, 31.07.2018

Vibeke Skofterud

Vibeke Skofterud, Quelle: Felgenhauer/NordicFocus

Die norwegische Langläuferin Vibeke Skofterud ist in ihrer Heimat tot aufgefunden worden. Mit nur 38 Jahren starb die Sportlerin vermutlich an den Folgen eines tragischen Unfalls.

 

Norwegen steht unter Schock

Norwegen trauert um eine der erfolgreichsten Skilangläuferinnen der letzten Jahre. Die Olympiasiegerin und mehrfache Weltmeisterin Vibeke Skofterud wurde in der Nacht zum Sonntag als vermisst gemeldet und schließlich am nächsten Tag auf der Insel St. Helena im Süden Norwegens tot aufgefunden.

Ursache für den Unfall war wohl ein tragischer Unfall mit einem Jetski. Die örtliche Polizei konnte den Unfallhergang nach eigenen Angaben bereits relativ genau rekonstruieren.

Skofterud, die sich gerade im Sommerurlaub mit ihrer Lebensgefährtin Marit Stenshorne auf der Insel Tromøy befand, war demnach auf dem Nachhauseweg von einem Konzert in der Küstenstadt Arendal mit ihrem Jetski zu nah an die felsige Küste der kleinen Insel St. Helena geraten und dort mit einem Felsen kollidiert. In Folge des Zusammenpralls wurde Skofterud an Land geschleudert und erlag dort ihren Verletzungen.

 

Polizei schließt Fremdeinwirkung aus

Der Einsatzleiter der Polizei, Torbjørn Trommestad, stellte bereits kurz nach dem Fund der Leiche fest, dass man sich ein gutes Bild von Ereignissen habe machen und Fremdeinwirkung ausschließen können.

Das Schlimmste sei für die Polizei gewesen, die Hinterbliebenen zu informieren. Man nähere sich schon dem Ende der Ermittlungen. Diese seien nicht umfangreich ausgefallen und waren auch nicht schwierig. Die lokalen Behörden sprechen von polizeiliche Praktiken, die bei einem schrecklichen und tragischen Unfall wie diesem durchgeführt werden müssen.

Tragischerweise war das Jetski-Fahren eines der größten Hobbies der ehemaligen Athletin. Die Tatsache, dass sie mitten in der Nacht alleine auf dem Wasser unterwegs war, deutet darauf hin, dass sie im Umgang mit dem Jetski viel Erfahrung hatte.

 

Lebensgefährtin postet bewegenden Abschied

 

Mit einem emotionalen Post auf Instagram nimmt Skofteruds Lebensgefährtin Marit Stenshorne Abschied von ihrer Partnerin:

 

Marit Stenshorne mit Vibeke Skofterud

Stenshorne Instagram, Quelle: Instagra

„Vibeke du bist meine große Liebe, mein Schatz, meine Liebe, mein Held, mein Mentor. Wir sagten, dass wir zwei zusammen alt und krumm werden wollten. Es wird so traurig und schwierig ohne dich sein. Du gabst mir so viel Positives, Dankbarkeit, Lachen, Freude, Wissen und Liebe. Ich liebe dich.“

 

Zahlreiche Beileidsbekundungen aus der Welt des Sports

Die beliebte Athletin hinterlässt eine Lücke in der norwegischen Sportwelt. Insbesondere im norwegischen Skiverband ist die Bestürzung groß.

Der norwegische Skilanglauf-Trainer Vidar Lofshus bezeichnet es als eine unfassbare Tragödie, dass die lebenslustige Vibeke nun nicht mehr da sei. Die Gedanken der norwegischen Skifamilie seien nun bei Vibekes Familie und ihren engsten Freunden.

Auch der Präsident des Skiverbandes, Erik Røste, reagiert bestürzt auf die schrecklichen Neuigkeiten. Er spricht von einer unfassbar traurigen Nachricht und erinnert sich an eine unglaubliche Langläuferin und einen großartigen Mensch, den alle Weggefährten sehr vermissen werden.

“Ich zittere, ich bin schockiert und am Boden zerstört. Liebe Vibeke, du bist viel zu früh gegangen”,

schreibt Marit Bjørgen, Rekordweltmeisterin und Staffelkollegin von Skofterud bei Olympia in Vancouver, in einer bewegenden Pressemitteilung. Die erfolgreichste norwegische Olympionikin aller Zeiten war eine enge Vertraute von Skofterud.

 

Betroffenheit auch in Deutschland

Nicht nur in Norwegen ist die Bestürzung über den überraschenden Tod der 38-jährigen groß, auch deutsche Sportler bekunden über die sozialen Medien ihr tiefes Mitgefühl.

Die deutsche Langlaufstaffel-Olympiasiegerin von 2002 Claudia Nystad spricht in einem emotionalen Post auf Facebook von der traurigsten Nachricht, die sie je in ihrem Leben erreicht hat. Skofterud sei ihre erfrischende und unendlich lebenslustige, beste Freundin gewesen. Mit Skofterud sei auch ein Teil von ihr selbst gestorben.

 

Ein Leben für den Sport

Vibeke Skofterud, geboren 1980 in dem kleinen Örtchen Askim in Südnorwegen, war eine ausgewiesene Staffel-Spezialistin. Ihre größten Erfolge waren der Olympiasieg mit der Staffel im Jahr 2010 in Vancouver sowie die beiden Goldmedaillen bei den Weltmeisterschaften 2005 und 2011.

Das internationale Parkett betrat sie erstmals bei den Juniorenweltmeisterschaften 1999 in Saalfelden. Ihr Weltcup-Debüt gab sie im März 2000 in Oslo. Ihren ersten großen Erfolg feierte sie dann bei der Weltmeisterschaft 2005 in Oberstdorf, als sie mit der Staffel Gold über 4×5 km-Strecke holte.

Der Olympiasieg fünf Jahre später bei den olympischen Winterspielen in Vancouver war das große Highlight ihrer Karriere.

Nach ihrem letzten Weltmeistertitel mit der Staffel 2011 bei der Heim-WM in Oslo konnte Skofterud noch einmal ein Ausrufezeichen setzen: 2012 gewann sie als erste Norwegerin den traditionsreichen Wasalauf in Schweden und stellte dabei einen Streckenrekord auf, der bis heute gültig ist.

Zuletzt war die 38-jährige als Kommentatorin bei Eurosport sowie als Trainerin aktiv.