Montag, 28. November 2022

Aktuelle Studie: Online-Betrug als steigende Gefahr für Glücksspiel-Anbieter

Laptop, Hacker Glücksspiel-Anbieter sind von Online-Betrug in den Bereichen Werbung und Zahlungsverkehr betroffen. (Bild: Pixabay)

Eine aktuelle Studie von Ravelin, einem Spezialisten für Betrugserkennung und Zahlungsakzeptanz, weist auf einen massiven Anstieg von Online-Betrugs-Arten hin. Online-Glücksspiel-Anbieter seien dabei unter anderem vom Missbrauch von Werbeaktionen, aber auch von Online-Zahlungsbetrug betroffen.

Die Studie „Online Merchant Perspectives Fraud & Payments Survey 2022” [Seite auf Englisch] betrachtet Daten aus dem Jahr 2021 und vergleicht sie mit jenen aus 2020. Dabei steht die Frage im Mittelpunkt, inwiefern sich die Erfahrungen von Online-Unternehmen mit Betrug im Laufe des Jahres verändert haben.

Generell habe sich der Ausbruch der COVID-19-Pandemie positiv auf den Online-Handel ausgewirkt. In der Branche der „Digitalen Waren“, zu der Ravelin Gaming-, Glücksspiel- und Event-Ticket-Verkäufe zählt, hätten 38 % der Unternehmen von zunehmenden Einnahmen berichtet. 53 % erklärten, Bestellungen beziehungsweise Einsätze hätten zugenommen.

Demgegenüber stehen Veränderungen, die die Glücksspiel- und Gaming-Anbieter beim Online-Betrug beobachtet hätten.

Zwar seien die Betrugsfälle, so die Mehrheit der Unternehmen, nicht angestiegen, jedoch hätten sie neue Betrugsmaschen entdeckt. Dies bestätigte mit 49 % fast die Hälfe der Befragten aus der Branche „Digital Goods“.

Maßnahmen gegen Online-Betrug notwendig

Wie Ravelin in seiner Studie betont, sei es notwendig, dass sich die Online-Glücksspiel-Branche besser gegen Online-Betrug wappne:

„Die Glücksspielbranche muss wahrscheinlich ihren Schutz vor Betrug erhöhen, da die Online-Transaktionen seit dem Ausbruch von Covid boomen und sie zu lukrativeren Betrugszielen als je zuvor machen.“

Besondere Risiken bezüglich des Online-Betruges würden im Bereich der Glücksspiel-Unternehmen Werbeangebote wie Gratiswetten und Boni darstellen. So gebe es erfahrene Spieler, die mehrere Konten und IP-Adressen nutzten, um derartige Werbeaktionen auszunutzen. Sie fänden immer wieder Schlupflöcher, die für die betroffenen Unternehmen finanzielle Verluste zur Folge hätten.

Risikofeld Online-Zahlungen

Ein weiterer Risikobereich seien die Online-Zahlungen. Insgesamt, so Ravelin, stelle der Online-Zahlungs-Betrug das Risiko Nummer eins in allen Branchen dar. Er habe die Unternehmen im Jahr 2021 insgesamt 30 Mrd. USD gekostet.

In Bezug auf die Online-Glücksspiel-Branche erklärte Ravelin-CEO Martin Sweeney gegenüber Branchenmedien:

„Glücksspiel-Webseiten haben oft ein hohes Transaktionsvolumen, bei dem Spieler regelmäßig viele Zahlungen tätigen, was es schwierig machen kann, Kartenbetrug zu erkennen oder sogar einzelne betrügerische Käufe zu entdecken.“

Sweeney zufolge sei die Verstärkung von Maßnahmen zur Betrugserkennung daher notwendig. Eine Möglichkeit sei die Nutzung einer externen Plattform für maschinelles Lernen, um der zunehmenden Komplexität und Vielfalt der Betrugstaktiken entgegentreten zu können.