, 11.08.2020

Italiens Ministerium für Land- und Forstwirtschaft (Mipaaf) diskutiert derzeit Maßnahmen zur Förderung des italienischen Pferdesportes. Wie der Staatssekretär des Ministeriums, Giuseppe L’Abbate, gegenüber der Pferdesportzeitung Trotto & Turf erklärt hat, sollten der Pferdesport und die dazugehörigen Wetten „wiederbelebt“ werden.

 

Zudem solle der Sport erneut an Attraktivität gewinnen. Neue Arten der Pferdewetten könnten dazu beitragen, dass die Menschen wieder mehr Interesse entwickelten, die Rennbahnen für Live-Events zu besuchen und sich aktiv in den Sport einzubringen.

 

L’Abbate, der der sonst Glücksspiel-kritischen Fünf-Sterne-Bewegung angehört, betont, dass das Ministerium keineswegs darauf abziele, die Pferdewetten abzuschaffen. Vielmehr sollten Pferdewetten einen ähnlichen Stellenwert erhalten wie andere Sportwetten.

 

Das betreffe vor allem die dazugehörige Sportwettensteuer. Der Politiker erklärt:

Wir haben die Wetten nie abgeschafft und wir denken auch nicht daran, dies zu tun, denn sonst bräuchten wir eine alternative Einnahmequelle, um staatliche Dienstleistungen zu finanzieren. Die Erhöhung des Steuersatzes für Pferdewetten auf das Niveau anderer Sportwetten hingegen könnte dem Staat höhere Einnahmen einbringen.

Laut Angaben der italienischen Zollverwaltungsbehörde (ADG) liegt der Steuersatz für Wetten mit festen Quoten derzeit bei 18 % auf die Nettoeinnahmen im landbasierten Sektor und bei 22 % im Online-Sektor. Bei Pferdewetten liegt der Satz einheitlich bei 14,19 %.

 

 

Mehr Eigenverantwortung seitens der Rennbahn-Betreiber

Das Ministerium wolle darüber hinaus verstärkt mit den Kommunen des Landes, denen die Rennbahnen gehören, zusammenarbeiten. Durch gezielte Kampagnen könne der Sport wieder einen höheren Stellenwert in der Kultur erreichen, so L’Abbate.

 

Nicht zuletzt jedoch sei es von größter Wichtigkeit, dass die Inhaber der Rennbahnen ihrerseits Verantwortung übernähmen, um aktiv zu einem erfolgreichen Betrieb beizutragen.

Sie können sich nicht mehr nur darauf verlassen, allein mit den Ressourcen des Ministeriums zu arbeiten. Sie müssen selbst Unternehmer werden und neue Einnahmequellen schaffen.

Welche potenziellen Einnahmequellen dem Politiker dabei vorschweben, präzisierte er nicht. Er sei insgesamt jedoch zuversichtlich, dass die Pferdesport-Branche ein erneutes Wachstum erleben könnte. Dazu sei es jedoch notwendig, die Dinge nicht halbherzig anzugehen.

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