, 25.02.2020

Andrew Lyman, Vorsitzender der Glücksspielkommission von Gibraltar, sieht in dem bevorstehenden Brexit kein Horror-Szenario für Gibraltars Rolle als eines der Glücksspiel-Zentren in Europa. Dies erklärte der Branchenspezialist dem Onlinedienst SBC News.

 

In einem Interview mit der Web-Publikation äußerste Andrew Lyman sich ausführlich über die Zukunft des Glücksspiels in Gibraltar. Dabei betonte er, dass die Glücksspielindustrie der britischen Enklave an der Südspitze Spaniens den Brexit stabil überstehen werde.

 

Anbieter gut auf Brexit vorbereitet

Hauptgrund dafür sei, dass die Anbieter bereits ausreichend Vorsorge für den bevorstehenden Brexit getroffen hätten, um sich der geänderten Situation anzupassen und ihre Geschäfte in Europa aufrechterhalten zu können.

 

Gegenüber SBC News erklärte Lyman:

Gibraltars Anbieter haben bereits Notfall-Vorkehrungen in Bezug auf Lizenzierung und Unternehmensstrukturen getroffen, um weiterhin Zugang zu den EU-Märkten zu erhalten, während sie eine bedeutende Präsenz in Gibraltar aufrechterhalten (…) Ich sehe keinen Grund, warum sich das ändern sollte.

Zudem entwickle die Glücksspielaufsicht vorbereitende Maßnahmen, um die Glücksspielanbieter im Falle eines unkontrollierten Austritts bei Verhandlungen mit der EU zu unterstützen.

 

Problemzone Grenze

In dem Interview erklärte Lyman, dass er in der bisher ungeklärten Frage der Behandlung der Grenze zu Spanien ein größeres Problem sehe als im Szenario eines “No-Deal-Brexits“. Auslöser dafür sei die Furcht vor erschwerten Einreisebedingungen für Spanier, die in Gibraltars Glücksspielwirtschaft arbeiten.

Insgesamt sind rund 10.000 Menschen in Gibraltars Glücksspielbranche beschäftigt. Viele von ihnen pendeln täglich aus Spanien in die britische Enklave, wo die Lebenshaltungskosten sehr viel höher liegen. Sollten sich die EU und Großbritannien nicht über weiterhin offene Grenzen einigen, fürchtet die Branche, dass es ihren spanischen Beschäftigten künftig sehr viel schwerer fallen könnte, diese zu passieren.

Der Leiter der Glücksspielkommission sei sich darüber hinaus durchaus bewusst, dass der Brexit zu weiteren Komplikationen führen könne. Als Beispiel nennt er die komplizierten regulatorischen, finanziellen und steuerrechtlichen Bedingungen der Branche, die beim Austritt Großbritanniens aus der EU geregelt werden müssten.

 

Lyman zeigte sich jedoch zuversichtlich, dass die Unterhändler auch in diesen Fragen zu einer Einigung kommen. Dies werde Gibraltar dabei helfen, seine bedeutende Rolle in der Glücksspielwirtschaft für die Zukunft zu sichern.