Donnerstag, 06. Oktober 2022

Französischer Fußball-Verband: Imagewandel von Sportwetten nötig

Spieler von Paris Saint Germain und Chelsea Sportfans machen oft die Profi-Kicker für verlorene Wetten verantwortlich (Bild: Flickr/ShinyaSuzuki/CC BY 2.0)

Der französische Dachverband professioneller Fußballigen, Ligue de Football Professionell (LFP), hat eine neue Kampagne zur Sensibilisierung zum Thema Sportwetten gestartet. In Zusammenarbeit mit der französischen Glücksspiel-Behörde Autorité Nationale des Jeux (ANJ) engagiere sich der LFP für einen Imagewandel von Fußballwetten, schrieb die ANJ gestern auf ihrer Webseite [Seite auf Französisch].

Die Kampagne unter dem Titel „#ParierSansClasher [Wetten ohne Zusammenprall] solle die Fans von Fußball und Fußballwetten daran erinnern, was der eigentliche Sinn und Zweck von Sportwetten sei. Statt das Wetten auf Sporevents als eine von vielen Unterhaltungsformen zu betrachten, nähmen viele Kunden dies viel zu ernst.

Viele Sportler, darunter auch professionelle Fußballer, werden regelmäßig zur Zielschreibe von Wettkunden, die sie in sozialen Netzwerken beschuldigen, der Grund für eine verlorene Wette zu sein. Dieses Verhalten zeigt, dass eine verzerrte Sichtweise zu Sportwetten vorherrscht. Sie werden als ein risikofreies Spiel gesehen, welches auf reiner Expertise beruht.“

Die Wettenden gäben einzelnen Sportlern zum Teil die volle Verantwortung für eine gewonnene oder verlorene Wette. Der Sportler werde mit der Wette gleichgesetzt. Bereits mehrmals hätten Social-Media-Nutzer verlorene Wetten zum Anlass genommen, einen professionellen Sportler persönlich zu beleidigen oder belästigen. In einigen Fällen sei die Situation derart ausgeartet, dass die Sportler Anzeige erstattet hätten.

Das seelenlose Trikot-Match

Im Rahmen der Kampagne haben der LFP und die ANJ daher ein eindrückliches Video produziert. In diesem ist ein Ausschnitt aus einer virtuellen Fußball-Partie zu sehen. Das Besondere: Das Spiel wird von schwebenden, wie von Geistern getragenen, Trikots gespielt, statt von virtuellen Spielern mit Körper und Gesicht.

Wie der LFP erklärt, solle das kurze Video den Betrachtern vor Augen führen, dass hinter jedem Trikot ein echter Mensch stehe. Die von dem Clip ausgehende Atmosphäre sei bewusst „seelenlos“ und lasse das Gefühl entstehen, dass etwas „nicht richtig“ sei.

Das virtuelle Match wird dabei von professionell klingenden Kommentaren begleitet. Die Wortwahl jedoch beinhaltet einige Anspielungen auf das Wettverhalten der Fußballfans. So hört man den Kommentator nach dem „Tor in letzter Sekunde“ trocken sagen:

Oh la la, die Wettenden verfluchen das Tor schon in den sozialen Netzwerken.“

Der Verband hoffe, dass Fußballfans, die ein solches Verhalten an den Tag legen würden, sich besönnen. Schließlich solle beim Fußball die Leidenschaft für den Sport im Zentrum stehen, nicht der potenzielle Geldgewinn durch eine Wette.

Auch sei keinesfalls akzeptabel, dass sich professionelle Spieler mit Cyber-Belästigung konfrontiert sähen. Der LFP strebe daher danach, die französischen Spieler, Trainer und Schiedsrichter besser vor digitaler Gewalt zu schützen.