Sonntag, 02. Oktober 2022

Finnland schränkt Online-Glücksspiel während der Corona-Pandemie ein

Das finnische Innenministerium hat beschlossen, das Online-Glücksspiel im Land aufgrund der Corona-Pandemie vorübergehend einzuschränken.

Dies hat der staatliche Glücksspiel-Anbieter Veikkaus Oy am Dienstag auf seiner Webseite bekannt gegeben [Seite auf Finnisch].

Erhöhte Suchtgefahr während des Ausnahmezustands

Finnland schließt sich damit einer Reihe anderer Staaten an, die das Online-Glücksspiel aufgrund der erhöhten Suchtgefahr während der Krise beschränkt haben, darunter Großbritannien, Spanien, Portugal, Belgien und Schweden.

Das Ziel der Maßnahmen sei die verbesserte Vorbeugung und Reduzierung finanzieller, sozialer und gesundheitlicher Schäden durch Glücksspiele während der Pandemie, so Finnlands Innenministerin Maria Ohisalo:

Während der Coronavirus-Epidemie verbringen die meisten Menschen mehr Zeit zu Hause als gewöhnlich, was das Risiko des exzessiven Online-Glücksspiels erhöhen kann. Gleichzeitig befinden sich viele ohnehin in einer schwierigen finanziellen Situation. Mit der Verordnung werden wir die zunehmenden Schäden durch das Online-Glücksspiel während dieser Ausnahmesituation eindämmen.

Obergrenzen für Verluste

Die neue Verordnung sehe vor, Obergrenzen für monatliche Verlustbeträge festzulegen. Diese hätten bisher bei 2.000 Euro gelegen und sollten nun vorübergehend auf 500 Euro reduziert werden. Die Tagesgrenze soll von 1.000 Euro auf 500 Euro verringert werden.

Die Einschränkungen sollen für Spiele des staatlichen Glücksspiel-Monopolisten Veikkaus Oy gelten. Im Fokus ständen Online-Slots, Online-Bingo, Sofortgewinnspiele und Tischspiele. Ausgenommen von den Regelungen seien Pokerspiele.

Ebenfalls von den Maßnahmen betroffen seien die Lotto-Ziehungen des Landes. Diese seien vorübergehend ausgesetzt worden. Lose sollen hingegen weiterverkauft werden.

Sinkende Lotterie-Beteiligung sowie die Schließung aller landbasierten Casinos, Spielhallen und Spielautomaten im Land seit dem 13. März haben seit Beginn der Pandemie in Finnland zu Umsatzeinbußen von rund 40 % (ca. 60 Millionen Euro) geführt.

Veikkaus Oy hatte daher Mitte April angekündigt, die Mehrheit seiner Verkaufsmitarbeiter vorübergehend entlassen zu müssen. Davon betroffen seien bis zu 675 Angestellte für einen Zeitraum von voraussichtlich 90 Tagen.

Dass Kunden aus dem landbasiertem Glücksspiel nun zu Online-Angeboten abwanderten, sei angesichts der relativ geringen Zunahme von ca. 1,5 Millionen Euro nicht beobachtet worden, so der Anbieter.

Die neuen Regeln sollen am 1. Mai in Kraft treten und bis zum 30. September gelten. Veikkaus‘ Direktor für rechtliche und soziale Verantwortlichkeit, Pekka Ilmivalta, habe bestätigt, alle technischen Änderungen veranlasst zu haben, um die Anordnung des Ministeriums pünktlich umsetzen zu können.