, 25.03.2021

Die österreichische Regierung plant die gesetzliche Neuregelung des Glücksspiels in der Alpenrepublik. Hierzu gehören auch Überlegungen zu einem weitreichenden Werbeverbot. Nun haben sich mehrere Sportfunktionäre kritisch zu den Plänen geäußert. Sie fürchten bei einem möglichen Wegfall des Sponsorings durch Glücksspiel-Betreiber „ernsthafte Finanzierungsprobleme“.

 

Tabakgesetz als Vorbild für Glücksspiel-Werbevorgaben

 

Laut Die Presse soll die Ausgestaltung der gesetzlichen Neuregelungen beinhalten, dass „die Rahmenbedingungen von Werbung von Glücksspiel in Analogie zu den Bestimmungen im Tabakgesetz präzisiert“ werden sollen. Letzteres verbietet laut § 11 explizit „Werbung und Sponsoring für Tabakerzeugnisse und verwandte Erzeugnisse“. Entsprechend könnte auch dem Glücksspiel-Sponsoring im Sport das Aus drohen.

In der vergangenen Woche wurde bekannt, dass die im Februar verkündeten Pläne des österreichischen Finanzministeriums, die Glücksspielgesetzgebung zu reformieren, weiter Gestalt annehmen. Am Montag teilte das Ministerium nun mit, dass die Aufsicht des Marktes ab dem 1. Januar 2022 in einer neugeschaffenen unabhängigen Glücksspielbehörde angesiedelt sei. Die genaue Ausgestaltung der Reform ist bislang nicht bekannt. Zuletzt hatte sich der Branchenverband Österreichische Vereinigung für Wetten und Glücksspiel (OVWG) allerdings skeptisch gegenüber den Plänen gezeigt.

Die möglichen Auswirkungen eines umfangreichen Werbe- und Sponsoringverbots für Glücksspiel-Betreiber skizzierten nun Vertreter mehrerer Sportarten dem Portal sportbusiness.at gegenüber in düsteren Farben.

 

So betonten unter anderem Vertreter aus Eishockey und Basketball die enorme Bedeutung des Sponsorings durch den Glücksspiel-Anbieter bet-at-home für ihre Sportarten in Österreich. In beiden Fällen fungiert der börsennotierte Buchmacher aus Düsseldorf als Haupt- und Namensponsor der höchsten Spielklassen.

 

„Lebensnotwendige Partnerschaften“

 

Der Geschäftsführer der bet-at-home ICE Hockey League Christian Feichtinger erklärte sportbusiness.at gegenüber, dass nicht nur das Sponsoring, sondern auch die Sportwetten selbst „unverzichtbarer Bestandteil“ seien, um den eigenen Sport „professionell anbieten und vermarkten“ zu können. Weiterhin betonte Feichtinger die Verlässlichkeit der Partner aus der Branche:

Die Rolle von Sportwettanbietern für den organisierten Ligasport ist massiv. In ganz Europa dienen Sportwettanbieter als wichtige Partner für den Sport. Für manche Sportwettanbieter ist das Online-Glückspiel ein wichtiges zweites Standbein und bildet gemeinsam mit Sportwetten das wirtschaftliche Fundament, welches Unterstützungen im Bereich des Profisports ermöglicht. Wie schnell das Standbein der Sportwetten wegfallen kann, hat uns im vergangenen Jahr die Pandemie gezeigt.

Johannes Wiesmann, Geschäftsführer der bet-at-home Basketball Superliga, fürchtet, dass Einschränkungen in diesem Bereich letztlich zum kompletten Wegfall der Partnerschaften führen könnten. In Anbetracht der Tatsache, dass der Sport allgemein Schwierigkeiten habe, Investitionen von Staat und Wirtschaft zu erhalten, seien Unternehmen aus der Glücksspielbranche „lebensnotwendig“.

 

Seines Erachtens zeige der politische Ansatz, den Glücksspiel-Unternehmen Sponsorings zu verbieten, welchen Stellenwert der Bund dem Sport zumesse. Sollten die Verantwortlichen sich zu diesem Schritt entscheiden und dem Sport so jährlich rund 50 Mio. Euro entziehen, so die Forderung Wiesmanns, sei es an ihnen, selbst „in die Tasche“ zu greifen und zu investieren.

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