, 02.10.2018

In der Glücksspiel-Industrie tobt ein heftiger Kampf zwischen Anbietern der sogenannten Lootboxen und behördlichen Vertretern diverser Länder. Nun hat sich die irische Regierung auf die Seiten der Anbieter geschlagen.

 

In einer Stellungnahme gab David Stanton, Staatsminister für das Justizministerium, bekannt, dass die Lootboxen ein normales Verbraucherrecht darstellten und deshalb rechtlich nicht als Glücksspiel anzusehen seien. Er äußerste sich dazu:

[…] Wenn ein Spiel in-Game Käufe ermöglicht wie bspw. Lootboxen und Skins, die Spielern als Möglichkeit angeboten werden, ihre Erfolgschancen zu erhöhen, dann sind diese Käufe grundsätzlich eine kommerzielle oder E-Commerce-Aktivität. Dies fällt unter das reguläre Verbraucherrecht.

Stanton steht damit allerdings im Widerspruch zu einem anderen Regierungsmitglied. Brendan MacNamara, verantwortlich für Glücksspiel-Politik im Justizministerium Irlands, unterzeichnete eine gemeinsame Erklärung von Glücksspiel-Regulierungsbehörden, in der diese ihre Bedenken bezüglich der Verwischung von Grenzen zwischen Glücksspiel und Gaming ausdrückten.

 

Seit Einführung der Lootboxen, mit denen Spieler zusätzliche Waffen oder andere Hilfsmittel für ihre Gaming-Charaktere kaufen können, sind diese in juristischen Kreisen höchst umstritten. Während die Hersteller argumentieren, dass diese Boxen lediglich ein optionales Feature seien, mit denen die Spieler die Stärke ihrer Charaktere aufbessern können, sind Regierungsstellen ganz anderer Ansicht.

 

Staatliche Vertreter warnen vor Lootboxen

Die Kritiker aus den Reihen der Regierungen und Organisationen zum Schutz vor Glücksspiel werfen den Herstellern vor, dass es Spielern ohne Kauf einzelner Boxen inzwischen unmöglich gemacht würde, das Spiel zu gewinnen, da Gegner mit der zusätzlich erworbenen Ausstattung für sie unbesiegbar seien.

 

Dieses sogenannte Pay-to-Win-System sei insbesondere für Jugendliche Gamer gefährlich, da sie auf diese Weise ein spielsüchtiges Verhalten entwickeln könnten.

 

Aus diesem Grund wird verstärkt der Vorwurf laut, bei den Lootboxen handele es sich in Wahrheit um eine verdeckte Art des Glücksspiels. In dieser Form äußersten sich jüngst die für das Glücksspiel verantwortlichen Behörden aus 16 Ländern, die vor den problematischen Auswirkungen der Lootboxen ausdrücklich warnten.

 

Zu diesen Ländern gehören unter anderem Großbritannien und die Benelux-Staaten, wo die Initiative ihren Anfang nahm. Aus Deutschland gibt es bisher keine eindeutige Position zu dem Thema. Das liegt hauptsächlich daran, dass das Glücksspiel hierzulande Ländersache ist.

 

Lootboxen erzielen bedeutende Umsätze

Für die Gaminghersteller kommt die Entscheidung der irischen Regierung zur rechten Zeit, denn sie erzielen inzwischen mit den Lootboxen hohe Umsätze. Deshalb wehren sie sich vehement gegen jegliche Einschränkung des Verkaufs.

 

Mit jedem Fürsprecher wächst ihre Chance, dass es europaweit zu keiner einheitlichen Front gegen den Vertrieb der Lootboxen kommt. Die Folge wäre, dass ihre Chancen auf die Verhinderungen von weiteren Restriktionen oder gar Verboten beim Verkauf der Boxen steigen.

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