, 14.11.2019

Das neugründete britische Betting and Gaming Council (BGC) plant die Einführung einer neuen Technologie, die den Spielerschutz von Glücksspielern an Wettterminals (FOBTs) verbessern soll. Am Mittwoch meldete der Branchenverband, dass die FOBTs damit problematisches Spielverhalten erkennen und Spielpausen erzwingen würden.

 

Zwangspausen an FOBT-Automaten

 

Bei dem vom BGC angekündigten System, dem Anonymous Player Awareness System (APAS), handelt es sich um einen Echtzeitalgorithmus, der in FOBT-Automaten integriert werden und hier das Spielerverhalten analysieren könne.

Das neue Betting and Gaming Council [Seite auf Englisch] ist am 6. November an den Start gegangen und vertritt als Industrieverband rund 90 Prozent der britischen Glücksspielunternehmen. Es ersetzt die Remote Gambling Association (RGA) und die Association of British Bookmakers (ABB) und kündigte als eine der ersten Maßnahmen an, einen neuen Verhaltenskodex für die Glücksspielbranche erarbeiten und neue Standards zum Spielerschutz einführen zu wollen.

Bei Hinweisen auf ein problematisches Spielverhalten werde durch die neue Technik eine Warnmeldung auf dem Bildschirm angezeigt und es werde eine Spielunterbrechung erzwungen. Zugleich sollen die Mitarbeiter der Wettbüros alarmiert werden, die dann interagieren könnten.

 

Die erzwungenen Spielpausen für Spieler, die Anzeichen eines problematischen Spielverhaltens zeigten, seien eine Ergänzung der bereits vorhandenen Tools. Zu diesen zählten zum Beispiel die Höchsteinsätze an den FOBTs.

 

Höhere Standards für die Glücksspielbranche

 

Die Einführung des APAS sei laut BGC eine der Maßnahmen, mit denen man das Vertrauen der Öffentlichkeit in die Glücksspielbranche und speziell in die viel kritisierten FOBTs wiederherstellen wolle. Sie sei Teil des in der vergangenen Woche angekündigten Safer Gambling Commitment. Hierbei handelt es sich um ein Maßnahmenpaket, das unter anderem 10 Mio. Pfund-Sterling für ein nationales Bildungsprogramm zum Spielerschutz bereitstellt.

 

Der vorläufige Vorsitzende des BGC, Wes Himes, sagte:

„Ich sehe dies als eine Gelegenheit, die höchsten Standards zu verfechten und gemeinsam die besten Praktiken für sicheres Wetten und Spielen zu nutzen und wir hoffen, diese neuen Maßnahmen sind ein Zeichen der Absicht. Ich bin überzeugt, dass dieser Ansatz helfen kann, das öffentliche Vertrauen zurückzugewinnen und ich freue mich darauf, an der Entwicklung weiterer Initiativen für ein sicheres Wetten und Spielen in unserer Branche zu arbeiten.“

Auch Brigid Simmonds, die Vorsitzende des BGC betonte, dass die neue Technologie das sichere Spielen fördern solle und es Ziel des Industrieverbandes sei, die Standards beim Glücksspiel anzuheben. Ob dies allerdings genügt, um die öffentliche Wahrnehmung der Glücksspielbranche positiv zu beeinflussen, bleibt abzuwarten.

 

Einsatzlimits für Online Slots gefordert

 

William Hill Wettbüro

Der Buchmacher William Hill hatte nach der Reduzierung der Maximaleinsätze an den FOBTs hohe Verluste gemeldet. (Bild: Flickr/Mickey)

Erst Anfang des Monats forderte die parteiübergreifende Gruppierung Gambling Related Harm All-Party Parliamentary Group (APPG) in einer Studie, die gleichen Einsatzlimits für Online Slots einzuführen, wie sie für FOBTs gelten.

 

In ihrem Bericht kritisierte die APPG, die rechtlichen Bestimmungen für das Online Glücksspiel seien nicht ausreichend und eine Gleichbehandlung des Offline und des Online Glücksspiels sei erforderlich.

 

Mit Wirkung ab April 2019 war das Maximallimit für FOBT-Automaten von 100 Pfund Sterling auf 2 Pfund Sterling gesenkt worden. Buchmacher wie William Hill und Betfred meldeten seitdem massive Umsatzeinbrüche.

 

Die britische Gambling Commission (UKGC) wies die Kritik zurück und betonte, dass der Spielerschutz kontinuierlich verbessert werde. Da die APPG bereits an der Einführung des Einsatzlimits an den FOBTs beteiligt war und die Initiative sowohl von Tory- als auch von Labour-Abgeordneten unterstützt wurde, wird von der Branche jedoch befürchtet, die Forderungen könnten schärfere Regulierungen des Online Glücksspiels nach sich ziehen.

 

Spielpausen als Spielerschutz-Maßnahme in Deutschland

 

Spielpausen gehören auch in Deutschland zu den Bedingungen, die Spielautomaten in Spielhallen erfüllen müssen. So muss nach einer Stunde Spielbetrieb eine Pause von fünf Minuten eingelegt werden.

 

Zudem ist es seit November 2018 nach der TR 5.0 Spielverordnung vorgeschrieben, dass die Automaten nach drei Stunden Spiel 15 Minuten pausieren müssen. Danach werden sie automatisch zurückgesetzt (Nullstellung) und die Geldspeicher werden geleert.

 

Technisch werden Spielpausen allerdings nicht immer einwandfrei umgesetzt. So melden Spieler, dass es Automaten gebe, die in die Spielpause gingen, ohne dass sie bespielt wurden. Dementsprechend bleibt abzuwarten, wie die Umsetzung in Großbritannien funktioniert und ob sie Einfluss auf politische Entscheidungen haben wird.

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