, 13.02.2020

Die österreichische Lokalpartei Team Kärnten plant, im März einen Antrag auf ein Verbot des kleinen Glücksspiels beim Landtag in Kärnten einzureichen. Die Partei, die bei der Landtagswahl 2018 mit drei Sitzen in den Landtag einzog, hofft auf die Unterstützung der regierenden SPÖ-ÖVP-Koalition.

 

Innerhalb der Regierungskoalition jedoch herrscht Uneinigkeit über das Thema. Während die SPÖ Kärnten grundsätzlich ebenfalls gegen den Erhalt des kleines Glücksspiels ist, spricht sich die ÖVP klar für dieses aus.

Das „kleine Glücksspiel“ in Österreich bezeichnet Spielautomaten und VLT-Geräte, die außerhalb der Spielbanken aufgestellt sind. Aktuell erlauben lediglich die fünf Bundesländer Burgenland, Niederösterreich, Oberösterreich, Steiermark und Kärnten das kleine Glücksspiel. In Wien, Salzburg, Tirol und Vorarlberg ist es hingegen verboten.

Spielsuchtbekämpfung soll oberste Priorität haben

In Kärnten befinden sich derzeit 463 Spielautomaten. Diese bringen dem südlichsten Bundesland jährlich gut 8 Mio. Euro Steuergelder ein.

 

Für Gerhard Köfer, den Parteichef von Team Kärnten, sei dies jedoch keine Rechtfertigung, das kleine Glücksspiel weiterhin zu dulden.

 

Die Spielautomaten seien einer der Hauptgründe für die steigenden Zahlen Spielsüchtiger in der Region. Es sei daher unverantwortlich von der Politik, nichts dagegen zu unternehmen.

Spielsüchtige stehen oft vor den Trümmern ihrer Existenz. Nicht selten ist das Leben von Spielsüchtigen später auch von Gewalt, Kriminalität und vor allem von Schulden geprägt.

Kofer betont des Weiteren, dass genau jetzt der ideale Zeitpunkt für die Abschaffung des kleinen Glücksspiels sei. Mit der Ankündigung Novomatics, sich aus dem kleinen Glücksspiel zurückzuziehen, sei der wichtigste Hauptakteur bereits vom Markt verschwunden.

 

Die aktuell gültigen Lizenzen liefen planmäßig im Jahr 2025 aus. Bis dahin müsse eine Entscheidung seitens der Regierung getroffen werden, um zu verhindern, dass neue Lizenzen ausgestellt würden.

 

Sorge um das „illegale Glücksspiel im Keller“

Das Hauptargument der Befürworter des kleinen Glücksspiels ist jedoch, dass ein Verbot lediglich das illegale Glücksspiel befeuern würde. Diesen Einwand führte bisher auch die regierende ÖVP an.

 

Laut Köfer jedoch zähle dieses Argument nicht. Statt dem illegalen Glücksspiel mit dem legalen entgegenzuwirken, solle die Politik schlichtweg deutlich rigoroser gegen das illegale Glücksspiel vorgehen.

 

Der Politiker fordert daher ein „knallhartes behördliches und polizeiliches Vorgehen“. Ob der Antrag des Team Kärnten jedoch tatsächlich Gehör finden wird, bleibt abzuwarten.