, 24.03.2021

Die deutsche Softwarefirma TeamViewer ist mit Beginn der Fußballsaison 2021/22 der neue Hauptsponsor des britischen Premier League Clubs Manchester United. Die Nachricht über den kostspieligen Deal hat in den Medien und an der Börse in den letzten Tagen für Tumult gesorgt.

 

Nachdem der Aktienkurs des Unternehmens nach der Ankündigung vor fünf Tagen merklich abgestürzt war, rechtfertigte TeamViewer nun die Investition in einen der bekanntesten Fußballclubs der Welt. Wie das Finanzportal Finanzen.net heute Morgen berichtet hat, plane die Firma sogar noch weitere Deals.

 

Trotz der steigenden Verunsicherung unter den Anlegern stehe das Unternehmen dennoch hinter der Entscheidung. Oliver Steil, der Vorstandsvorsitzende von TeamViewer, kommentierte:

Wir investieren in die Zukunft. Die Investoren, die eher kurzfristig denken, sind vielleicht überrascht worden und schnell ausgestiegen. Aber für diejenigen, die langfristig orientiert sind, sind wir jetzt sehr attraktiv, attraktiver als zuvor.

Um tatsächlich zu einem weltweit erfolgreichen „Tech-Champion“ zu werden, müsse man in bekannte Marken investieren. Das sei nun einmal kostspielig, so Steil. Das Unternehmen wolle daher noch „ein oder zwei weitere signifikante Marketing-Partnerschaften“ schließen, die ebenfalls „global relevant“ seien.

 

Wie die FAZ am Montag berichtete, erachteten Sponsoring-Experten den Deal mit Manchester United tatsächlich als äußerst ungewöhnlich. TeamViewer sponsere den Top-Club ab Herbst mit 46 Mio. Euro pro Saison. Das entspreche 10 % seines Umsatzes.

 

Manchester United: Kein Glück mit Glücksspiel-Sponsoren

Für Manchester United ist der neue Deal in jedem Fall zunächst schlechter als der bisherige mit Chevrolet. Der Automobilhersteller sponserte die Red Devils in den letzten sieben Jahren mit 52 Mio. GBP (60 Mio. Euro) pro Saison. Offiziell läuft der Deal am 30. Juni 2021 aus.

 

Eine Verlängerung des Deals mit Chevrolet scheint zu keiner Zeit im Raum gestanden zu haben. Die Suche nach einem neuen Sponsor lief seit letztem Jahr daher auf Hochtouren.

Zu den zahlungskräftigsten Sponsoren im britischen Profi-Fußball zählten in den letzten Jahren vor allem Glücksspielanbieter. Viele der Clubs aus Premier League und Championship haben aktuell noch einen Buchmacher als Haupt- oder Nebensponsor. Britische Politiker fordern jedoch schon seit langem ein komplettes Verbot von Glücksspiel-Sponsoring im Sport. Dieses könnte laut britischen Medien bereits im Herbst dieses Jahres durchgesetzt werden.

Aufgrund des erwarteten Glücksspiel-Sponsoring-Verbots war es für den Top-Club daher keine Option, auf einen Glücksspiel-Anbieter als neuen Hauptsponsor zu setzen. Den letzten großen Glücksspiel-Sponsor hatte Manchester United von 2009 bis 2012 mit Betfair.

 

Der Drei-Jahres-Deal kostete den Buchmacher damals 100 Mio. GBP. 2018 fand der Club in Buchmacher MoBet einen Nebensponsor. Der vorgesehene Drei-Jahres-Deal für 12 Mio. GBP wurde jedoch aufgrund von Streitigkeiten beendet.

 

In seiner aktuellen Liste aus insgesamt 23 Sponsoren befindet sich nur ein Glücksspielunternehmen, der auf den asiatischen Markt ausgerichtete Buchmacher YABO. Der 2019 geschlossene Deal im Wert von 3 Mio. GBP pro Jahr könnte in Folge des drohenden Sponsoring-Verbots jedoch ebenfalls bald ein Ende finden.