Montag, 03. Oktober 2022

Aktie des Glücksspiel-Konzerns Bet-at-home abgestürzt

Mann mit Tablet

Das deutsche Sportwetten- und Glücksspiel-Unternehmen Bet-at-home AG hat am Montag seine Geschäftszahlen der ersten drei Quartale 2020 veröffentlicht. Kurz darauf seien die Anteile des Konzerns auf dem Finanzmarkt um bis zu 14,8 % auf 30 Euro abgestürzt, berichtet das Wirtschaftsmagazin Boerse-online.

Die Geschäftszahlen von Bet-at-home seien schwächer ausgefallen als ursprünglich erwartet. Dies sowie eine negative Prognose für das Geschäftsjahr 2021 könnte viele Anleger dazu veranlasst haben, ihre Bet-at-home-Anteile abzustoßen.

Laut dem Unternehmen habe sich das Wett- und Spielvolumen für diesen Zeitraum um insgesamt 2,1 Mrd. Euro belaufen. 2019 habe dieser Wert noch bei 2,4 Mrd. Euro gelegen. Der Ertrag belaufe sich in den ersten drei Quartalen 2020 auf 93 Mio. Euro. Der Vorjahresvergleichswert habe noch bei 106,8 Mio. Euro gelegen.

Gleichzeitig seien aber die Glücksspiel- und Wettabgaben angestiegen, so dass sich der Netto-Wett- und Gaming-Ertrag auf 73,5 Mio. Euro belaufe. 2019 habe dieser noch 87,9 Mio. Euro betragen.

Vorgaben des Glücksspielstaatsvertrags 2021 könnten für weitere Verluste sorgen

Nach Angaben des Unternehmens sei das Segment Online-Gaming rund um Casino, Live-Casino, Virtual Sports und Poker nicht negativ betroffen. Sollte sich Bet-at-home jedoch um eine Online-Casino-Lizenz bewerben wollen, müssten die Angebote den Anforderungen des Glücksspielstaatsvertrags 2021 bereits jetzt angeglichen werden. Dies könnte auch in diesem Bereich mit Verlusten einhergehen.

So muss auf allen Glücksspiel-Plattformen ein sogenannter „Panik-Button“ integriert sein. Bei Aktivierung dieser Funktion ist der Spieler für 24 Stunden von allen virtuellen Glücksspielaktivitäten ausgeschlossen.

Weiterhin dürfen keine klassischen Tischspiele wie Roulette, Blackjack und Baccarat mehr angeboten werden. Die Vorgaben umfassen weiterhin das Verbot von Jackpot-Spielen und Live-Casinos. Darüber hinaus ist das monatliche Einzahlungslimit von 1.000 Euro einzuhalten. Unter bestimmten Voraussetzungen und Nachweisen seitens des Spielers kann dieses Limit erhöht werden.

Unsichere Zukunft für Bet-at-home-Anleger

Bet-at-home hat am 2. November vom Regierungspräsidium Darmstadt eine Lizenz für Sportwetten in Deutschland erhalten. Kurz darauf erlebten die Anteile des Unternehmens einen Höhenflug und wurden zeitweise für 38,35 Euro gehandelt. Dies entsprach einem Anstieg von 16,21 %.

Ernüchternd für die Anleger dürfte jedoch die Mitteilung von Bet-at-home vom 6. November gewesen sein, denn trotz der gesteigerten Rechtssicherheit rechne der Konzern mit weiteren Rückgängen des Brutto-Wett- und Gaming-Ertrags von rund 20 Mio. Euro und im EBITDA von etwa 13 Mio. Euro für 2021.

Als Grund für diese Prognose gab das Unternehmen die restriktiven Vorgaben an, die mit der Konzession einhergingen. Dazu gehörten das Verbot der Bankhalterspiele wie Roulette und Blackjack sowie das monatliche Einzahlungslimit von 1.000 Euro.

So heißt es im Bericht:

Im Geschäftsjahr 2021 muss daher aufgrund der Vorgaben der deutschen Sportwetten-Konzession sowie der Bedingungen in der Übergangsphase bis zur Erteilung weiterer Lizenzen bzw. Konzessionen für Casino-Produkte und darüber  hinaus durch anhaltende rechtliche Restriktionen in einzelnen weiteren Märkten mit wesentlichen Einschnitten in der Umsatz- und Ertragsentwicklung gerechnet werden.

Trotz der aktuell noch düsteren Aussichten könnte sich die Situation verbessern, wenn Bet-at-home sich erfolgreich um eine Konzession für virtuelle Automatenspiele und Bankhalterspiele bewerbe, prognostiziert das Wirtschaftsmagazin Share Deals. Doch hierfür bedarf es zunächst der Zustimmung der Landesparlamente.