, 25.02.2020

Die britische Glücksspielkommission UKGC sowie die Gibraltar Gambling Licensing Authority haben in der vergangenen Woche die Lizenzen des Glücksspiel-Anbieters Addison Global Ltd., des Mutterunternehmens des Sportwetten-Anbieters MoPlay, aufgehoben.

 

Laut einer Mitteilung auf der Webseite von MoPlay seien Auszahlungen derzeit nicht möglich, da sich das Unternehmen mit finanziellen Schwierigkeiten konfrontiert sehe. Während in der vergangenen Woche Auszahlungen noch möglich gewesen sein sollen, stellte MoPlay die Verarbeitung der Auszahlungsanfragen am Wochenende vollends ein.

 

So heißt es auf der britischen Webseite:

„Aufgrund finanzieller Schwierigkeiten können wir Abhebungen nicht verarbeiten. Wir machen Sie auf Abschnitt 9 unserer Allgemeinen Geschäftsbedingungen aufmerksam, der sich auf den Status der Einlagen im Insolvenzfall bezieht.”

In der Klausel weist MoPlay darauf hin, dass im Falle einer Insolvenz die finanziellen Mittel nicht mehr getrennt von den Vermögenswerten des Unternehmens behandelt würden und die Möglichkeit bestehe, dass Kunden ihr Geld nicht zurückerhielten.

Während die Webseite von MoPlay in Großbritannien gänzlich vom Netz genommen sein soll, ist der Anbieter in Deutschland noch abrufbar, allerdings mit dem Hinweis, dass derzeit nur Auszahlungen bearbeitet würden und alle anderen Funktionen ausgesetzt seien.

 

MoPlay Webseite

Deutsche Spieler können sich ihr Guthaben möglicherweise noch auszahlen lassen. (Bild: moplay.com)

 

Deutsche Spieler könnten somit noch die Möglichkeit haben, sich ihr Guthaben auszahlen zu lassen. Es ist allerdings zurzeit unklar, ob MoPlay seine Geschäftsaktivitäten in Deutschland wieder aufnehmen wird.

MoPlay verschuldet und führungslos

Das Unternehmen soll Partnerunternehmen große Beträge schulden. Auch Manchester United verklagte MoPlay auf 10 Mio. GBP. Das Wettunternehmen soll die vertraglich vereinbarten Werbegelder nicht bezahlt haben.

 

Die Geschäftsleitung von Addison Global soll kurz vor der Aussetzung der Gibraltar-Lizenz des Unternehmens massenhaft zurückgetreten sein. Medienberichten zufolge soll ein Hauptaktionär dem Unternehmen seine finanzielle Unterstützung verwehrt haben, um es am Leben zu erhalten.

 

Andrew Lyman von der UK Gambling Commission kommentierte:

“Es ist äußerst enttäuschend, dass die versprochene finanzielle Unterstützung des Aktionärs nicht zustande gekommen ist, denn das Unternehmen hat nicht die finanzielle Unterstützung erhalten, die bei der Lizenzierung vorgesehen war.“

Die offensichtliche Insolvenz von MoPlay könnte eine weitere Belastung für die britische Regulierungsbehörde [Seite auf Englisch] bedeuten, zumal der Verbraucherschutz zu einem der zentralen Aspekte bei der Glücksspielregulierung zählt.

 

Dies könnte weiteren Nährboden für Kritik seitens der Glücksspielgegner im britischen Parlament bieten, die die Auffassung vertreten, die UKGC sei nicht konsequent genug im Umgang mit den Lizenznehmern. Es bleibt nun abzuwarten, wie sich die Situation entwickeln wird.

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