, February 2, 2019

Am Montag eröffnete die 25.000 Quadratmeter große Cyber Games Arena in der chinesischen Metropole Hong Kong.

 

Der Komplex, der sich im Stadtteil Mong Kok befindet, hat insgesamt mehr als 3 Millionen Euro gekostet und soll Profis, Amateuren und Fans des elektronischen Sports als Trainingszentrum dienen.

 

Eine Investition in die Zukunft des eSport

 

Wie die South China Morning Post berichtete, organisierte Ryan Chow, Manager der Cyber Games Arena, das Projekt mit zwei Freunden. Ziel des Teams war es, einen Hub für eSportler aus China und der ganzen Welt aufzubauen.

 

Dieser Mission ist auch CEO Carrie Lam Cheng Yuet-ngor verbunden, der die Wichtigkeit des eSports für Jugendliche weltweit betonte:

„Unsere Vision ist es, Spieler aus der ganzen Welt zu verbinden und unsere Präsenz auf andere Regionen Asiens wie Vietnam und Thailand auszudehnen. Wir hoffen, der E-Sports-Branche Impulse geben zu können (…). Und wir hoffen, dass wir den Hongkongern auf dieser Bühne zeigen können, dass E-Sports jungen Enthusiasten eine lebenslange, lukrative Karriere bringen kann, auch wenn sie in der Schule vielleicht nicht gut sind.“

Dass eSports für die Region Hong Kong ein wichtiger Wirtschaftszweig werden kann, bestätigen auch Branchenexperten. Analysten schätzen, dass die eSports-Szene in den nächsten 10 Jahren in der chinesischen Großstadt weit mehr als eine Milliarde Dollar umsetzen könnte. Bereits im Jahr 2016 lag der Umsatz bei 742 Millionen US-Dollar (ca. 646 Millionen Euro).

 

Der Komplex kann dem Image des elektronischen Sports helfen

 

Gründer Chow hofft nicht nur, dass die Cyber Games Arena ein Trainingsareal ist, das dabei hilft, die Fähigkeiten von eSportlern zu verbessern, sondern dass sie als Aushängeschild für den Sport fungiert.

 

Noch habe eSports in Hong Kong das Image, Kinder und Jugendliche von wichtigen Alltagsaufgaben abzulenken oder gar die Spielsucht zu fördern.

 

Hong Kong von oben

Hong Kong soll das neue Mekka für eSportler werden. (Quelle: Pexel)

Chow, der früher selbst Gamer war und bereits ein eSports-Studio in Taiwan eröffnete, will davon nichts wissen.

 

Die Cyber Games Arena könne, so der 32-Jährige, sogar die Spielsucht verringern, da Teenager aktiv vor die Entscheidung gestellt werden, den eSport vor Ort professionell und mit Ausdauer zu betreiben. Gamer würden in dem Ambiente ernsthafter über die Spiele nachdenken.

 

Von der Regierung wünscht sich der Cyber Games Arena-Gründer eine aktive Rolle bei der positiven Darstellung des eSports in Hong Kong.

 

Vorbereitungszentrum für die Asian Games 2022

 

Wie wir berichteten, war eSports bereits als Disziplin für die Olympiade 2024 in Paris im Gespräch, konnte sich bislang aber nicht gegen Vorbehalte aus den Kreisen des IOC durchsetzen und den Weg ins olympische Programm finden.

 

Tastatur und Maus

Gamer werden bei den Asian Games in die Tasten hauen. (Quelle Flickr)

Anders sieht es bei den Asian Games 2022 in Hangzhou aus. Alisports, die Sportagentur des Internetgiganten Alibaba, entschied in Kooperation mit dem olympischen Rat Asiens, dass eSports beim asiatischen Sport-Event des Jahres eine Medaillendisziplin sein wird.

 

Bisher fanden eSports-Turniere zwar im Rahmen von Asian Games statt, dienten aber lediglich als Demonstrationssportart.

 

Die Verantwortlichen der Cyber Games Arena hoffen nun, dass Hong Kong zum Trainingslager für Gamer wird, die an den Wettkämpfen in Hangzhou teilnehmen werden.

 

Ein Projekt mit Zukunft?

 

eSports-Komplexe wie die Cyber Games Arena könnten zukunftsträchtige Projekte sein und auch Spieler anlocken, die neue eSports-Formate bevorzugen. Die Rede ist von mobile-eSports, die in den letzten Jahren immer populärer geworden sind.

 

Mobile-eSports sind Spiele, die auf mobilen Endgeräten wie Smartphones oder Tablets gespielt werden.

 

Wie das Online-Portal Skillz (link auf Englisch) – ein Anbieter von mobile-eSports – in dieser Woche bekannt gab, verdienten die zehn besten mobile-eSportler 2018 insgesamt 8 Millionen US-Dollar (ca. 7 Millionen Euro).

 

Besonders hoch ist dabei der Anteil der erfolgreichen Damen. Sieben von zehn Top-Ten-Platzierten im Skillz-Ranking waren Frauen.

Die Top-Spieler des Skillz-Rankings 2018

1.   kmamba1090               –   1.418.508 Millionen US-Dollar

2.   SirLastBit                     –   1.321.255 Millionen US-Dollar

3.   HestiaX                         –      978.551 US-Dollar

4.   LegalEnormousPhds –      976.269 US-Dollar

5.   yutourmaline              –      873.526 US-Dollar

6.   kk8245                          –     681.863 US-Dollar

7.   Goinhiking                   –     639.234 US-Dollar

8.   jpark87                         –     627.191 US-Dollar

9.  zZzSleeoyzZz                –     625.858 US-Dollar

10. CaliCountry5              –     618.005 US-Dollar

Beeindruckend ist vor allem das Wachstum an Preisgeldern. Während die zehn besten mobile-eSports-Athleten 2017 auf Skillz ein Preisgeld von 2.7 Millionen US-Dollar (ca. 2 Millionen Euro) erspielten, war der Gesamtgewinn im Jahre 2018 fast dreimal so hoch.

 

Zusammen mit den steigenden Preisgeldern sind auch die Umsätze von Skillz rasant gestiegen. Laut Berichten verdoppelte das Unternehmen im Jahre 2018 seine Einkünfte auf über 400 Millionen US-Dollar (ca. 350 Millionen Euro).

 

Einen Ort zu kreieren, an dem auch mobile-eSportler trainieren können, könnte sich also auszahlen.