Dienstag, 17. Mai 2022

Liechtenstein: Eröffnung des Casinos in Schaan trotz Kritik für April geplant

Liechtenstein

Liechtenstein soll schon bald sein fünftes Casino bekommen. Wie die Betreiber des Casinos „Maximus“ in Schaan in dieser Woche mitgeteilt haben, sei die Eröffnung für April geplant. Die Ankündigung habe Medienmeldungen zufolge jedoch Kritik in der Bevölkerung hervorgerufen.

In ihrer Pressemitteilung erklärte die MCL-Resorts AG, der genaue Eröffnungstermin werde noch bekanntgegeben. Die Besucherinnen und Besucher erwarte ein besonderes Eröffnungsangebot und ein „einzigartiges Spielerlebnis“.

Zu den Highlights des Casinos gehörten „i-Tables der neuesten Generation“. Dabei würden elektronische Tischspiele sowohl für Roulette als auch für Blackjack angeboten. Zudem stünden den Besucherinnen und Besuchern mehr als 200 Spielautomaten zur Verfügung. Moderne Technik und weiträumige Spielerplätze sollen höchste Sicherheit für die Spielerinnen und Spieler garantieren.

Für die Region bringe das Casino „Maximus“ einen „spürbaren Gewinn“, so die Betreiber:

Die Zusammenarbeit mit lokalen und regionalen Betrieben ist der Geschäftsführung besonders wichtig. Für den aufwendigen Neubau sowie den Unterhalt des Gebäudes sind Handwerksbetriebe und Dienstleister aus Liechtenstein im Einsatz.

Neben den Räumen für das Casino werde das Gebäude in der Zollstraße auch ein Hotel beherbergen. So könnten die Gäste vom Casino direkt mit dem Lift „nach Hause“ fahren. Im Hotelservice sowie im Spielbetrieb sollen rund 65 bis 70 neue Arbeitsplätze entstehen.

Bürgerinitiative für Verringerung der Casino-Anzahl

In der Bevölkerung dagegen regte sich Medienberichten zufolge Widerstand gegen die zunehmende Anzahl der Casinos in Liechtenstein. So setze sich die Initiativgruppe „Volksmeinung“ für eine Begrenzung der Casino-Anzahl ein.

Die Initiative erhalte laut Mitglied Hansjörg Frick viel Zuspruch aus der Bevölkerung. So habe Remo Hediger, ehemaliger Direktor der Fürst von Liechtenstein Stiftung, den Initiatoren bereits im Dezember geschrieben:

Endlich regt sich offener Widerstand gegen die Casinoflut. Den Initianten sei Dank! Mit Ach und Krach ist Liechtenstein das Schwarzgeldimage leidlich losgeworden, doch was jetzt passiert, ist viel schlimmer und unseriöser! Man geniert sich nicht, landauf landab Spielhöllen einzurichten, um armen süchtigen Schluckern ans Geld zu kommen, was letztlich auch die Kriminalität fördert. Der Staat verkündet noch stolz die daraus kassierten Einnahmen. Das ist doch nicht redlich verdientes Geld!

Die Zunahme der Casinos, so seine Prophezeiung, werde den Ruf des Fürstentums ruinieren. Sobald sich eine „Horde ausländischer Reporter“ dem Thema angenommen habe, werde die Situation in Liechtenstein in ganz Europa verbreitet. Der Schaden werde irreparabel sein.

Hansjörg Frick erklärte der Tageszeitung Volksblatt gegenüber, die Initiative wolle nun das Gespräch mit der Regierung suchen und über eine mögliche „Schadensbegrenzung“ diskutieren.