, 27.02.2019

Der englische Premier League Top Verein Manchester United liefert seit der Übernahme durch Ole Gunnar Solskjær erstaunliche Ergebnisse. Aktuell jedoch sind viele der Stammspieler verletzt und es stehen viele wichtige Spiele bevor. Können die hohen Ansprüche an das Team weiterhin für Erfolg sorgen und nicht nur eine gute Tabellenposition, sondern auch den Verbleib des Trainers garantieren?

 

Der beeindruckendste Rekordstart in der Premier League

Hätte man die englische Premier League kurz vor Weihnachten noch einmal auf null gesetzt, wäre Manchester United noch vor Liverpool und Manchester City auf dem Spitzenplatz der Tabelle.

 

Denn seit der Norweger Ole Gunnar Solskjær die Red Devils trainiert, ist die Mannschaft auf einem beeindruckenden und steilen Erfolgskurs. Seit seinem ersten Spiel als Man United Trainer am 22. Dezember in Cardiff hat Solskjær sein Team nicht eine Niederlage erleben lassen.

 

Seither wurden zehn Spiele gespielt, von denen der Club acht gewinnen und zwei mit einem Unentschieden beenden konnte. Gegentore gab es lediglich sechs, weniger als Liverpool (8) und Manchester City (10) im selben Zeitraum kassieren mussten.

 

Insgesamt konnte Manchester United seit kurz vor Weihnachten 26 Punkte sammeln. Das ist in der gesamten Premier League Geschichte zuvor noch keinem Trainer innerhalb einer so kurzen Zeit gelungen. Wie hat Solskjær das geschafft?

Aktuell befindet sich Manchester United mit 52 Punkten nur auf dem fünften Tabellenplatz. Während die Top 3 Positionierten Liverpool (66), Manchester City (65) und Tottenham (60) punktemäßig nur schwer zu erreichen sein werden, ringen die Red Devils mit Arsenal (53) und Chelsea (50) um den vierten Tabellenplatz.

Als der ehemalige Manchester United Trainer Mourinho im Dezember kurzer Hand entlassen wurde, warf man Solskjær als Interim-Trainer ins kalte Wasser. Im Angesicht einer Mannschaft, die unter Mourinho seit Saisonbeginn rapide die Tabelle herabstieg, war der Druck auf Solskjær immens.

 

Den Druck hat der 46-Jährige sich zu Nutze gemacht. Nachdem er sein Team zunächst ermutigte, „einfach Manchester United“ zu sein und mit Leidenschaft und Positivität zu spielen, blühte die Mannschaft sofort auf.

 

Nach den ersten Erfolgserlebnissen gegen Cardiff (5:1), Huddersfield (3:1) und Bournemouth (4:1), konnte das Jahr 2019 frisch beginnen. Solskjær pushte das Team, durchaus auch an dessen physiologische Grenzen.

 

Von einer durchschnittlichen Sprint-Zeit von 98,6 Sekunden pro Spiel, steigerte sich die Mannschaft auf 108,6 Sekunden. Doch hat Solskjær seinen Jungs damit zu viel abverlangt?

 

Zahlreiche Spieler nach Liverpool Match verletzt

Das letzte Spiel gegen Tabellenführer Liverpool war harsch und der Kampf um das durchaus wohlverdiente Unentschieden erbittert. Drei Spieler mussten innerhalb der ersten 22 Spielminuten ausgewechselt werden.

 

Marcus Rashford Manchester United

Marcus Rashford nicht einsatzbereit (Bild: Wikipedia)

Juan Mata (30), Ander Herrera (29) und Jesse Lingard (26) mussten allesamt wegen einer Oberschenkelzerrung den Platz verlassen. Auch Marcus Rashford (21) verletzte sich bereits zu Beginn des Spieles, in diesem Fall am Fußknöchel, nach einem Tackle von Liverpools Jordan Henderson (28).

 

Derzeit fehlen auch Nemanja Matić (30), Phil Jones (27), Antonio Valencia (33), Anthony Martial (23) und Matteo Darmian (29), die nämlich nach vorherigen Verletzungen noch immer nicht einsatzbereit sind.

 

Doch Solskjær plane trotz der aktuellen Verletzungen nicht, die Latte für die Leistungen seiner Spieler tiefer zu hängen. Im Gegenteil erklärte er, dass es für den Erfolg des Teams nötig gewesen sei, von Beginn an höchste Anforderungen zu stellen:

 

Wann sollte man denn Änderungen vornehmen? Wartet man bis vor der nächsten Saison und bittet die Spieler, bis dahin nicht zu rennen? Oder fängt man direkt an und zeigt den Spielern, welche Ansprüche an die Spielintensität gestellt werden und wie wir als Team spielen wollen? Sie haben gesehen, welchen Weg ich gewählt habe. Wir müssen als das Manchester United Team spielen. Und wer Teil des Manchester United Teams sein möchte, für den gilt: nur die stärksten überleben.

Lukaku und Sánchez auf die Probe gestellt

Ohne die vielen verletzten Stammspieler erwartet das Team jetzt eine neue Herausforderung. Gefordert werden heute Abend vor allem die Stürmer Romelu Lukaku (25) und Alexis Sánchez (30). Beide hätten ein großes noch ungenutztes Potential und genau jetzt die Chance, dieses zu zeigen.

 

Weitere Spieler, die heute Abend nach langem Warten auf der Ersatzbank zum Zuge kommen werden, sind die Jungtalente Angel Gomes (18), Tahith Chong (19) und James Garner (17). Solskjær hatte letzteren gezielt aus dem Jugendteam des Clubs gewählt, da er auch hier großes Potential sehe.

 

Solskjær geht davon aus, dass Roy Hodgson sein Team Crystal Palace [Details zum Spiel auf Englisch] sehr gut aufstellen wird. Hodgson selbst jedoch rechne nicht mit einem Sieg, wie er der Presse mitteilte. Er wisse, wen er mit Manchester United vor sich habe und sei beeindruckt von Solskjærs bisheriger Leistung als Trainer.

Heute Abend um 21 Uhr deutscher Zeit ist Anpfiff des Crystal Palace – Manchester United Spiels. Unter Buchmachern wird davon ausgegangen, dass Manchester United auch diese Partie für sich entscheiden wird. Mit durchschnittlichen Quoten von 13/10 ist also auf einen glatten Sieg des Teams wenig Gewinn zu erwarten. Wer hingegen auf ein Unentschieden oder einen Sieg Crystal Palace‘ setzt, erhält leicht bessere Quoten von 12/5.

 

Ein torloses Spiel wie jenes gegen Liverpool halten die Buchmacher für unwahrscheinlich. Wer dennoch darauf setzt, kann sich über Quoten von gut 17/2 freuen. Schaut man auf die Wettquoten der korrekten Ergebnisvorhersagen, lohnt sich das Platzieren von Wetten deutlich mehr. Jedes denkbare realistische Endergebnis bringt Quoten von zwischen 5/1 und 50/1, weshalb sich hier Mehrfachwetten rechnen werden.

Alle lieben Ole

Für Trainer Ole Gunnar Solskjær hängt beruflich alles von den Erfolgen des Teams ab. Zunächst nur als Interim-Manager berufen, ist seine Zukunft aktuell noch ungewiss. Fragt man jedoch die Spieler des Teams und die Fans, ist eines nicht zu leugnen: Alle liebe Ole und der Norweger soll bleiben.

 

Jose Mourinho

Fans sind über die Entlassung Mourinhos froh (Bild: Wikipedia)

Solskjær selbst soll sich Berichten zufolge inzwischen auch eine feste Wohnung in Manchester gesucht haben. Bisher weilte er im Lowry Hotel in der Innenstadt. Damit ist er sogar Mourinho einen Schritt voraus, der es während seiner gesamten Zeit als Trainer nicht schaffte, eine permanente Bleibe in der Stadt zu finden.

 

Vielleicht bedeutet die neue Wohnsituation, dass der Verein sich längst für Solskjær auch nach dieser Saison entschieden hat. Der 46-Jährige selbst betonte gegenüber den Medien mehrfach, dass er sich wünschen würde, zu bleiben.

 

Die Chancen, dass dies tatsächlich so sein wird, steigen mit jedem Sieg und mit jedem Sympathiepunkt, den der Norweger bei den Fans gewinnt. Längst singen diese mit Begeisterung seinen Namen im Stadion und die Lobpreisungen nehmen kein Ende.