Highlights aus den ESL-Turnieren auf seinen Seiten gezeigt.

 

Für Facebook ist dies ein durchaus sinnvoller Schritt. Schon langer versucht der Konzern, seine Nutzer mit interessanten Zusatzangeboten länger auf seinen Seiten zu halten. Angesichts der immer größeren Popularität von Bewegtbildinhalten passt Streaming von Events dieser Art ideal in diese Strategie.

 

So hat Facebook in den letzten zwei Jahren große Anstrengungen unternommen, um die nötige Infrastruktur für Video-Streams in hoher Qualität zu schaffen. Mit der Einführung der Video-Plattform Facebook Watch ist es nun möglich, Streams mit 1080p und 60 Bildern pro Sekunde zu senden. Bei der Plattform denkt Facebook auch an die Zukunft, denn sie unterstützt digitale Präsentationsformen wie beispielsweise Virtual Reality-Brillen.

 

ESL-eSports über Facebook für viele Millionen Zuschauer zugänglich machen

Beobachter halten es für möglich, dass dies ein Grund für den Schwung weg von Youtube und Twitch hin zu Facebook war. Besonders die äußerst realitätsnahen Effekte, die mit VR möglich sind, könnten demnach für Zuschauer eine ganz neue Erfahrung bringen. Nicht zuletzt dank seiner Entwicklungen rund um die Oculus Rift-Brille verfügt Facebook beim Thema Augmented und Virtual Reality über ein hohes Know-how.

 

Für die ESL ist dies ein stimmiger Schritt, da sie angesichts der über einer Milliarde aktiven Facebook-Nutzer ihre eSports-Zuschauerschar weiter steigern kann. Die Organisatoren der ESL versprechen sich dadurch noch attraktivere Formate für ihre technikaffinen Fans.

 

Die Liga weiß, dass sie mit dem Konzern einen Partner hat, der auch kommenden Innovationen bei der Übertragungstechnik offen gegenüberstehen und diese schnellstmöglich einsetzen wird, sobald sie marktreif sind. Leo Olebe, ESL-Verantwortlicher für die Kooperation mit Facebook:

 

“ESL arbeitet mit Facebook bereits seit Jahren erfolgreich darin zusammen, unsere Zuschauer mit spannenden Inhalten zu versorgen. So erreichen wir weltweit Millionen von Fans mit unseren eSports-Turnieren. Die Möglichkeit, mit CS:GO und Dota 2 zwei von ESL’s populärsten Events exklusiv bei Facebook streamen zu können, ist ein weiterer Schritt zur optimalen Versorgung unserer treuen eSports-Community bei Facebook.”

 

Eine Bedingung zur Einigung war, dass die Streams nicht nur Facebook-Mitgliedern exklusiv vorbehalten sind. Deshalb ist kein Facebook-Account nötig, um die Events im Stream zu sehen. Facebook hat hierfür eine eigene ESL-One-Seite eingerichtet, auf der das gesamte Programm abrufbereit ist.

 

ESL One-Logo

Logo der ESL One (Bild: ESL One)

Obwohl die Seite erst vor kurzer Zeit online gestellt wurde, hat sie bereits eine halbe Millionen Abonnenten und Fans. Auch die Abrufe einzelner Videos gehen bereits nach kurzer Zeit schon in die Hundertausende. Man kann davon ausgehen, dass sich die Zahl der Follower und Besucher in den nächsten Monaten exponentiell vergrößern wird.

 

Dota 2 und Counter Strike-Events im Live-Stream

Da Südamerika ein wichtiger Markt für ESL ist, werden die Streams neben Englisch auch auf Portugiesisch übertragen. Eine Ausweitung auf weitere Sprachen ist nicht ausgeschlossen. Die Kooperation startet sofort, denn aktuell wird bereits das vom 23. bis 28. Januar in Malaysia stattfindende ESL One Genting 2018 gecovert. Folgen wird die Season 7 der Pro League am 13. Februar. Interessant für Fans von Dota2 und Counter-Strike: Es ist geplant, eine wöchentliche Show mit diversen Events zu präsentieren.

 

Doch die Freude über die Kooperation ist nicht ungetrübt. So reagierten Teile der eSports-Fangemeinde mit Besorgnis auf die Neuigkeit. Viele verstehen den Wechsel nicht, denn die Performance der Streams auf YouTube war äußerst gut. Deshalb wird der Einstieg Facebook nicht von allen als Fortschritt gesehen.