, 25.01.2020

Rugby-Star Sonny Bill Williams (34) wird in der anstehenden Saison der Super League kein Logo von Glücksspielanbieter und Super League Sponsor Betfred präsentieren. Das Werben fürs Glücksspiel widerspreche seinem Glauben, so der Neuseeländer, der im Jahr 2008 zum Islam konvertierte.

 

Glücksspiel ist „haram“

 

Wenn am 2. Februar das kanadische Toronto Wolfpack erstmals bei der Super League in England auf dem Platz steht, wird mindestens einer der Spieler kein Logo von Liga-Sponsor Betfred auf dem Trikot tragen.

 

Bereits im Vorfeld der Meisterschaft, die auch als Betfred Super League bezeichnet wird, machte Sonny Bill Williams klar, dass er nicht für den Buchmacher werben werde. Dies verbiete ihm sein Glaube, so der Profisportler.

Im Islam gilt Glücksspiel als “haram” (“religiös verboten”). Einen Hinweis hierauf soll Sure 2, Vers 219 im Koran geben, die besagt:

 

„Man fragt dich nach dem Wein und dem Losspiel. Sag: In ihnen liegt eine schwere Sünde. Und dabei sind sie für die Menschen (auch manchmal) von Nutzen. Die Sünde, die in ihnen liegt, ist aber größer als ihr Nutzen.“

Rückendeckung bekommt der 34-Jährige von seinem Verein. Im Gespräch mit britischen Medien (Seite auf Englisch) bestätigte Toronto-Präsident Bob Hunter die Entscheidung seines Spielers.

 

Williams habe sehr deutlich gemacht, dass das Tragen des Betfred-Logos für ihn ausgeschlossen sei. Der Verein befinde sich nun in Gesprächen mit den Verantwortlichen. Er gehe davon aus, dass Sponsor Betfred seine Position teile und Rücksicht auf die religiösen Gefühle des Spielers nehme.

 

„Zentraler Bestandteil des Glaubens“

 

Bereits 2017 hatte Williams, der damals noch für die neuseeländischen Auckland Blues spielte, das Logo eines Werbepartners auf seinem Trikot überklebt. Die New Zealand Rugby Union hatte diesem Vorgehen zugestimmt.

 

Der Öffentlichkeit gegenüber erklärte Williams damals:

Meine Weigerung, Kleidung zu tragen, die Banken, Alkohol und Glücksspielunternehmen vermarktet, ist zentraler Bestandteil meiner religiösen Überzeugungen. Während ein Logo auf einem Trikot manchen Leuten wie eine Kleinigkeit erscheint, ist es mir wichtig, dass ich in Bezug auf meinen Glauben das Richtige tue und ich hoffe, dass die Leute das respektieren.

Wie genau die Ausnahmeregelung der Super League aussehen könnte, ist bislang nicht bekannt. Denkbar, so Hunter, sei vielleicht die Darstellung eines alternativen Sponsors auf dem Trikot von Sonny Bill Williams.

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