Dienstag, 04. Oktober 2022

Handball Bundesliga Frauen und Sportradar verstärken Kampf gegen Spielmanipulation

Sporthalle Handball Tor Sportradar hat den deutschen Profi-Handball weiterhin fest im Auge (Quelle: unsplash.com/Marino Bobetic)

Die Handball Bundesliga Frauen (HBF) und der Integritäts- und Sportdaten-Dienstleister Sportradar werden im Rahmen einer neuen Vereinbarung weiterhin eng zusammenarbeiten.

Wie der Verband und das Schweizer Unternehmen nun bekanntgaben, werden künftig die Wettbewegungen aller HBF-Wettbewerbe durch die Sportradar Integrity Services überwacht. Ziel der verstärkten Kooperation sei die Prävention von Spielmanipulation und Wettbetrug im Frauen-Handball.

Präventiv gegen Spielmanipulation

Wie sowohl die HBF als auch Sportradar mitteilen, sei die neue Vereinbarung auf mehrere Jahre ausgelegt. In deren Ramen würden die Begegnungen der Handball-Frauen künftig durch das Universal Fraud Detection Systems (UFDS) der Integritätsstelle von Sportradar überwacht.

Die Kontrolle der internationalen Wettbewegungen beziehe sich sowohl auf die Spiele der 1. und 2. Bundesliga als auch den HBF Supercup.

Registrierten die Sportradar-Experten Auffälligkeiten bei einer Begegnung, so die Meldung, werde die Meldung umgehend weitergegeben. So solle möglichen Spielmanipulationen bereits im Vorfeld effektiv entgegengetreten werden.

Wachsende Popularität und wachsendes Risiko

Der Geschäftsführer des Dachverbands, HBF, Christoph Wendt erklärt zum Ausbau der Zusammenarbeit mit Sportradar:

Wir sind uns der Gefahren bewusst, die Spielmanipulationen für den Sport darstellen. Die Wettüberwachung kann bei der Bekämpfung dieses Risikos eine wichtige Rolle spielen. Mit der Nutzung des UFDS und der erweiterten Zusammenarbeit mit Sportradar verstärken wir unsere Bemühungen, um auch in den kommenden Jahren einen fairen Wettbewerb zu gewährleisten.

Auch Andreas Krannich, Geschäftsführer von Sportradar Integrity Services, zeigt sich zufrieden mit der Kooperation.

Gerade die wachsende Popularität des von Frauen betriebenen Spitzensports erfordere mit Blick auf Manipulationsversuche verstärkte Wachsamkeit. Um die Integrität der Spiele zu schützen, erhalte der Frauensport nun „den gleichen erstklassigen Schutz“ wie der der Männer.

Zusammenarbeit auch beim Männer-Handball

Die Handball-Bundesliga GmbH (HBL) hatte im Februar dieses Jahres bekanntgegeben, ihre seit Jahren bestehende Partnerschaft mit Sportradar bis zum Ende der Spielzeit 2026/27 verlängert zu haben. Teil der Vereinbarung ist ebenfalls der Einsatz des Überwachungstools UFDS.

Wie zuvor stelle Sportradar die Daten der HBL-Turniere seinem „Netzwerk von 900 Sportwettenanbietern und 350 Medienunternehmen in 120 Ländern weltweit“ zur Verfügung und betreue mehrere Online-Angebote der Handballer.

Bei der Datenerfassung setzen die HBL und Sportradar auch auf Unterstützung durch sogenannte Scouts. Regelmäßig suchen sie nach Handball-Begeisterten, die vor Ort Livedaten zum Spiel sammeln. Dem Verband zufolge spielten die so gewonnenen Erkenntnisse „eine essentielle und immer bedeutsamere Rolle im Handballsport“. Sie dienten dazu, den Qualitätsansprüchen aller Fans, Sportler und Medienunternehmen gerecht zu werden.

Weiterhin umfasse die Vereinbarung nun auch die audiovisuellen Glücksspiel- und Wettrechte an den Spielen der Männerliga.

So werde der Sportdatendienstleister künftig als Wettstreaming-Partner der HBL fungieren und Livestreams der Spiele der LIQUI MOLY HBL sowie der Pokalwettbewerbe REWE Final4 um den DHB-Pokal und Pixum Super Cup außerhalb der DACH-Region vermarkten.