, March 18, 2019

Der japanische Casino-Unternehmer Kazuo Okada (77) hat letzte Woche seinen eigenen YouTube-Kanal veröffentlicht.

 

Der „Pachinko-König“, der in den letzten Monaten immer wieder in Rechtsstreitigkeiten verwickelt war und im Jahre 2017 die Kontrolle über sein Unternehmen Universal Entertainment verlor, will mit der Social Media-Offensive für die Rückkehr in seine Firma kämpfen.

 

Okada leitet die zwei auf seinem YouTube-Kanal veröffentlichten Videos mit den Worten Arnold Schwarzeneggers aus dem Film „The Terminator“ ein: „I will be back“.

 

Vor der Kamera spricht er über seine persönlichen Herausforderungen und wirbt außerdem für seinen im März gestarteten Twitter-Account.

 

Um die Zahl seiner Follower auf der Videoplattform zu erhöhen, kündigte Okada an, unter all seinen Abonnenten einen Scheck in Höhe von 890.000 US-Dollar (ca. 780.000 Euro) verlosen zu wollen, sollte er seinen Posten als Vorstand bei dem Pachinko-Maschinenhersteller zurückerhalten.

 

 

 Okadas Weg zum Erfolg

 

Okada, der die Firma Universal Entertainment (damals Universal Lease) bereits im Jahre 1969 gründete, gilt als einer der Väter der asiatischen Casino-Industrie.

 

Der gelernte Ingenieur erfand nicht nur die in Japan beliebten „Pachi-Slots“, sondern entwickelte als Erster die sogenannte „Near-miss“-Funktion für Spielautomaten. Sie verleiht Spielern das Gefühl vom Beinahe-Gewinnen und motiviert so zum Weiterspielen.

 

Okadas Spielautomaten wurden in Japan zu einem Hit und beflügelten die Pachinko-Industrie des Landes zu einem Milliardengeschäft. Dies blieb auch den Glücksspielunternehmen in der Spielermetropole Las Vegas nicht verborgen, die die Automaten von Universal Entertainment bald in ihren Casinos aufstellten.

 

Der Erfolg brachte Okada in Kontakt mit bekannten Unternehmern wie Steve Wynn, bei dem Okada in den 2000ern die Summe von 380 Millionen US-Dollar (ca. 334 Millionen Euro) für Casino-Projekte in Macau und Las Vegas investierte und dafür einen Exekutivposten bei Wynn Resorts erhielt.

Die privaten Investitionen des Kazuo Okada

Kazuo Okada und Steve Wynn teilen mehr als nur die Unternehmensbranche. Ähnlich wie Wynn hat auch Okada Millionen in eine eigene Kunstsammlung investiert. Während Wynn vor allem internationale moderne und zeitgenössische Kunstwerke ankaufte, sammelte Okada japanische und fernöstliche Kunst sowie archäologische Artefakte.

 

Okadas Sammlung wird im Okada Museum of Art in Kanagawa in der Nähe von Tokio ausgestellt.

Zudem gründete Okada die Tiger Resort, Leisure and Entertainment Inc., die das Großprojekt „Okada Manila“ realisieren sollte. Der 2.4 Milliarden US-Dollar (ca. 2.1 Milliarden Euro) teure Casino- und Hotelkomplex befindet sich an der Bucht von Manila und wurde im Juli 2016 eingeweiht.

 

Während Okada außerhalb von Japan investierte, übertrug er wichtige Firmenposten an seine Frau, seinen Sohn Tomohiro und seine Tochter Hiromi. Sie bildeten einen relevanten Teil des Vorstandes von Universal Entertainment und erhielten durch das Vertrauen des Vaters Stimmrecht über die Besetzung leitender Positionen.

 

Der Verlust eines Lebenswerks

 

Kazuo Okada Portrait

Kazuo Okada kämpft um sein wirtschaftliches Erbe. (Quelle: https://twitter.com/kazuo_okada_J)

Dass Okada auf YouTube und Twitter um Mitstreiter für seine Sache werben muss, ist zumindest in seinen Augen einem Missbrauch dieses Vertrauens zu schulden.

 

Im Juni 2017 hatte der Vorstand von Universal Entertainment mitgeteilt, dass Okada als Geschäftsführer wegen mindestens drei nichtautorisierter Finanztransaktionen seiner Funktion enthoben werde.

 

Der Firmenpatriarch stand im Verdacht, in mindestens drei Fällen Firmengelder in Höhe von insgesamt 20 Millionen US-Dollar (ca. 17.5 Millionen Euro) für private Zwecke überwiesen und dadurch missbraucht zu haben. Ein Vorwurf, den Okada stets bestritten hat.

 

Durch die Entscheidung des Vorstands, die mit Zustimmung von Okadas Familie getroffen wurde, verlor Okada die Führung über Universal Entertainment und die Tiger Resort, Leisure and Entertainment Inc.

 

Dies war der Auftakt für einen schmutzigen Rechtsstreit, in dem der „Pachinko-König“ Frau, Sohn und Tochter verklagte, gleichzeitig aber auch die Schuld für das Zerwürfnis bei Funktionsträgern außerhalb der Familie suchte.

 

So bei Universal Entertainment Präsident Jun Fujimoto, der großen Einfluss auf Tomohiro Okada gehabt habe, wie Okada dem Branchenportal GGRAsia in einem Interview mitteilte:

„Letztendlich möchte ich, dass mein Sohn mein Geschäft weiterführt. Aber es ist bedauerlich, dass er nicht dem Weg folgt, den ich ihm wünschen würde. Ich weiß nicht warum, aber aus unbekannten Gründen scheint es, als wäre Tomohiro Herrn Fujimoto näher als mir.“

Okada, dessen Lebenswerk auf dem Spiel steht, wirkt isoliert. Ob ihm die sozialen Medien dabei helfen könnten, diese Isolation zu überwinden, ist fraglich.

 

Nach der Veröffentlichung seines YouTube-Kanals ließ Universal Entertainment am Wochenende in einem Statement wissen, dass man sich nicht zu den Inhalten äußern wolle. Nur eines stehe für das Unternehmen fest: Es gebe keine Chance für eine Wiedereinsetzung von Kazuo Okada.