, 07.05.2020

Bund und Länder haben gestern Lockerungen der Covid-19-Beschränkungen entschieden. Deutschland wagt damit weitere Schritte aus der Corona-Krise. Aus dem Beschluss geht hervor, dass die Länder über die Wiedereröffnung von Casinos und Spielhallen autonom befinden sollen.

 

Nach Angaben von Kanzlerin Angela Merkel habe sich das Infektionsgeschehen gut entwickelt, so dass sich die Menschen auf Lockerungen der Restriktionen einstellen könnten, vorausgesetzt, eine festgelegte Obergrenze von Neuinfektionen werde nicht überschritten.

 

Sollte dieser Fall eintreten, würden die Beschränkungsmaßnahmen wieder in Kraft treten. Der Ministerpräsident des Freistaates Bayern, Markus Söder, beschreibt das Prozedere wie folgt:

„Länder vereinbaren Corona-Notbremse: Wir bleiben wachsam. Bei wöchentlich über 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in einem Landkreis greifen regionale Pandemiepläne. Das kann eine neue Virusausbreitung eindämmen. Damit agiert jede Region zielgerichtet.“

Spielhallen-Betreiber müssen sich noch in Geduld üben

Für die Wiedereröffnung der Spielhallen und Casinos bedeutet der heutige Beschluss, dass die Spielstätten in einigen Bundesländern öffnen dürfen, in anderen hingegen nicht. Die Landesregierung im Saarland hat einen eigenen Weg beschritten und genehmigte bereits am Montag die Wiederinbetriebnahme der Spielhallen.

 

Das Forum der Automatenunternehmer geht davon aus, dass die Spielstätten in Niedersachsen, Bayern, Nordrhein-Westfalen und Mecklenburg-Vorpommern demnächst ebenfalls wieder ihre Gäste willkommen heißen könnten.

 

Glücksspiel-Betreiber im Bundesland Rheinland-Pfalz müssten sich allerdings noch in Geduld üben. Dort soll laut Ministerpräsidentin Malu Dreyer die Gastronomie ihren Betrieb ab 13. Mai aufnehmen dürfen. Die Entscheidung über die Öffnung der Spielhallen werde Dreyer jedoch erst nächste Woche treffen.

 

Deutsche Automatenwirtschaft fordert deutschlandweite Öffnung der Spielhallen

Nach wochenlangem Lockdown könnte der Beschluss der Länder beim Dachverband Deutsche Automatenwirtschaft e.V. (DAW) Hoffnungen wecken, dass die Glücksspiel-Unternehmen ihren Betrieb bald wieder aufnehmen könnten.

 

Der Vorstandssprecher des DAW, Georg Stecker, forderte eine zeitnahe bundesweite Wiedereröffnung der Spielstätten:

„Das heutige Treffen der Bundeskanzlerin mit den Regierungschefinnen und Regierungschefs der Länder hat die Türen weit aufgemacht für eine bundesweite Wiedereröffnung der rund 9.000 staatlich konzessionierten Spielhallen in Deutschland. Die Länder müssen ihre Entscheidungskompetenzen nun konsequent nutzen – zum Schutz der Unternehmen der Automatenwirtschaft und zum Schutz der Verbraucherinnen und Verbraucher.“

Es sei notwendig, legale Angebote wieder verfügbar zu machen, um eine Abwanderung der Spieler in Offshore-Online-Casinos zu verhindern. Die Menschen müssten dort dem Glücksspiel nachgehen können, wo sie geschützt seien, fügte Stecker hinzu und rief die übrigen Bundesländer dazu auf, dem Beispiel der Saarländischen Landesregierung zu folgen.