, 16.11.2019

An diesem Wochenende findet in der brasilianischen Metropole São Paulo der Formel-1-Grand Prix von Brasilien statt.

 

Sebastian Vettel nach einem Sieg

Sebastian Vettel kann Schuhmachers Rekord einstellen. (Sebastian Vettel by Morio, licensed under CC BY-SA 4.0)

Obwohl Lewis Hamilton bereits als neuer Formel-1-Weltmeister 2019 feststeht, könnte das Rennen für den deutschen Ferrari-Piloten Sebastian Vettel von besonderer Bedeutung sein.

 

Der vierfache Weltmeister bestreitet auf der Rennstrecke im Autódromo José Carlos Pace sein 100. Rennen für die Scuderia Ferrari und will vor dem Auslaufen seines Vertrages, eine historische Bestleistung erreichen.

 

Mit einem weiteren Sieg in „Interlagos“ hätte der 32-Jährige den Grand Prix von Brasilien bereits zum vierten Mal gewonnen und damit den bisherigen Rekord seines Landsmannes Michael Schumacher eingestellt.

 

Der siebenmalige Formel-1-Champion setzte die Bestmarke im Jahre 2002.

Alle wichtigen Fakten zum Großen Preis von Brasilien

  • Die Rennstrecke im Autódromo José Carlos Pace ist mit 4,309 Kilometern der drittkürzeste Saison-Parcours hinter den Strecken in Mexiko und Monaco.
  • Die Strecke ist für ihre besonders schnellen Rundenzeiten bekannt. Nur beim Grand Prix von Österreich wurden schnellere Zeiten gefahren. Den Rundenrekord stellte Lewis Hamilton (1:07,281 Minuten) im Jahre 2018 auf.
  • Sollte der finnische Alfa Romeo-Pilot Kimi Räikkönen wie geplant beim Rennen starten, wäre es sein 311. Formel-1-Grand-Prix. Im Ranking für die meisten Rennstarts läge er damit knapp hinter dem Brasilianer Rubens Barrichello (326 Starts) auf Platz 2.

Welche Faktoren könnten Vettels Leistung beeinflussen?

 

Obgleich es im vorletzten Formel-1-Rennen der Saison 2019 nicht länger um den Weltmeistertitel in der Fahrer- und Konstrukteurswertung geht, dient das Rennwochenende bei Ferrari dazu, das letzte Jahr zu reflektieren und bereits jetzt Verbesserungen einzuführen.

 

Derzeit kämpft das Team mit Motorproblemen und einem unruhigen Fahrverhalten des SF90.

 

Schon Tage vor dem Rennen in Brasilien brachte Ferrari-Rennchef Mattia Binotto seine vielen Sorgen über die Verlässlichkeit des Wagens und die Ausrichtung des Teams in einem Interview mit dem Magazin Focus zum Ausdruck:

 „Wenn man nur ein Problem hat, kann man sich darum kümmern. Der Fakt, dass wir verschiedene Probleme haben, zeigt, dass unser gesamter Prozess bei der Zuverlässigkeit nicht stark genug ist.“

Ferner sei die „gesamte Philosophie“ des Teams verbesserungswürdig.

 

Binotto könnte mit seinen Aussagen nicht nur die Designfehler des Autos, sondern die angeschlagene Beziehung zwischen den Fahrern Charles Leclerc und Sebastian Vettel gemeint haben. Die Team-Kollegen haben in dieser Saison eine unproduktive Auseinandersetzung über die Führung im Rennstall ausgetragen und damit bei ihren Vorgesetzten für Unmut gesorgt.

 

Diese vielschichtigen Probleme muss Sebastian Vettel beim Grand Prix von Brasilien überwinden, will er im 100. Rennen für Ferrari erfolgreich sein. Viel Anlass zum Optimismus geben die Buchmacher allerdings nicht. Mit einer Wettquote von 7,00 ist der Heppenheimer aktuell einer der Außenseiter im Feld.

 

Für diese Fahrer stehen die Wettquoten besser

 

Wesentlich bessere Aussichten auf einen Sieg haben die Fahrer des Rennstalls Mercedes-Benz. In den letzten fünf Jahren konnten die Silberpfeile in Brasilien viermal gewinnen und eine dominierende Rolle einnehmen.

 

Einziger Wermutstropfen könnte in diesem Jahr die Abwesenheit von Team-Chef Toto Wolff sein. Der Österreicher ist das erste Mal seit 2013 nicht bei einem Rennen seiner Mannschaft anwesend und will die Zeit für wichtige Termine in Europa nutzen.

 

In den Augen der Buchmacher trägt Wolffs Anwesenheit bei diesem Saisonrennen aber ohnehin nicht maßgeblich zur Performance bei. Mit Wettquoten zwischen 2,50 und 2,75 ist der Mercedes-Pilot Lewis Hamilton derzeit der Top-Kandidat auf einen Sieg. Mit einer Quote von 5,00 liegt auch sein Team-Kollege Valtteri Bottas aussichtsreich im Rennen.

 

Sebastian Vettel muss also alles geben, will er Schuhmachers Rekord einstellen und sich womöglich selbst mit einem würdigen Vertragsende bei Ferrari belohnen.