, 08.07.2020

Die niederländische Glücksspielaufsicht Kansspelautoriteit (KSA) hat am Dienstag eine neue Studie über die Entwicklung des landbasierten Glücksspielmarktes der Niederlande seit 2014 veröffentlicht [Seite auf Niederländisch].

 

Die KSA geht darin auch auf die zu erwartenden Veränderungen mit Inkrafttreten des neuen Online-Glücksspielgesetzes 2021 ein.

 

Im Fokus der Studie stehen die vier derzeit legalen Glücksspiel-Marktsegmente Lotterien, Sportwetten, Casinos und Spielautomaten. Zwischen 2014 und 2018 sei in allen vier Segmenten ein stetiges, wenn auch nur mäßiges Wachstum verzeichnet worden. Offizielle Zahlen für 2019 und 2020 liegen noch nicht vor.

 

Boom der Lotterien und Spielautomaten

Laut den Ergebnissen der Studie seien die Bruttospielerträge des gesamten legalen Glücksspielmarkes zwischen 2017 und 2018 um 4,7 % auf 2,63 Mrd. Euro angestiegen. Der Lotteriesektor habe dabei mit 47 % den Löwenanteil des Gesamtertrages generiert.

 

Basierend auf den Zahlen von 2018 lägen die durchschnittlichen jährlichen Ausgaben der Niederländer für Lottoprodukte mit 86 Euro pro Kopf über denen der benachbarten Deutschen (66 Euro) und Belgier (66 Euro) sowie über dem europäischen Durchschnitt (71 Euro).

 

Mit 41,5 % habe der Spielautomatensektor nach dem Lotteriesektor den zweitgrößten Anteil am gesamten Bruttospielertrag erzielt. Die staatlichen Spielbanken (Holland Casino) hingegen hätten 10 % der Erträge erwirtschaftet.

 

Legaler Sportwettenmarkt bildet Schlusslicht

Sportwetten hingegen hielten seit Jahren in den Niederlanden den kleinsten Marktanteil. Im Jahr 2018 habe der Sektor lediglich 1,5 % aller legalen Bruttospielerträge erwirtschaftet.

 

Die jährlichen Pro-Kopf-Ausgaben für Sportwetten lägen im europäischen Vergleich auf dem vorletzten Platz. Während die Niederländer im Durchschnitt 13 Euro ausgäben, liege der EU-Durschnitt bei 39 Euro. Auch die Deutschen befänden sich mit nur 16 Euro nur knapp über den Niederlanden.

 

Die KSA merkt an, dass die „Dunkelziffer“ jedoch deutlich höher sein könnte:

Dies kann damit erklärt werden, dass es kein legales Online-Angebot gibt und dass es nur zwei Sportwettenanbieter in den Niederlanden gibt. Diese Anbieter haben im Vergleich zur illegalen Konkurrenz ein begrenztes Produktangebot.

Wandel des Glücksspielmarktes ab 2021 zu erwarten

Es sei bekannt, dass bereits jetzt ein beachtlicher Teil der Niederländer auf internationalen Sportwetten-Plattformen tippe.

Eine Studie im Jahr 2016 habe ergeben, dass 40,6 % der Niederländer Sportwetten bei Online-Anbietern ohne niederländische Lizenz abschlössen. Schätzungen zufolge erwirtschafte der illegale Sportwettensektor viermal so viel Geld wie der legale.

So könnte sich laut KSA mit Inkrafttreten des Online-Glücksspielgesetzes 2021 zumindest im Sportwettensektor ein deutlich anderes Bild abzeichnen.

 

Die KSA gehe jedoch nicht davon aus, dass sich die Legalisierung des Online-Glücksspiels negativ auf die Einnahmen der anderen drei landbasierten Sektoren auswirken werde.