, 25.11.2016

Crown Resorts

Die Hoffnung des australischen Casino-Betreibers, Crown Resorts, dass die in China verhafteten Mitarbeiter möglichst schnell wieder freigelassen werden, erwies sich als Trugschluss. Sie wurden nun offiziell verhaftet und könnten angeklagt werden! (Bildquelle)

Mitte Oktober waren 18 Angestellte des australischen Glücksspiel-Unternehmens Crown Resorts in China festgenommen worden. Laut dem chinesischen Außenministerium seien die Mitarbeiter wegen mutmaßlicher Verstöße gegen Glücksspielgesetze festgenommen worden. Nun wurden 17 der 18 Verdächtigen auch formell verhaftet und müssen mindestens weitere zwei Monate im Gefägnis bleiben.

 

Der Anwalt Zhai Jian aus Shanghai, der mit seiner Kanzlei Dacheng Law Offices die Crown Resorts Mitarbeiter vertritt, gab bekannt, dass seine Klienten am Wochenende offiziell verhaftet wurden. Sie müssen während der anhaltenden Ermittlungen weiter in Haft bleiben. Mindestens noch wohl zwei Monate. Danach will die Polizei entscheiden, ob die Angestellten des Casinos auch angeklagt werden. Nur einer der 18, der chinesischen Staatsbürger und nur eine Nachwuchskraft sei, sei Anfang November gegen Kaution freigelassen worden.

 

Zwei leitende Crown Resorts Mitarbeiter sind unter den Verhafteten

 

Laut dem australischen Außenministerium befinden sich unter den 18 Betroffenen drei australische Staatsbürger, darunter auch der Chef des Crown Resorts für ausländische Geschäfte mit VIPs, Jason O’Connor. Auch Alfread Gomez aus Malaysia, Senior Vize Präsident von Crown in China, soll unter den Verhafteten sein.

 

Der australische Kasinobetreiber hatte zu Beginn keinen Kontakt zu seinen Mitarbeitern und wusste auch nicht was ihnen vorgeworfen wird. Nach Angaben der Tageszeitung “Australian Financial Review” erfolgten die Festnahmen als Teil einer Polizeioperation, um Geldabflüsse ins Ausland zu stoppen. Im diesem Zusammenhang habe es bereits Aktionen in Shanghai, Peking, Kanton und Chengdu gegeben. Der australische Rundfunksender ABC berichtete, die Festnahmen stünden in Zusammenhang mit dem Versuch von Crown, begüterte Chinesen in die Kasinos zu locken. Werbung für Glücksspiel ist in China verboten.

 

Regierung in Peking geht gegen ausländische Casino Betreiber vor

 

Das Vorgehen steht für eine neue, härtere Gangart der Regierung in Peking. Im Fokus stehen vor allem ausländische Casino Betreiber, die in China für ihre Spiele Werbung machen. Im vergangenen Jahr waren auch Glücksspiel-Mitarbeiter aus Südkorea verhaftet worden. Die Tatsache, dass nun ausländische Mitarbeiter eines großen internationalen Unternehmens verhaftet wurden, zeigt wie gründlich die Politik in der Glücksspiel-Industrie aufräumen möchte. Laut der australischen Außenministerin Julie Bishop war der Schlag gegen das Glücksspiel Teil des Anti-Korruption Vorgehens des chinesischen Präsidenten Xi Jinping, die er schon kurz nach seiner Wahl im Jahr 2012 begonnen hat. Auf australischer Bürger in China würde nun auch das chinesische Gesetz angewandt. Die chinesischen Behörden hätten das Crown schon im vergangenen Jahr gewarnt, dass man bei chinesischen High Rollern keine Werbung mehr für die Casinos in Macau machen dürfe.

 

Steve Dickinson, ein Anwalt aus Seattle und Experte für den asiatischen Glücksspielmarkt sagte der Seite Bloomberg.com:

„Früher wurde Verstöße von Nicht-Chinesen gegen das Glücksspiel-Gesetz maximal mit einer Ausweisung aus China bestraft. Doch diese Zeiten sind vorbei. Ausländer müssen nun damit rechnen, dass sie genauso wie chinesische Staatsbürger behandelt werden.“

 

Behörden in China gehen schon seit zwei Jahren gegen Ausländer vor

 

Vor zwei Jahren wurde Mark Reilly, der chinesische Country Manager von GlaxoSmithKline zusammen mit anderen Mitarbeitern in einem Bestechungsskandal angeklagt. Am Ende musste das Pharmaunternehmen eine Strafe von 436 Mio. Dollar zahlen. 2015 wurden Mitarbeiter des US-Unternehmens OSI Group beschuldigt, dass sie Produkte, deren Mindesthaltbarkeitsdatum schon abgelaufen wäre, an chinesische Fast Food Restaurants verkauft hätten. Zehn Mitarbeiter wurden in diesem Fall zu Gefängnisstrafen verurteilt.

 

Das Crown Resorts, welches zu 53 Prozent dem australischen Milliardär James Packer gehört, betreibt Casinos in der ganzen Welt, unter anderem in Macao. Die chinesische Sonderverwaltungsregion ist der einzige Ort des Landes, an dem Glücksspiel legal ist. Im restlichen China ist der Betrieb von Casinos verboten.

 

„Im Gesetz war schon immer ein Verbot von Glücksspiel-Werbung vorgesehen“

 

Richard Huang, ein Glücksspiel-Analytiker von Nomura International kommentierte das Vorgehen wie folgt:

„Die Verhaftungen sind eine Message an die Casino Industrie. Ab sofort wird die Glücksspiel-Politik viel strikter durchgesetzt. Im Gesetz war schon immer ein Verbot von Glücksspiel-Werbung vorgesehen. Nun führt die Regierung die Vorgaben auch energisch durch.“

 

Die Börse reagierte empfindlich auf die Verhaftungen und die Aktie verlor dirket danach über 13% an Wert. Inzwischen hat sich die Aktie wieder etwas erholt. Bisher hätten die Verhaftungen noch keine Auswirkungen auf den Glücksspiel-Betrieb in Macau gehabt. Viele Betreiber sind auf Organisatoren angewiesen, die ihnen die High Stakes Spieler ins Casino bringen. Doch in jüngster Zeit setzen die Häuser im weltweit größten Glücksspiel-Mekka auch immer mehr auf Touristen und Freizeit-Zocker.