, 25.01.2019

Bei YouTube-Star “MontanaBlack” fand am 16. Januar 2019 eine Hausdurchsuchung statt.

 

Wie die Osnabrücker Zeitung berichtete, ermittelt die zuständige Staatsanwaltschaft gegen den 30-jährigen Buxtehuder wegen des dringenden Verdachts der Geldwäsche, des unerlaubten Glücksspiels und einem Verstoß gegen das Waffengesetz.

 

Zudem pfändeten die Behörden ein Konto mit 90.000 Euro. Es wird vermutet, dass es sich dabei womöglich um Gelder aus unerlaubtem Glücksspiel handelt.

 

Was ist bisher bekannt?

 

Obwohl sich „MontanaBlack“, der mit bürgerlichem Namen Marcel Eris heißt, nicht konkret zu den Vorwürfen der Staatsanwaltschaft äußern wollte, gibt es einige Anhaltspunkte dafür, wie die Ermittlungen gegen den Influencer ins Rollen gekommen sein könnten.

Wer ist „MontanaBlack“?

„MontanaBlack“ alias „Monte“ ist ein deutscher Streamer, der seit 2009 Videospiele wie Call of Duty, FIFA und Fortnite auf eigenen YouTube- und Twitch-Kanälen überträgt.  Der gebürtige Buxtehuder geriet in der Vergangenheit wegen rassistischer Äußerungen und Strafanzeigen wegen Steuerhinterziehung in den Fokus der Medien.

 

Mit knapp 30.000 Twitch-Abonnenten ist „MontanaBlack“ im Januar 2019 dennoch in die Top 10 der weltweit populärsten Twitch-Streamer aufgestiegen.In seiner Freizeit kümmert sich der Influencer um seine Fische, sammelt aber auch Basecaps und NBA-Trikots.

 

Bereits im Oktober 2018 postete der Twitch-Streamer immer wieder Bilder von Kontoauszügen und behauptete, in nur sechs Wochen über 80.000 Euro in Online-Casinos gewonnen zu haben.

 

Eris streamte seine Casino-Sessions sogar auf dem eigenen Twitch-Kanal und nutze dabei die Angebote des Online-Glücksspielportals Lapalingo.com. Für den Werbedeal erhielt er eine finanzielle Kompensation in unbekannter Höhe. Eine Markierung der Streams als Werbung unterblieb.

 

Damit aber nicht genug. Der 30-jährige behauptete in seinen Streams, die Angebote von Lapalingo.com seien legal und „staatlich überprüft“.

 

MontanaBlack in lässiger Pose

“MontanaBlack” zeigt sich gerne lässig und cool. (Quelle: Wikipedia)

Eine Unwahrheit, denn die von Eris promotete Glücksspielseite ist zwar in Malta, nicht aber in Deutschland lizenziert. Dies macht das Online-Glücksspielportal nach deutschem Recht illegal.

 

Spielen und Werben für eine illegale Online-Glücksspielseite könnte nach deutscher Rechtsprechung sowohl den Bereich der Teilnahme am unerlaubten Glücksspiel (§285 StGB) als auch den Bereich der unerlaubten Veranstaltung eines Glücksspiels (§284 StGB) tangieren.

 

Zudem ist das Werben für illegale Glücksspielangebote laut Glücksspielstaatsvertrag verboten.

 

Obwohl Verstöße gegen die Teilnahme an illegalem Glücksspiel in der Praxis kaum verfolgt werden, lieferte „MontanaBlack“ in seinen Videos eine solche Fülle an Beweisen, dass es für die Staatsanwaltschaft schwer gewesen sein dürfte, nicht aktiv zu werden.

 

Sie muss dem Legalitätsprinzip folgen. Es umfasst die Pflicht der Verfolgungsbehörde, bei Verdacht oder Kenntnisnahme von illegalen Handlungen, Ermittlungen einzuleiten.

 

Hätte „MontanaBlack“ seinem Geltungsdrang weniger zur Befriedigung verholfen und im stillen Kämmerlein gespielt, wäre eine Strafverfolgung möglichweise ausgeblieben, denn viele der in Malta oder Gibraltar lizensierten Online Casinos werden in Deutschland stillschweigend geduldet.

 

Gemeldete Gewinne

 

Ein weiterer Grund für das Durchgreifen der Staatsanwaltschaft könnten die von „MontanaBlack“ ausgezahlten Online-Casino-Gewinne gewesen sein.

 

Wie „Monte“ dem YouTuber „Staiy“ nur sechs Tage vor der Hausdurchsuchung erzählte, meldete eine Geldwäschebeauftragte der Sparkasse eine Auszahlung in Höhe von 50.000 Euro an die Staatsanwaltschaft, die den Betrag daraufhin einfror.

 

 

Nun müsse er nachweisen, dass der Gewinn aus einer legalen Form des Glücksspiels stamme.

 

Nach dem Außenwirtschaftsgesetz (AWG) sind alle internationalen Transaktionen über 12.500 Euro meldepflichtig. Die Meldung, die den Meldenden, den Empfänger, das Empfängerland, den Betrag und das Datum der Transaktion umfassen muss, wird an die Bundesbank gerichtet.

 

Eine Vernachlässigung der Meldepflicht stellt eine Ordnungswidrigkeit dar, die mit einem Bußgeld von bis zu 30.000 Euro bestraft werden kann.

 

So lief die Hausdurchsuchung ab

 

Auf seinem YouTube-Channel nahm „MontanaBlack“ nicht zu den einzelnen Vorwürfen der Staatsanwaltschaft Stellung, äußerte sich aber dennoch über den Verlauf der Hausdurchsuchung.

„Ich kann nur eins sagen: die Kollegen und Kolleginnen, die bei mir in der Wohnung waren, waren alle super korrekt zu mir. Ich habe die mit Respekt behandelt, die haben mich mit Respekt behandelt. Ich will jetzt nicht sagen, dass ich mit denen Bestfriends werde, aber wir haben uns gut verstanden, uns vernünftig unterhalten. Und mir waren alle sympathisch.“

„Monte“ verteidigte die Polizisten in seinem Video sogar vor Usern aus dem Netz, die als Reaktion auf die Durchsuchung negative Beiträge posteten.

„Ich kann euch nur sagen, am Ende des Tages ist die Polizei für Deutschland super wichtig.“

Influencer immer wieder in der Kritik

 

In den letzten Monaten wurde im Zusammenhang mit Glücksspielwerbung immer wieder über die Verantwortung von YouTubern- und Twitch-Streamern diskutiert.

 

Erst vor Kurzem geriet der bekannte YouTuber Jake Paul wegen seiner Werbung für das Unternehmen Mysterybrand in die Kritik. Die Firma verkauft sogenannte Mystery Boxen, die bei kleinen Einsätzen große Gewinne versprechen.

 

Da Jake Paul vor allem ein junges Zielpublikum erreicht, lautete der Vorwurf, der Influencer bewerbe Glücksspiel für Kinder.