, 23.03.2020

Das Gesundheitsministerium von Neuseeland hat heute einen Bericht zu Geschlechter-Ungleichheit im Glücksspiel veröffentlicht. Das Forschungszentrum für Glücksspiel und Abhängigkeit der Universität von Auckland (GARC) war vom neuseeländischen Gesundheitsministerium mit der Studie beauftragt worden.

 

In vielen Ländern sind Frauen zunehmend von Spielsucht betroffen. Die aktuelle Studie hat nun den Kontext, die Erfahrungen und die Faktoren untersucht, die dazu beitragen, dass Frauen durch Glücksspielsucht gefährdet werden. Es sollte herausgefunden werden, wie problematischem Spielverhalten von Frauen vorgebeugt werden kann.

 

Gefährdung von Frauen aus schwierigen sozialen Verhältnissen

 

Dem Bericht zufolge (Seite auf Englisch) böten Glücksspiel-Etablissements sichere Räume für Frauen aus schwierigen sozialen und familiären Verhältnissen. Die sozio-kulturelle Rolle von Frauen als Haupt-Fürsorger trage zu ihrer Gefährdung durch das Glücksspiel bei. Sie seien unrealistischen Erwartungen ausgesetzt und würden gleichzeitig daran gehindert, sich auf ihr eigenes Wohlergehen zu konzentrieren. Katie Palmer du Preez von der Universität von Auckland kommentierte die Situation wie folgt:

Glücksspiel-Etablissements in lokalen Gemeinden bieten einigen Frauen Ruhepausen, Ablenkung, Trost und Zugehörigkeit oder eine Auszeit, setzen sie aber auch einem erhöhten Risiko für Spielprobleme und Glücksspielschäden aus.

Wie können Frauen geschützt werden?

 

Geschlechterrollen spielen in der Erforschung des Glücksspiels bisher nur eine untergeordnete Rolle. Die meisten Studien untersuchen die individuelle Erfahrung von problematischem Glücksspielverhalten, weniger die Auswirkungen im gesellschaftlichen Zusammenhang. Diese seien jedoch wichtig, um wirksame Präventionsmaßnahmen entwickeln zu können.

„Mach eine Pause vom Glücksspiel. Widme dich deiner Familie.“

 

Diese aktuelle Werbekampagne in Neuseeland ruft Frauen dazu auf, eine Pause vom Glücksspiel zu machen und sich auf ihre Familie zu konzentrieren. Der Bericht des GARC hält die Botschaft hinter dieser Kampagne für problematisch. Denn Familie stelle für einige Frauen einen gefährdenden Raum dar, dem sie versuchen, durch das Glücksspiel zu entfliehen.

Der Bericht empfiehlt, dass die Bedürfnisse von Frauen stärker in den Fokus von Glücksspielangeboten rücken sollten. Spielautomaten und andere Glücksspiel-Installationen sollten in lokalen Einrichtungen reduziert werden.

 

Daneben seien Maßnahmen zur Stärkung von Frauen, wie etwa durch kostenlose Kinderbetreuung, erforderlich. Gesundheitskampagnen und Maßnahmen in der Prävention von problematischem Spielverhalten müssten dem Bericht zufolge gendersensibel gestaltet werden. Die Maßnahmen könnten aus Glücksspiel-Umsätzen finanziert werden.

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