, 16.01.2019

Wie die Daimler AG gestern in Stuttgart bekanntgab, steigt Mercedes-Benz als erster deutscher Automobilhersteller in ein eSports-Team, SK Gaming, ein. Auch der 1. FC Köln wird Teilhaber von SK Gaming werden.

 

Mercedes-Benz baut Engagement im eSport aus

 

Mercedes-Benz engagiert sich bereits seit zwei Jahren im eSports-Bereich und möchte dieses Engagement nun ausbauen. Im Jahr 2017 begann Mercedes, mit ESL zu kooperieren, einem der größten Unternehmen im Bereich der eSports und Veranstalter von Turnieren und Ligen.

 

Die Zusammenarbeit beinhaltet unter anderem das Sponsoring von Turnieren wie der ESL One in Hamburg. Mercedes-Benz stellt beispielsweise bei Turnieren der Dota-2-Serie (Videospiele des Genres Multiplayer Online Battle Arena) die Transportfahrzeuge für die Spieler.

 

Mit seinem Engagement will Mercedes-Benz das Sportsponsoring zukunftsorientiert ergänzen. Zudem sieht die Marke eSports als Möglichkeit, eine neue Zielgruppe zu erreichen. Sobald die Zustimmung der regulatorischen Behörden vorliege und die Transaktion vorgenommen sei, werde Mercedes-Benz aktiver Teil der eSports-Szene. Mit der Beteiligung an SK Gaming bekenne sich der Automobilhersteller zum professionellen Gaming.

Über SK Gaming

 

Die deutsche eSport-Organisation SK Gaming GmbH & Co. KG wurde im Jahr 1997 in Oberhausen gegründet. Der Name SK stand zunächst für Schröt Kommando, später für Schroet Kommando. Der Begriff soll aus dem Ausruf „Schroet!“ eines der Mitglieder hervorgegangen sein, der für das Spielen mit einer Doppelflinte steht. Das Unternehmen stellt Teams und Spieler, die an Computerspielen wie Counter-Strike, League of Legends und FIFA teilnehmen. Vor allem das Counter-Strike-Team von SK Gaming gehört zu den weltweit bekanntesten eSports-Teams.

Das professionelle Gaming stehe für Mercedes-Benz an der „Speerspitze einer globalen Jugendkultur“. ESports werden dabei nicht als Modeerscheinung, sondern vielmehr als Ausdruck einer ganzen Generation betrachtet.

 

Bettina Fetzer, Marketing-Chefin von Mercedes-Benz erklärt:

„Uns fasziniert sowohl die Begeisterung dieser jungen und digitalen Generation für professionelles Gaming als auch die völlig neue Art des Medienkonsums und der Kommunikation innerhalb der Fangemeinde. Mit der Beteiligung an SK Gaming wollen wir uns an diesem Austausch beteiligen – offen, partnerschaftlich und neugierig.“

Die Trikots der SK Gaming Teams werden künftig den Mercedes-Stern tragen und somit das Logo von Mercedes-Benz bei der League of Legends Liga sowie bei Spielen wie FIFA oder Clash Royale präsentieren. Zudem sind umfangreiche Content-Projekte und ein gegenseitiger Austausch von Know-how geplant.

 

Der 1. FC Köln als Anteilseigner von SK Gaming

 

Neben der Daimler AG wird auch der 1. FC Köln in SK Gaming investieren, wie der Fußballclub gestern bekanntgab. Auch der Verein plane, mit seiner neuen Digitalisierungsstrategie die junge Zielgruppe zu erreichen und den FC als professionellen Fußballclub zu stärken.

 

Der Geschäftsführer des 1. FC Köln, Alexander Wehrle, sagte zur Beteiligung an SK Gaming:

„Unsere bisherige Kooperation hat gezeigt, dass der FC und SK Gaming sehr gut zusammenpassen. Nun gibt es eine einmalige Gelegenheit, in ein Top-Unternehmen des boomenden eSports einzusteigen, zu dem wir eine persönliche Bindung haben und mit dem wir unsere Verwurzelung in Köln teilen. Diese Chance wollten wir nutzen. Dass neben uns auch Daimler Anteilseigner wird, zeigt, wie rasant sich der eSport entwickelt hat und welche wirtschaftlichen Potenziale er hat.“

Der Fußballverein kooperiert bereits seit Januar 2018 mit SK Gaming. Im Zentrum der Zusammenarbeit stand zunächst der Wissensaustausch. So hat der FC die Spieler von SK Gaming bei der Turniervorbereitung in den Bereichen Training, Fitness und Ernährung unterstützt.

1. FC Köln

Neben Mercedes-Benz wird der 1. FC Köln Anteile an SK Gaming erwerben. (Bild: Flickr)

 

SK Gaming hat den FC im vergangenen Jahr zu Entwicklungen und Möglichkeiten im eSport-Markt beraten. Das Unternehmen stellt die professionellen FIFA-Spieler Mirza Jahic, Niklas „Bomb“ Flöck, Dylan „DullenMIKE“ Neuhausen und Timo „Praii“ Gruneisen. Sie werden für den 1. FC Köln bei der Virtuellen Bundesliga (VBL) antreten.

 

Für die VBL haben SK Gaming und der FC ein eigenes Trikot entwickelt, das ein gemeinsames Logo trägt. Zum Auftakt der Virtuellen Bundesliga werden die Spieler heute im Kölner RheinEnergieSTADION auf den VfL Wolfsburg, der sich bereits seit 2015 aktiv an eSports beteiligt, treffen.

 

Dritter Anteilseigner wird neben dem 1. FC Köln und Daimler Alexander Müller, CEO und Gründer von SK Gaming, sein. Er sagt zur Beteiligung des Fußballclubs:

„Schon 1997, als wir SK Gaming gestartet haben, waren wir fest davon überzeugt, dass professionelles Gaming einmal weltweit erfolgreich und beliebt sein wird. Diese Entwicklung treiben wir mit all unserer Leidenschaft in der täglichen Arbeit voran. Trotz des Blicks auf den globalen Markt ist es für uns als Kölner Unternehmen etwas ganz Besonderes, mit dem 1. FC Köln so eng verbunden zu sein. Ich bin sicher, dass wir gegenseitig voneinander viel lernen und profitieren werden und dass sich dieses Engagement für den FC voll auszahlen wird.“

Neben dem 1. FC Köln und dem VfL Wolfsburg steigen immer mehr Fußballvereine in eSports ein, um sich der jüngeren Zielgruppe zu öffnen und sich neue Marketing-Möglichkeiten zu erschließen.