, 08.03.2021

Anlässlich des heutigen Weltfrauentages ist der Frauenanteil im E-Sport ein Thema, das die Gaming- und E-Sport-Branche bewegt. Die österreichische Tageszeitung Der Standard hat hierzu die E-Sportlerin Marlies Brunnhofer sowie Irina Kuntze, die Verantwortliche für E-Sports und Gaming bei A1, interviewt.

 

Wie Irina Kuntze im Interview mit Der Standard erläutert, sei der Frauenanteil im Publikum in Österreich mittlerweile gewachsen, auch wenn er noch nicht 50 % erreicht habe. Noch viel weiter hiervon entfernt sei jedoch der Anteil aktiver E-Sportlerinnen. Dieser liege nach Angaben der Verantwortlichen für die A1 E-Sports League derzeit gerade einmal im einstelligen Bereich.

Die A1 E-Sports League Austria wurde im Herbst 2017 gegründet und hat sich seitdem nach eigenen Angaben zur größten E-Sports-Liga in Österreich entwickelt. Allein im Jahr 2020 seien mehr als 15.000 E-Sportler in der A1 E-Sports League Austria angetreten. Das Besondere sei, dass es sich um eine Multigaming-Liga handele, die mehrere Spieltitel, darunter League of Legends, Clash Royale, Brawl Stars und Fortnite, anbiete.

Unter den Freizeit-Gamern sei der Anteil an Frauen und Männer inzwischen sehr ausgeglichen. Hier habe der Frauenanteil in Österreich bereits fast 50 Prozent erreicht. Beim E-Sport betrage der Anteil an weiblichen Konsumentinnen rund ein Drittel.

 

Dies bestätigt auch die im Herbst 2019 von A1 und Nielsen durchgeführte E-Sport-Studie. Ihr zufolge betrage der Anteil der männlichen E-Sport-Fans 73 %. Der kompetitive E-Sport werde mit einem Anteil von mindestens 90 % noch stärker von Männern dominiert.

 

Frauen als „Markenbotschafterinnen“ statt E-Sport-Profis

 

Besonders beliebt sei bei Frauen League of Legends. In diesem Titel konnte auch Österreichs „erfolgreichste E-Sportlerin“ Marlies Brunnhofer internationale Erfolge feiern. Sie beschreibt in Der Standard, dass Frauenteams häufig in die Rolle von Markenbotschafterinnen gedrängt würden:

Generell war es eine tolle Zeit gefüllt mit vielen internationalen Turnieren und schönen Erinnerungen. Trotzdem hat man gemerkt, dass es den Organisationen, die Frauenteams unter Vertrag nehmen, hauptsächlich um PR geht. Das heißt, es wurde nicht wirklich darauf geachtet, was wir leisten oder wie gut wir spielen, sondern eigentlich war das Hauptaugenmerk [darauf ausgerichtet], dass wir Spielerinnen sind.

Ein generelles Problem für Frauen im E-Sport seien zudem frauenfeindliche Beleidigungen. Dies bestätigt auch Irina Kuntze. Immer wieder habe sie Zwischenfälle in der Gaming- und E-Sport-Branche erlebt, bei denen ihr gegenüber eine „nicht ganz angebrachte Bemerkung“ gefallen sei.

 

Sie bekomme vor allem per Twitter mit, dass dies keine Seltenheit ist und es mitunter sogar zu klaren Angriffen gegen Frauen kommt.

 

Um dem entgegenzuwirken und Frauen im E-Sport zu stärken, machen sich mittlerweile auch Entwickler für eine höhere Diversifizierung stark. So stellte Spieleentwickler Riot Games beispielsweise erst im Februar ein spezielles Programm für Frauen vor.