, 28.09.2019

Morgen startet in der russischen Schwarzmeer-Metropole Sotschi der 6. Formel-1-Grand Prix von Russland. Das 16. Formel-1-Rennen der Saison 2019 wird mit großer Spannung erwartet.

 

Die Spitze des Mercedes Rennwagens

Wird der “Silberpfeil” das Rennen machen? (Quelle: Pixabay)

Nachdem die Scuderia Ferrari zuletzt drei Siege in Folge eingefahren hat, bleibt die Frage, ob das Team um Sebastian Vettel (32) und Charles Leclerc (21) auch am Sonntag das schnellste Auto haben wird.

 

Die Buchmacher erwarten ein enges Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen den Rennställen Ferrari und Mercedes.

 

In den Augen der Quotenmacher hat nach dem gestrigen freien Training Charles Leclerc die besten Aussichten, an die Spitze des Feldes zu fahren. Aufgrund der angeheizten Stimmung im Fahrerlager dürfte es allerdings kein komfortables Rennen werden.

Alle wichtigen Fakten zum Formel-1-Grand Prix von Russland

Der Große Preis von Russland hat das erste Mal im Jahre 1913 stattgefunden, ist allerdings erst seit 2014 Teil des offiziellen Formel-1-Rennkalenders.

 

Die 5,853 Kilometer lange Rennstrecke, die sich im Olympia Park von Sotschi befindet, ist eine von acht Formel-1-Rennbahnen, die von dem deutschen Architekten Hermann Tilke entworfen wurden.

 

Erster Formel-1-Sieger im „Sotchi Autodrom“ war der britische Formel-1-Pilot Lewis Hamilton (34), der mit drei Karrieresiegen den Titelrekord auf der Strecke hält. Den Rundenzeitrekord hat Hamiltons Mercedes-Team-Kollege Valtteri Bottas (30) aus Finnland aufgestellt. Einziger deutscher Sieger war im Jahre 2016 Nico Rossberg (34).

 

Bisher haben ausschließlich Mercedes-Fahrer beim Grand Prix von Russland gesiegt.

Bremst sich Ferrari selbst aus?

 

Obgleich die Ferrari-Piloten Charles Leclerc und Sebastian Vettel hervorragende Leistungen gezeigt haben, wäre ein vierter Ferrari-Sieg in Folge eine kleine Sensation. Bislang hat in Sotschi noch nie ein rotgefärbter PS-Bolide als Erster die Ziellinie überquert.

 

Überdies scheint sich die Stimmung der Team-Kollegen seit dem letzten Rennen in Singapur merklich einzutrüben. Der Monegasse Leclerc lag beim Grand Prix von Singapur auf Siegkurs, wurde jedoch aufgrund einer strategischen Entscheidung erst nach Vettel zum Boxenstopp geordert.

 

 

Das Resultat: Sebastian Vettel gewann das Rennen, Charles Leclerc musste sich mit Platz 2 begnügen.

 

Der 21-Jährige, der zuvor Siege in Monza und in Spa einfuhr, gab sich enttäuscht und verlangte eine Erklärung von seinem Team. Vettel hingegen trat gegen den Newcomer nach. Wie web.de berichtet, sagte der viermalige Weltmeister nach seinem Triumph:

„Du irrst dich gewaltig, wenn du jemals denkst, dass du größer als dieses Team bist.“

Unwahrscheinlich, dass diese Worte an jemand anderen als den eigenen Team-Kollegen gerichtet gewesen sein könnten.

 

Die Buchmacher haben den Streit zwischen Vettel und Leclerc in ihre aktuellen Quoten einbezogen. Im internen Duell liegt der Deutsche trotz seines letztwöchigen Sieges mit einer Quote von 4.00 hinter seinen Team-Kollegen, dem die Sportwettenanbieter eine Quote von 3.00 zuweisen.

 

Mercedes braucht die alte Stärke

 

Bei Mercedes wird man den Streit zwischen Vettel und Leclerc vermutlich mit einer Brise Genugtuung beobachten. Schließlich kommt der Zwist für den Rennstall zum richtigen Zeitpunkt. Hamilton und Bottas konnten in den vergangenen drei Rennen nicht siegen und fuhren in Singapur nicht einmal auf die Podestplätze.

 

Soll sich der Negativtrend ändern, müsste Mercedes zu seinen alten Stärken zurückfinden. Hierzu gehören schnelle Boxenstopps, eine effektive Team-Strategie und ein leistungsstarker Motor. Toto Wolff, Sportchef bei Mercedes, weiß um die komplizierten Bedingungen. Vor dem Rennen in Sotschi sagte der Österreicher:

„Die zurückliegenden sieben Rennen haben gezeigt, dass wir uns in einem engen Kampf befinden. Wir müssen in jedem Bereich unser Bestes geben, um auf der obersten Podeststufe zu stehen.“

Sportwettenanbieter haben die aktuellen Herausforderungen für das Team in ihrer Quotenfindung berücksichtigt. In Anbetracht der guten Vorjahresergebnisse werden für einen Hamilton-Sieg auf dem Rennparcours von Sotschi Gewinnquoten von bis zu 2.60 offeriert. Damit liegt der Weltmeister Kopf an Kopf mit Charles Leclerc von Ferrari.

 

Ob der Routinier oder das Wunderkind beim Großen Preis von Russland besser abschneiden wird, wird sich am morgigen Renntag zeigen.