, 24.01.2019

Heute erschien die 22. Ausgabe der Deloitte Football Money League Studie über die jährlichen Einkünfte aller Profifußballclubs der Welt. Verglichen werden darin die Gesamtumsätze der Clubs, basierend auf allen Einnahmen, die an den Spieltagen im Stadion, durch TV-Übertragungen und durch Kommerzielles erzielt werden.

 

Wie auch in vergangenen Jahren besteht die Top 30 dabei wieder fast ausschließlich aus den Clubs der europäischen „Big Five“ Ligen, doch gab es durchaus einige überraschende Zunahmen, Abstiege und Neuzugänge.

 

Die Spanier wieder ganz oben

Das internationale Wirtschaftsprüfungsunternehmen Deloitte überprüft und analysiert jedes Jahr als unabhängiges Institut die Einkünfte, die von den verschiedenen Fußballligen der Welt und ihren Clubs generiert werden. Der aktuelle Bericht [in englischer Sprache] bezieht sich auf die Fußballsaison 2017/18.

 

Verglichen wird dabei konkret, wie viel Geld durch Ticketverkäufe, Übertragungsrechte, Sponsoring, Sportwetten, Vermarktung und sonstige kommerzielle Quellen in die Clubkassen fließt. Etwaige Vereinsschulden und Ausgaben werden in die Rechnungen nicht mit einbezogen.

 

Mit großem Abstand an der Spitze der Liste steht erstmals erneut seit 2014/15 der spanische Erstligist Real Madrid. Dieser verzeichnete dabei Rekordeinnahmen von mehr als 750 Mio. Euro. Insgesamt steht der Club damit das zwölfte Mal ganz oben auf der Deloitte Tabelle

 

Mit stolzen 690,4 Mio. Euro und somit einem Abstand von 60 Mio. folgt auf Position zwei der FC Barcelona, derzeit Tabellenführer in der spanischen La Liga und mit 46 Punkten in deutlicher Führung gegenüber Real Madrid (Platz 3 mit 36 Punkten).

 

Die beiden Top Verdiener lassen ihre heimische Konkurrenz damit weit hinter sich und in die Top 30 haben es aus Spanien sonst nur Atlético Madrid (Platz 13 mit 304,3 Mio) und Sevilla (Platz 27 mit 165,2 Mio) geschafft. Dennoch ist dies für Spanien insgesamt ein Rekord, denn nie zuvor befanden sich vier La Liga Teams in der Top 30.

 

Das Unternehmen vermutet, dass Spanien künftig mehr und mehr die Tabelle dominieren wird. Begründet sei dies in verbesserten heimischen und internationalen Übertragungsrechten sowie in der Tatsache, dass vier der spanischen Teams in der Champions League 2018/19 spielten (nur drei davon haben es jedoch ins Achtelfinale geschafft).

 

Football Money League Tabelle 2917/18

Tabellenplätze 1 bis 20 (Bild: CasinoOnline)

 

Von den französischen Teams hat es das sechste Jahr in Folge wieder nur der Top Verein Paris Saint-Germain in die Top 20 geschafft. Die großen Erfolge des Clubs werden dabei vor allem seinen berühmten Neuzugängen Neymar und Kylian Mbappé zugeschrieben, die maßgeblich zum fünften Tabellensieg der Ligue 1 in Folge beigetragen haben.

 

Paris sei damit das Musterbeispiel, wie durch den gezielten Kauf einiger Starspieler und deren anschließende Vermarktung riesige Einkünfte erzielt werden könnten. Laut Deloitte behielten immer mehr Vereine genau dieses Potential im Auge.

 

Premier League dominiert die Liste

Fast die Hälfte der in der Top 20 aufgeführten Teams kommen aus der englischen Premier League. Betrachtet man die gesamte Top 30, kommen die Briten auf 13 Mannschaften. Im Vergleich zum Vorjahr ist dies dennoch ein deutlicher Rückgang, denn dort waren ganz 17 Premier League Clubs unter den reichsten Top 30.

 

Mit Tottenham, in diesem Jahr erstmals in der Top 10 der Liste, sind aber insgesamt ganze sechs Premier League Club allein unter den besten zehn. Italiens Top Club Juventus Turin fiel wegen Tottenham auf Platz 11.

 

Manchester United hingegen ist relativ rasant auf Platz drei heruntergeklettert und hat nicht nur deutlich weniger Einnahmen erzielt als die spanischen Spitzenteams, sondern auch im Eigenvergleich zu den beiden Vorjahren 23 Mio. Euro weniger eingenommen.

 

Über den mit Abstand beeindruckendsten Anstieg der Gesamteinnahmen kann sich wiederum der FC Liverpool freuen. So sind die Einnahmen des Clubs um 90,5 Mio. auf 513,7 Mio. Euro angestiegen. Begründet ist dies zum einen in der erfolgreichen Teilnahme in der Champions League, sowie zum anderen an den riesigen Summen, die über Übertragungsrechte in die Kassen Flossen (251,3 Mio. €).

 

Vorteile dank Champions und Europa League

Generell analysierte Deloitte, dass die internationalen Ligen der UEFA maßgeblich zu den Einnahmen der Vereine beisteuerten. Die Teams, die es in die UEFA Champions League oder die UEFA Europa League schafften, hätten deutliche finanzielle Vorteile gegenüber ihrer heimischen Ligakonkurrenz.

 

Aus Großbritannien profitierten daher besonders Liverpool, Chelsea, Tottenham, und Everton finanziell von den UEFA Ligen. Andere Teams, die aus ebendiesen Ligen hohe Einkünfte erzielten, seien insbesondere Italiens AS Roma und AC Milan. Für das nächste Jahr erwartet Deloitte für die Teams noch größere Gewinne durch UEFA Spiele.

 

Das könnte sich dann auch besonders gut auf die deutschen Teams auswirken. Derzeit stehen im Achtelfinale der Champions League der FC Bayern München, Borussia Dortmund und der FC Schalke 04. Für Bayern und Schalke sind im Vergleich zum Vorjahr die Einnahmen jeweils um mehrere Millionen gestiegen, doch bei Dortmund ist das Gegenteil der Fall.

 

In der Europa League Runde der letzten 32 hingegen kämpft in Kürze auch Bundesligist Bayer Leverkusen, der es in diesem Jahr noch nicht unter die Top 30 Verdiener schaffte. Sollte der Club allerdings mit größeren Erfolgen in Bundesliga und Europa League glänzen, könnte es im nächsten Jahr besser aussehen.

 

Jedes Jahr steigende Gesamteinnahmen

Ein sofort auffallender Trend ist jedoch, dass in jedem Jahr die Gesamteinnahmen aller Clubs zusammengerechnet sehr steil ansteigen. Erwirtschafteten die Clubs in der Saison 1996/97 „nur“ 1,2 Milliarden Euro, sind es laut dem aktuellen Bericht mit 8,3 Milliarden Euro fast 700 % mehr.

 

Der größte Teil der Einnahmen wird allein durch die Übertragungsrechte erzielt (43 %), verglichen mit 40 % durch alles Kommerzielle und nur 17 % durch die Einnahmen vor Ort an Spieltagen.

 

Interessant dabei ist, dass die Top 6 der Spitzenverdiener die Mehrheit ihrer Einnahmen durch den Bereich „Kommerzielles“ erwirtschaften, während die restlichen Platzierungen vor allem durch Übertragungsrechte an große Geldsummen kommen.

 

Die Erträge durch Ticketverkäufe und sonstige Stadioneinnahmen machen dabei bei allen Teams nur durchschnittlich zwischen 10 und 20 % der Gesamteinnahmen aus. Diese Zahlen sind sogar leicht rückläufig, was vielerlei Ursachen haben könnte, darunter weniger Stadionbesuche wegen steigender Ticketpreise sowie größere Summen an Werbe- und Sponsorengeldern.

 

Insgesamt erwartet Deloitte auch für das folgende Jahr steigende Gesamteinnahmen, doch welche Teams dabei im Detail profitieren und welche einen Rückgang der Einnahmen verzeichnen, lässt sich derzeit noch nicht einschätzen.

 

Überraschungen in der Top 30

Einige Überraschungen gibt es dennoch jedes Jahr. Für die Saison 2017/18 schafften es einige Teams erstmals unerwartet in die Top 30. Darunter auf Platz 29 der Premier League Club Brighton & Hove Albion mit 157,4 Mio. € Einnahmen und Portugals S.L Benfica auf Platz 30 mit 150,7 Mio € Einnahmen.

 

Aus der türkischen Süper Lig hat es in diesem Jahr der Verein Istanbul Beşiktaş in die Top 30 geschafft, und zwar mit 165,7 Mio. € auf Platz 26. Ein letztes Team, welches nicht aus den Big Five Ligen Europas stammt, ist der FC Zenit Saint Petersburg, der mit 167,8 Mio. € sogar auf Platz 25 liegt.

 

Football Money League Tabelle 2017/18

Tabellenplätze 21 bis 30 (Bild: CasinoOnline)

 

Bereits jetzt sammelt die Deloitte wieder fleißig Daten, damit in einem Jahr erneut Bilanz gezogen werden kann. Welche Teams können ihre Einnahmen steigern, welche werden Verluste machen? Im Fußball gibt es keine Garantien und genau deshalb bleibt der Sport auf allen Ebenen spannend.

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