, 25.06.2017

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56 % der maltesischen Bevölkerung über 18 Jahre haben 2015 gespielt. (Bildquelle)

Die Malta Gaming Authority (MGA) hat die ersten wissenschaftlich fundierten Zahlen zum Glücksspiel auf der Mittelmeerinsel herausgegeben. Untersucht wurde die Nutzung verschiedener Glücksspielangebote, das Spielaufkommen in Bezug auf den erwirtschafteten Umsatz sowie potenzielle Risikogruppen für Spielsucht. Alle Angaben gelten für das Jahr 2015/2016. Probandengruppe war ein Pool von 1.000 Maltesern. Die Ergebnisse zeigen, dass die maltesische Bundeslotterie die beliebteste Form von Glücksspiel ist. Sie zeichnet für rund 41 % aller Umsätze verantwortlich. Insgesamt beliefen sich diese auf 125 Millionen Euro.

 

Wissenschaft vor Hörensagen

Mit der Studie werden die ersten wirtschaftlichen und sozialen Eckpunkte zum Glücksspiel auf Malta geliefert. Auf Basis der Ergebnisse sollen in Zukunft auch Strategien entwickelt werden, um spielsuchtgefährdeten oder bereits betroffenen Menschen besser helfen zu können. Joseph Cuschieri, Vorstandsvorsitzender der MGA, stellte den Bericht als wichtige empirische Orientierungshilfe vor, die Hörensagen vorbeugen soll:

„Wir veröffentlichen zum ersten Mal eine wissenschaftliche Studie, die das Spielverhalten der maltesischen Bürger auf den Punkt bringt. Wir wollen damit allen Akteuren auf dem Markt ein Hilfsmittel an die Hand geben, das anstelle von subjektiven Eindrücken auf wissenschaftlichen Ergebnissen basiert. Damit möchten wir ein fundiertes Gespräch über die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Folgen des Spielverhaltens der Malteser ermöglichen. Die Studie liefert außerdem Anhaltspunkte zur Verbreitung von Spielsucht auf Malta.“

Mehr als die Hälfte der Bevölkerung spielt

Die MGA geht davon aus, dass die maltesische Bevölkerung im Erhebungszeitraum rund 125 Millionen Euro in Glücksspiel investiert hat. Spitzenreiter ist die Nationallotterie Maltas, auf die über 41 % der Umsätze entfallen. Auf Platz zwei folgen Unterhaltungskomplexe. Schätzungsweise 56 % der Einwohner Maltas über 18 Jahre haben im letzten Jahr gespielt. Das entspricht ungefähr 195.300 Menschen. Von den spielenden Personen nutzen 46 % kostenlose Spiele ohne Geldeinsatz. Die übrigen 54 % investieren im Durschnitt 12,30 € pro Woche ins Glücksspiel. Mehr als 2/3 der Befragten geben zudem nicht mehr als 2 % ihres Einkommens für Glücksspiele aus.

 

Personen ab 45 Jahren besonders anfällig

Die Ergebnisse zeigen auch, dass Personen im Alter von 45 Jahren oder aufwärts den Großteil derjenigen Personen ausmachen, die um Geld spielen. Laut der Studie haben sie oft einen mittleren Bildungsabschluss, sind jedoch nicht berufstätig. Zwischen 1 % – 2 % der Malteser seien außerdem von negativen Auswirkungen ihrer Spielaktivitäten auf ihren Lebensstil betroffen. Das entspricht einer absoluten Zahl von 2.000 bis 4.000 Personen. Insgesamt leben auf Malta mehr als 430.000 Menschen. Weitere Ergebnisse der Studie sind:

 

  • Die durchschnittliche Spielzeit liegt bei 40 Minuten pro Woche
  • Lediglich 1 % der Spieleausgaben entfällt auf Remote Gaming
  • 81,2 % der Malteser hatten 2015 Zugriff auf das Internet
  • Ältere Bürger mit einem geringen, aber stabilen Einkommen, nutzen eher Echtgeldspiele
  • In der Altersgruppe 60+ werden keine Online Angebote genutzt, bei den 18-24-Jährigen dafür umso mehr

 

Regulierter Markt ist nicht für Probleme verantwortlich

Ein wichtiger Punkt des Berichts ist die Feststellung, dass problematisches Spielverhalten in der Regel nicht über regulierte Angebote entsteht. Auffälligkeiten in diesen Bereichen seien überschaubar. Im Umkehrschluss bedeute dies, dass sich ernstzunehmende Abhängigkeiten oder anderweitige Probleme durch die Nutzung illegaler Angebote entwickeln. Diese Schlussfolgerung bestätigt den Trend in anderen europäischen Ländern, die mit ähnlichen Problemen zu kämpfen haben. Aus diesem Grund drängen verschiedene Organisationen und Verbände auf die Ausbildung und den Einsatz von mehr Fachkräften im Bereich Spielsucht. Die Malta Gaming Authority unterstützt diesen Ansatz. Verantwortungsbewusstes Spiel gehöre sowohl zum Berufsethos als auch zu den offiziellen Unternehmenszielen der MAG.

 

Malta ist das Glücksspielmekka Europas

Malta ist bekannt für seine glücksspielfreundliche Haltung. Aus diesem Grund haben mehrere hundert Glücksspielunternehmen ihren Sitz auf der Insel. Mit den Lizenzen der MGA können sie ihre Dienste und Produkte auch in anderen Ländern innerhalb der EU anbieten. Damit gehört Malta neben Gibraltar und Großbritannien zu einem der wenigen Mitgliedstaten der EU, die das Glücksspiel fördern. Wie es jedoch mit dem bevorstehenden Austritt Großbritanniens aus der EU mit Gibraltar weitergeht, ist noch ungewiss. Den dort ansässigen Firmen ist in jedem Fall an einem Verbleib in der EU gelegen.