, 30.03.2020

Die Schließung von Casinos und Pokerräumen hat weltweit nicht nur die Glücksspielbetreiber wirtschaftlich hart getroffen, sondern auch die Profispieler. Sie müssen neue Wege finden, um ihrem Beruf auch in dieser kritischen Zeit nachgehen zu können.

 

Viele Berufspokerspieler weichen auf die Angebote von Online-Pokerseiten aus. Doch bei weitem nicht alle Zocker sind mit den virtuellen Spielen zufrieden.

 

US-Zocker würden lieber im Casino spielen

 

Wie das Las Vegas Review-Journal (Link auf Englisch) am Sonntag berichtet hat, träfen die Schließungen im US-Bundesstaat Nevada vor allem jene Spieler hart, die kein Online-Poker spielen wollen.

 

Obgleich Nevada einer der wenigen US-Bundesstaaten mit legalem Online-Poker-Angebot ist, sei die Pokerkonkurrenz im Netz deutlich schwieriger zu schlagen als im Casino, wie Profizocker Benton Blakeman der Zeitung sagte.

 

Die Fähigkeiten, die es brauche, um in einem Live-Poker-Cash-Game mit einem Buy-in von 1.000 US-Dollar (Blinds $2 – $5) zu gewinnen, reichten in Online-Pokerräumen gerade einmal, um Partien mit Buy-ins von 100 US-Dollar Einsatz (Blinds $0.50 – $1) profitabel spielen zu können, meint der 38-Jährige.

 

Ein weiteres Problem stelle im Internet der fehlende Bezug zum echten Geld dar. Laut Chris Konvalinka, ebenfalls Profipokerspieler aus Las Vegas, falle es im Netz viel schwerer, diszipliniert mit Spieleinsätzen umzugehen:

„Vom Live-Spielen von 2-5-USD-Runden im Wynn zum Spielen einer dummen App auf meinem Handy. Ich kann das nicht machen. Ich kann es nicht ernst nehmen. (…). Es fühlt sich nicht nach echtem Geld an. Ich verbrenne es einfach.“

Positive Zahlen für Online-Poker

 

Obwohl das Home-Office nicht für alle Pokerprofis eine gewinnbringende Alternative zum Casino zu seien scheint, geht der Trend derzeit ganz klar zum Online-Poker.

So hat sich der Traffic beim Online-Poker vervielfacht

Wie Branchenexperte Nick Jones meldet, liege der weltweite Wochendurchschnitt beim Online-Poker derzeit bei ca. 45.000 Spielern. Damit ist die Anzahl der Online-Pokerspieler erstmals wieder so hoch wie im Winter 2015/2016. Noch im Sommer 2019 hatte der Traffic zwischen 25.000 und 27.500 Spielern gelegen.

In Deutschland überbrücken die Profis und Amateure die Zeit der sozialen Isolation unter anderem mit virtuellen Home-Games und Turnieren. Das von PokerStars angebotene Sunday Millions-Jubiläums-Turnier fand zuletzt sogar mit 93.016 Spielern statt und verzeichnete mit einem Preispool von mehr als 18,6 Millionen US-Dollar einen neuen Rekord.

 

Sollte die Corona-Pandemie noch länger andauern, könnte die Zahl der Spieler im Netz vermutlich weiter steigen.