, 16.08.2019

Wie das Online Magazin Adweek vor zwei Tagen ankündigte, plant Google, nach einem dreijährigen Verbot Werbeanzeigen für Daily-Fantasy-Sportdienste (DFS) wie DraftKings und FanDuel wieder zuzulassen.

 

Der Konzern wird die Änderungen voraussichtlich bis zum Ende dieses Monats in ausgewählten US-Bundesstaaten vornehmen. Dadurch wird es den Unternehmen möglich sein, ihre Anzeigen über Google Ads und DV360 zu platzieren, die sich an die Nutzer von YouTube und Google richten.

 

Google veröffentlicht neue Richtlinien

In der Aktualisierung seiner Richtlinien [Seite auf Englisch] erläutert Google seine Entscheidung. Um für Fantasy-Sport-Produkte werben zu dürfen, müssen die Anbieter bestimmte kreative Anforderungen erfüllen.

 

Darüber hinaus müssen sie über Lizenzen in jenen Staaten verfügen, die die Änderungen der Richtlinien betreffen. Weiterhin gehört es zu den Voraussetzungen, eine Zertifizierung bei Google zu beantragen, bevor die Anzeigen geschaltet werden.

Fantasy-Sportwetten-Markt erreicht Rekordhoch

 

Nach Angaben der American Gaming Association erreichte der Gesamtmarkt im vergangenen Jahr ein Rekordhoch. Die Umsätze beliefen sich auf 41,7 Milliarden US-Dollar.

 

Laut Mike Raffensperger, CMO der Sportwetten-Marke FanDuel, war Google bislang das einzige große digitale Netzwerk, das es ablehnte, Werbung aus dem Fantasy-Sportbereich für den US-amerikanischen Markt anzunehmen.

 

In den anderen großen Netzwerken wie Facebook und Twitter sei es seit der Gründung von FanDuel möglich gewesen, die Produkte zu bewerben. Habe FanDuel aber über Google US-amerikanische Verbraucher erreichen wollen, hätten nur Free-to-Play Angebote beworben werden dürfen.

Änderungen der Google Richtlinien: neue Chancen für DFS Anbieter?

Ob sich die Aktualisierung der Google-Richtlinien am Ende positiv auf die Bilanzen der großen DFS Anbieter auswirken wird, ist indes noch nicht klar, da die Unternehmen höhere Anforderungen hinsichtlich der Werbung für ihre Dienste erfüllen müssen.

 

Google Logo, Lupe

Sind die Änderungen der Google Richtlinien eine neue Chance für DFS Anbieter? (Bild: flickr.com)

Vor einigen Jahren gehörten die DFS Unternehmen zu den Anbietern mit der höchsten Medien-Präsenz in den Vereinigten Staaten. Auf diese Weise war es ihnen möglich, sich einen großen Teil des Marktes zu sichern.

 

Aktuell hat FanDuel mehr als 8,5 Millionen Kunden, DraftKings kann einen Kundenstamm von 11 Millionen vorweisen.

 

2016 verschärften sich allerdings die gesetzlichen Vorgaben in Bezug auf die Marketingstrategien, so dass die DFS Unternehmen ihre Ausgaben für Werbung reduzierten.

Regulatorische Probleme für DFS Anbieter

 

Das Urteil des Obersten Gerichtshofs der USA im vergangenen Jahr ebnete den Weg zur Legalisierung der Sportwetten. Ein Analyst prognostizierte, dass die Sportwetten-Branche bis zu 7 Milliarden US-Dollar in Werbung investieren könnte.

 

Allerdings war die Position der DFS Anbieter nach wie vor unklar, denn es war nicht geregelt, ob ihre Dienstleistungen eine regulierungsbedürftige Form des Glücksspiels darstellten.

 

DraftKings und FanDuel argumentierten, dass sie Geschicklichkeitsspiele und keine Glücksspiele anböten.

 

Als Reaktion auf die verworrene regulatorische Situation schränkten die Unternehmen das Spielen in bestimmten Bundesstaaten ein. Ab Juli blockierten sie Spieler in Arizona, Alabama, Hawaii, Idaho, Iowa, Louisiana, Montana, Nevada und Washington.

 

Zwar legalisierten die Bundesstaaten Alabama und Iowa inzwischen die Daily Fantasy Sports Angebote, aber die Unternehmen haben noch nicht den Schritt unternommen, ihre Produkte dort anzubieten.

Googles Dilemma mit den unterschiedlichen gesetzlichen Vorgaben

Auch für einen Internet-Giganten wie Google ist es schwierig, sich durch die zahllosen Glücksspiel- und Sportwetten-Gesetze zu manövrieren.

 

Außerhalb der USA unterstützt Google bereits seit längerer Zeit Anzeigen auf den legalisierten Sportwetten-Märkten in Europa, Australien und Südamerika.

 

Chris Harrison, der Leiter der Abteilung für Finanzhandel und eGaming, sagte:

“Wir versuchen, das richtige Gleichgewicht zwischen dem Schutz der Nutzer, dem Erkennen der Kundenbedürfnisse und der Erkenntnis zu finden, dass es eine nicht regulierte Branche gibt. Wir sind uns darüber bewusst, dass wir eine Rolle dabei spielen müssen, es den regulierten Betreibern zu ermöglichen, sich gegen nicht regulierte Branchen zu positionieren.”

Er fügte hinzu, dass ein großer Aufwand an Technologie erforderlich sei, um die Änderungen in den einzelnen Staaten umzusetzen. Aufgrund der unterschiedlichen gesetzlichen Regelungen wird sich dies wohl auch künftig nicht ändern.