, 04.10.2019

Die Überlebenden und Hinterbliebenen der Terrorattacke in Las Vegas, die im Jahr 2017 stattfand und 58 Menschen das Leben kostete sowie 422 weitere verletzte, haben sich mit MGM auf einen außergerichtlichen Vergleich geeinigt. Der Gesamtwert des Vergleichs soll sich auf rund 800 Millionen US Dollar belaufen.

 

MGM ist Besitzer des Mandalay Bay Hotels, in dem vor zwei Jahren der 64-jährige Stephen Paddock von seinem Fenster aus das Feuer auf ein Country-Musikfestival eröffnete.

 

Am Donnerstag dieser Woche erklärte sich MGM bereit, bis zu 800 Millionen US Dollar (ca. 729 Millionen Euro) für die Beilegung der von den Opfern eingebrachten Klagen zu zahlen. Trotz der Zahlung wird MGM keine Schuld für den Vorfall eingestehen müssen.

Der Vorfall ist der tödlichste Massenmord durch einen Einzeltäter in der Geschichte der Vereinigten Staaten. Die Tat rückte erneut die Waffengesetze des Landes in den Fokus, insbesondere in Bezug auf Bump-Stocks, mit denen Paddock Schüsse in schneller Folge und mit einer hohen Feuerrate abfeuerte, die der von automatischen Waffen ähnelt. Infolgedessen wurden Bump-Stocks im Dezember 2018 vom US-Justizministerium verboten. In Kraft trat die Verordnung offiziell im März 2019.

MGM nimmt Kurzwechsel vor

 

Der geschlossene Vergleich scheint Rechtsstreitigkeiten zu klären, die neuartige und relevante Fragen aufgeworfen hatten, einschließlich der Frage, wie schuldhaft große Unternehmen und Immobilienbesitzer im Falle eines Terrorangriffs sind.

 

MGM wurde im Juli 2018 mit Hunderten von Klagen konfrontiert und geriet anschließend stark in die Kritik (Seite auf Englisch). Das Unternehmen hatte vehement versucht, jegliche Haftung zu negieren und leitete selbst Gegenklagen gegen die Überlebenden ein. Als Grundlage hierfür versuchte das Unternehmen ein geltendes Bundesrecht zu nutzen, welches vorsieht, dass Unternehmen, die Sicherheitstechnologien für Terrorismusbekämpfung einsetzen, keine Haftung im Falle einer Terrorattacke zu befürchten haben.

 

Jedoch lenkte MGM schließlich ein und begann einen Umdenkprozess. Waren bis zum Februar dieses Jahres noch beide Seiten in Mediation verwickelt, konnten die groben Umrisse des heutigen Vergleichs bereits im Mai ausgearbeitet werden.

 

MGM Geschäftsführer Jim Murren sagte zu der Vereinbarung:

„Unser Ziel war es von Anfang an diesen Fall abzuwickeln, sodass unsere Anwohner, die Opfer und deren Familien in ihrem Heilungsprozess vorankommen. Die getroffene Vereinbarung mit den Anwälten der Kläger ist ein riesiger Schritt vorwärts, auf den wir lange gehofft hatten.“

Einer der Anwälte der Opfer, Robert Eglet, bestätigte, dass die getroffene Einigung im Bereich von 735-800 Millionen läge und nahezu alle Klagen und Ansprüche gegen MGM im Zusammenhang mit dem Angriff abdecke.

 

Ein weiterer Anwalt der Opfer, Craig Eiland, sagte, dass die Einigung voraussichtlich 4500 Menschen umfassen werde und sich von Todesfällen bis hin zu Menschen mit PTBS erstrecke.

 

MGM zahlt nur einen Bruchteil selbst

 

Abhängig von den endgültigen Kosten des Vergleichs wird fast die gesamte Summe der Auszahlungen für die Opfer von den Versicherern MGMs stammen. Das Deckungslimit des Unternehmens lag in diesem Fall bei 751 Millionen Dollar. Demnach muss MGM höchstens 49 Millionen Dollar selbst zahlen.

 

Die Einigung könnte ein Schritt in die richtige Richtung für alle Beteiligten sein. Sie könnte die Opfer nach vorne blicken lassen und MGM die Gewissheit geben, mit welchen finanziellen Schäden das Unternehmen zu rechnen haben könnte.

 

Zudem könnte die Tatsache, dass MGM kein Schuldeingeständnis ablegen musste, als Erfolg für das Unternehmen gewertet werden.

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