, July 6, 2019

Sportsendungen zählen weltweit zu den populärsten Fernsehübertragungen. Eine von dem US-Magazin Variety initiierte Studie [Seite auf Englisch] legt nun nahe, dass die Anzahl der Zuschauer von Sportsendungen dort höher ist, wo Sportwetten legal sind.

 

Wer wettet, schaut mehr Sport

Das von dem US-Branchenblatt Variety beauftragte Marktforschungsinstitut Prodege fand heraus, dass es neben dem puren Interesses an einer Sportart oder der Vorliebe für einen bestimmten Verein oder Sportler einen weiteren Faktor gibt, der die Anzahl der Zuschauer steigern kann: Ein legaler Sportwettenmarkt.

Dass sich Sport international überaus großer Beliebtheit erfreut , zeigt sich besonders deutlich in den in schwindelerregende Höhen angewachsenen Summen, die die TV-Sender in die Übertragungsrechte beliebter Sportarten wie Fußball, Football, Basketball oder Formel-1 investieren. Mittlerweile werden für die Rechte Milliardensummen aufgerufen, damit die Sendungen weltweit an ein Publikum ausgestrahlt werden können, dessen Gesamtzahl ebenfalls in die Milliarden geht.

Für die Untersuchung wurde lediglich der US-amerikanische Markt betrachtet, doch die Ergebnisse dürften aufgrund der Universalität von Sport und Wettgeschäft in ähnlicher Weise auch für andere große TV-Märkte gelten. Demnach gaben 54 % der befragten aktiven Wettbüro-Kunden an, dass sie mehr Sport im Fernsehen verfolgen, wenn Wetten platziert werden können. Bei denjenigen, die bisher noch nicht gewettet haben, dies aber gerne tun würden, steigt die Zahl der TV-Konsumenten sogar auf 82 %.

 

Da sich die Umfrage auf den US-Markt beschränkt, stehen Football, Basketball und Baseball auf den ersten Plätzen, wenn es um die Beliebtheit und das Interesse von aktiven oder potentiellen Wettschein-Käufern geht. So geben 90 % der Befragten mit Interesse an Sportwetten an, vergleichsweise mehr Football-Sendungen im Fernsehen zu konsumieren. Mit 55, bzw. unter 50 % folgen Basketball und Baseball.

 

Auffallend ist, dass es sich hierbei stets um Mannschaftssportarten handelt. Einze

Seit der Legalisierung von Sportwetten im Juni 2018 steigen die Umsätze der Buchmacher rasant an. Bisher erwirtschafteten die Wettbüros in den USA rund 9 Milliarden US-Dollar. Schätzungen zufolge könnten die Einnahmen bis 2025 auf 50 Milliarden US-Dollar ansteigen und damit in Umsatzregionen der US-Casinowirtschaft vorstoßen, oder diese sogar übertreffen.

Unabhängig von der Sportart wird bevorzugt auf Meisterschafts- oder Endspiele gesetzt. Dabei liegt der Super Bowl der US-Footballer bei Zuschauern und Wettfreunden gleichermaßen vorn. Danach folgen die Finalserien von Profi-Basketballern und Baseball sowie das in den USA enorm populäre College-Basketball.

 

Während 79 % der Befragten besonders gern auf die entscheidenden Matches von Meisterschaften wetten, geben 62 % an, hauptsächlich auf die von ihnen bevorzugten Teams zu setzen und dies mit besonderem Interesse im Fernsehen zu verfolgen. Demgegenüber präferieren 48 % Turnierveranstaltungen, während lediglich 19, bzw. 10 % auf Teams oder Sportarten setzen, die sie nicht besonders interessieren und die sie deshalb nicht im TV sehen wollen.

 

Bei Interesse an Sportwetten steigen die Zuschauerzahlen generell

Wettbüro

Sportwetten sind jetzt in vielen US-Staaten legal (Bild: Flickr)

Beachtenswert ist, dass die Wettfans auch in den US-Staaten, in denen Sportwetten bisher illegal sind, häufiger den Fernseher einschalten, wenn Sport übertragen wird. Hier steigt die Wahrscheinlichkeit, dass Wettinteressierte mehr Sport im TV sehen, sogar um 88 %, wenn sie eine Wette platzieren möchten. Dies könnte ein Indikator dafür sein, dass Menschen, die wetten möchten, sich von Verboten nicht abhalten lassen. Hierzu weist die Prodege-Studie jedoch keine weiteren Daten aus.

 

Unabhängig von der Legalität der Buchmacher kommen die Marktforscher zu dem Schluss, dass Sportverbände und Inhaber der TV-Rechte versucht sein könnten, von dem gewachsenen Interesse zu profitieren und künftig noch mehr für die Senderechte zu verlangen.

 

Andererseits bekämen die TV-Sender Gelegenheit, von den besonders engagierten Kunden noch höhere Übertragungsgebühren zu verlangen. Schlussendlich wäre es also jeder Endkunde, der für die durch das Wettfieber zusätzlich angefachte Nachfrage bezahlen muss.

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